Zeit ist Muskel

Grenzüberschreitende Herzinfarktversorgung ist top

Die Etablierung des grenzüberschreitenden Herzzentrums Füssen-Außerfern kann durchaus als Meilenstein in der Geschichte des BKH Reutte verbucht werden. Eine über drei Jahre laufende Studie bestätigt nun: dank der hervorragenden Kooperation ist den Außerfernerinnen und Außerfernern eine Herzinfarktversorgung auf höchstem Niveau garantiert.

Der qualitätsvollen Akutversorgung kommt gerade beim Herzinfarkt eine entscheidende Bedeutung zu. „Zeit ist Muskel“ lautet die Zauberformel – je schneller man hilft, desto höher die Überlebens-chancen und in weiterer Folge die Lebensqualität für die Betroffenen.

Kooperation bietet Top-Versorgung für die Bevölkerung. Bereits seit Ende 2012 müssen HerzinfarktpatientInnen aus dem Außerfern nicht mehr den Weg nach Innsbruck in Kauf nehmen, sondern werden ins nahe Herzkatheter-Labor des Klinikums Füssen (= PCI-Klinik) überstellt. Naturgemäße Verzögerungen beim Transport über den Fernpass, die entscheidende Auswirkungen auf das Outcome haben, werden dadurch ausgeschaltet. „Bereits nach der ersten Bilanz – wenige Monate nach Start der Initiative – bestätigte sich der enorme Mehrwert für unser PatientInnen. Jetzt – mehrere Jahre später – liegen uns über 200 evaluierte PatientInnenberichte vor. Damit erhalten wir natürlich nochmals eine ganz andere Aussagekraft“, berichtet der Ärztliche Direktor des BKH Reutte, Prim. Dr. Eugen Ladner.

Aussagekräftige Studie. 213 PatientInnen dienten als Basis für die Studie und stammen aus dem Einzugsgebiet der Klinik Füssen (= PCI-Klinik) sowie zweier Nicht PCI-Kliniken in Deutschland und Österreich. 41 % kamen hierbei aus der Region Außerfern. Zum besseren Vergleich wurde das PatientInnen-Kollektiv aus Deutschland und Österreich getrennt analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass es keine signifikanten Abweichungen in Hinblick auf die Erfolgsparameter im Kampf gegen den Herzinfarkt – diesseits wie jenseits der Grenze gibt.

Hervorragende Betreuung. „Die aktuelle Studie belegt klar, dass die AußerfernInnen durch den Transfer ins Klinikum Füssen hervorragend betreut werden. Das Herzinfarktnetz Königswinkel-Außerfern ist ein gelebtes Beispiel für die Sinnhaftigkeit von Großgeräte- und Expertisen-Sharing und demnach für kostenwirksame Lösungen“, zeigt sich der ärztliche Direktor hoch zufrieden.

Intervention der Wahl. Beim akuten Myokardinfarkt gilt die perkutane koronare Intervention (PCI) – wie sie am Klinikum Füssen durchgeführt werden kann – als erste Therapieoption. Diese dient der Erweiterung von verengten oder vollständig verschlossenen Koronarien (Arterien, die kranzförmig das Herz umgeben und den Herzmuskel mit Blut versorgen).
Jährlich werden derzeit knapp 200 Außerfernerinnen und Außerferner sowie UrlauberInnen zur Akutversorgung nach Füssen transferiert und effizient versorgt.