Wirtschaftsbund befürwortet Bau des Fernpass-Scheiteltunnels

Der Bezirksobmann des Wirtschaftsbundes, Peter Müller, steht zu 100% hinter Landeshauptmann Günther Platter. RS-Foto: Schretter

Versorgung und Anbindung des Bezirkes Reutte im Fokus

Der Wirtschaftsbund, Teilorganisation der Tioler VP und Sprachrohr der Wirtschaft, sieht in der geplanten Umsetzung des Projekts Fernpass-Scheiteltunnel die einzig sinnvolle Lösung für die vieldiskutierte Außerferner Verkehrsproblematik.

Landeshauptmann Günther Platter hat mehrfach klar dargestellt, dass der Fernpass-Scheiteltunnel finanziert ist und gebaut wird. Der Baubeginn ist für 2021 geplant, der Tunnel soll 2025 fertiggestellt sein. Für eine bessere Erreichbarkeit des Außerferns wird die enorme Summe von 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Zum Wohl des Bezirkes. Peter Müller, Wirtschaftsbund-Bezirksobmann in Reutte, erklärt im Gespräch mit der RUNDSCHAU, dass es vor allem um die Versorgung des Bezirkes und um die Leute gehe, die täglich über den Fernpass fahren müssen.
„Es ist recht kurzsichtig, sich hier vor allem um die verkehrsreichen Wochenenden – also den Zeitraum Samstag und Sonntag – Gedanken zu machen. Für uns Wirtschaftler steht der Zeitraum Montag bis Freitag viel mehr im Zentrum der Überlegungen“, so Peter Müller.
Es stimme ganz einfach nicht, dass in den vergangenen 20 Jahren nichts geschehen sei, außer ein paar Kurven zu begradigen oder ein Dorf zu umfahren. „Es sind sehr wohl sinnvolle Maßnahmen ergriffen worden. Dass nicht immer alle einer Meinung sind und diese auch befürworten, ist ganz klar. Ziel ist es aber immer, zum Wohle der Bevölkerung, aber auch wirtschaftlich zukunftsweisend zu entscheiden“, so der Bezirksobmann.
Peter Müller erwähnt einige umgesetzte Maßnahmen. „2010 wurde mit einer Investitionssumme von 33 Millionen Euro die Umfahrung Heiterwang fertiggestellt. Die deutliche Entlastung für das Dorf ist nicht wegzudiskutieren.“ Als dann 2012 der Tschirgant aus der nationalen Verkehrsplanung herausgenommen wurde, setzte sich der Wirtschaftsbund sehr dafür ein, sich jetzt dem Fernpass-Scheiteltunnel zu widmen. „Wir haben hier auch die volle Unterstützung unserer Kollegen aus den Bezirken Imst und Landeck“, nimmt Peter Müller Stellung. 2013 erfolgte der Ausbau der Ewigkeitskurve am Katzenberg. „Das war gerade im Hinblick auf die boomende Highline 179 genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Inzwischen wissen wir, dass viele Autofahrer ihr Tempo reduzieren, um sich das gigantische Bauwerk genauer anzuschauen.“ 2015 wurde die Lärmschutzwand in Lähn gebaut, auch eine deutliche Erleichterung für die Anrainer. Peter Müller weiter: „Was jetzt noch fehlt und auch sehr wichtig ist, sind die Maßnahmen am Rollenmühlsteig. Die hängen allerdings mit dem Hochwasserschutz für Lermoos bzw. den Maßnahmen der Wildbachverbauung zusammen.” 2015 wurde von LH-Stv. Josef Geisler, gemeinsam mit LH-Stv. Ingrid Felipe, die Fernpass-Strategie in Auftrag gegeben. Hauptanliegen waren: die Anbindung von Reutte an den Zentralraum Innsbruck,  eine vernünftige Straßenverbindung für den vorwiegend touristischen Verkehr unter anderem auch in die Skigebiete in den Bezirken Imst und Landeck und der Schutz der Anrainer. „Diese Fernpass-Strategie hat durchaus Potential. Auch wir sind absolut gegen einen vierspurigen Ausbau der Strecke. Wir wollen keine neuen Transitrouten schaffen, sondern eine spürbare Verbesserungen für die Bevölkerung erreichen. Wir befürworten auch das Dosiersystem,  für das das Außerfern Modellregion in Tirol war“, untermauert Peter Müller die Forderungen des Wirtschaftsbundes.

Was bringt der tunnel? „Wir sind Wirtschaftler und sehen die Realität. Wir haben nun einmal diese Straße über den Fernpass. Sie ist für die täglich Versorgung unseres Bezirkes notwendig. Nur der Ausbau dieser Straße kann die einzig richtige Lösung für unser Verkehrsproblem sein“, ist Peter Müller überzeugt.
Der Fernpass-Scheiteltunnel verkürzt die Strecke über den Pass von fünf auf einen Kilometer, das sind 80%. Dabei dürfe man nicht vergessen, dass sich daraus auch eine entsprechende Reduktion der Emissionen ergibt.
„Für uns aus der Wirtschaft ist wichtig, dass sich der Verkehr im Bezirk bewegen kann. Stillstand ist katastrophal, daher stehen wir auch zur Dosierampel“, so der Wirtschaftsbund-Obmann dazu und führt weiter aus: „Alles nur auf die oft erwähnten 13 Minuten Zeitersparnis auf dem Weg nach Innsbruck zu reduzieren, ist der falsche Ansatz. Bei 12000 Fahrzeugen pro Tag ergibt sich eine ganz andere Summe.“
Der Wirtschaftsbund ist sich sicher, dass mit dem Bau des Scheiteltunnels das 7,5 Tonnen-Limit hält. Dies sei eine wichtige Prämisse. „Wir wollen keine Transitroute bzw. vierspurigen Ausbau. Käme die sogenannte große Tunnellösung, sprich der Gartnerwandtunnel mit zehn Kilometern Länge, hätten wir genau das. So ein großes, unglaublich teures Tunnelprojekt könnte nur die ASFINAG bauen. Und die baut nur, wenn die Strecke bemautet wird, das heißt, wir hätten vor und hinter diesem Tunnel eine mehrspurige Autobahn“, gibt Peter Müller zu bedenken.

Zu 100 Prozent. „Wir vom Wirtschaftsbund stehen zu 100% hinter Landeshauptmann Günther Platter. Er hat bis heute seine Zusagen immer gehalten. Sein Wort gilt, darauf kann man sich verlassen. Ich bin absolut überzeugt, dass das Wort des Landeshauptmannes auch nach der Landtagswahl noch gilt“, spricht sich Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Peter Müller noch einmal dezidiert für den Fernpass-Scheiteltunnel aus.