Wirtschaft trifft Kultur

Lorenz Wacker erklärt den CUM-Mitgliedern die Deckengemälde in der Zunftkirche. Foto: Strolz

Club der Unternehmer des Mittelstandes in Bichlbach

Der Club der Unternehmer und des Mittelstandes (CUM) Reutte besuchte im April 2017 die Zunftbruderschaft St. Josef in Bichlbach. CUM-Präsident Peter Madlberger organisierte für seine Mitglieder eine Führung in der Zunftkirche und im Zunftmuseum in Bichlbach.

Zunftprobst Lorenz Wacker „entführte“ die interessierten CUM-Mitglieder in die Welt der Zunftbruderschaft und erläuterte den Bau der Zunftkirche.
Diese einzige Zunftkirche Österreichs erhebt sich stolz auf einem Dolomit Hügel im Südwesten der Gemeinde Bichlbach. Erbaut in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, war sie bis zur Aufhebung der Zünfte und Einführung der Gewerbeordnung im Jahre 1859 ein Mittelpunkt des Außerferner Handwerkerlebens.

Zunftbruderschaft zum Hl. Josef. 1690 wurde die Bruderschaft eingeführt, aber eine sofortige Ausführung des geplanten Gotteshauses scheiterte zunächst an den geringen Geldmitteln, obwohl die 1694 genehmigte Handwerker-zunft 1697 in die Bruderschaft integriert worden war. Bald gab es in der neuen Zunftbruderschaft St. Josef Mitglieder aus den Zünften der Bäcker, Bierbrauer, Bildhauer, Maler, Schreiner, Schlosser, Schmiede, Weber, Sattler, Schneider, Seiler usw. Das brachte das nötige Geld und am 15. Mai 1710 konnte schließlich der Grundstein für den Kirchenbau gelegt werden.  1869 wuede der letzte Handwerkstag in Bichlbach begangen. Danach blieb es etwa 100 Jahre ruhig. 1969 beschloss ein Arbeitsausschusses, dass die Zunftkirche gerettet werden muss. Im Juni 1973 wurde mit der Restaurierung begonnen.

Kleinod bewahren. Am 12. und 13. Oktober 1974 wurde die renovierte Zunftkirche zum Hl. Josef feierlich eingeweiht. Die 1977 ebenfalls erneuerte Zunftbruderschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses kunsthistorisch bedeutende Denkmal zu bewahren.

Lokalaugenschein. Beim Rundgang durch das Zunftmuseum im ehemaligen Widum konnten die Mitglieder der CUM  die verschiedenen Arbeitsgeräte und Techniken der ehemaligen Handwerkerzeit bestaunen. Zu Gast war auch Peter Fink, Vorstandsmitglied  des „Werkraum Bregenzerwald“.

Gedankenaustausch. Bei der anschließenden Brotzeit wurden noch viele Gedanken unter Handwerkern und Selbstständigen ausgetauscht und die Beziehungen weiter vertieft.

Information: Auskunft über Führungen im Museum und der Kirche bzw. Mitgliedschaft in der Zunftbruderschaft bei  Paul Strolz unter p.strolz@direkt.at oder Lorenz Wacker unter lorenz.wacker@gmx.at oder www.zunftbruderschaft.at