Ziegenbauer erhielt Unterlassungsklage

Der Auftrieb von Ziegen auf die Tösner Almen wurde zu einem Stein des Anstoßes. Symbolfoto: MEV

Schaf- und Ziegenauftrieb: Konflikt in Tösens geht weiter

 

Der Konflikt um den Auftrieb der Schafe und Ziegen auf die Tösner Almen geht weiter: Die Agrargemeinschaft Tösens (eine Gemeindegutsagrargemeinschaft) hat den Landwirt Clemens Salner aus Ried auf Unterlassung verklagt.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Konkret heißt es im Schreiben des Anwalts an das Bezirksgericht Landeck: „Schon im Jahre 2016 war seitens der Klägerin (…) der Beschluss gefasst worden, das Auftreiben von Schafen und Ziegen auf die Tösner Almen zu untersagen. Getragen vom konstruktiven Bemühen der betreffenden Organwalter wurde seinerzeit jedoch eine Ersatzalm für Schafe und Ziegen in St. Anton gefunden“. Im Text ist dann zu lesen: „Es wurde der Beklagte (Clemens Salner, Anm.) seinerzeit ausdrücklich aufgefordert, ab sofort die Beweidung betroffener Flächen zu unterlassen und aufgetriebene Tiere sofort zu entfernen, einhergehend mit der Androhung widrigenfalls behördliche bzw. gerichtliche Schritte einzuleiten. Dem Schreiben (…) wurde nicht entsprochen.“

 

FORDERUNG. Und weiter schreibt der Anwalt sinngemäß in der Klageschrift: Die Vollversammlung der Agrargemeinschaft Tösens und der Agrarausschuss hätten in diesem Jahr erneut den Auftrieb von Schafen und Ziegen auf die Tösner Almen untersagt. Des Weiteren wird im Text angeführt: „Obwohl dem Beklagten (Clemens Salner, Anm.) also bekannt war und bekannt ist, dass eine Bestoßung mit Schafen und Ziegen, (…), von der Agrargemeinschaft Tösens ausdrücklich nicht gewünscht wird, geradezu den Mitgliedern untersagt wurde, wobei der Beklagte noch nicht einmal Mitglied der Agrargemeinschaft Tösens ist, trieb er titellos von ihm gehaltene Tiere (ca 15 Ziegen, Anm.) auf das Grundstück der Klägerin auf“. Abschließend fordert die Agrargemeinschaft Tösens unter anderem, dass Clemens Salner durch ein Unterlassungsurteil Einhalt geboten wird. „Denn es ist zu befürchten, dass er auch in Hinkunft unzulässig von ihm gehaltene Tiere auftreiben wird“, heißt es in der Klageschrift.

 

WIDERSPRUCH. „Das ist seltsam. Da wird jemand herausgepickt und verklagt. Wir sind doch vier Bauern, die Schafe und Ziegen aufgetrieben haben. Gegen mich wurde bis jetzt jedenfalls keine Klage eingereicht“, kommentierte der Schafbauer Thomas Schranz vergangenen Freitag. Nach seinen Aussagen haben neben Clemens Salner auch David Hechl, Hannes Praxmarer und er (Thomas Schranz) heuer wieder – so wie auch schon im Vorjahr – Schafe und Ziegen auf Tösner Almen aufgetrieben. Und von wegen: Gewusst, dass die Bestoßung mit Schafen und Ziegen nicht gewünscht werde, reizt Schranz zum Widerspruch: „Nachdem der Weidewirtschaftsplan nicht zustande gekommen ist, hat es geheißen, es bleibt alles beim Alten. Wohlgemerkt, im Jahre 1952 waren laut Almbuch hier neben anderen Tieren 500 Schafe gemeldet. Daraus leitet sich für uns die Berechtigung zum Auftreiben ab. Und noch eins: Es war nie die Rede davon, dass wir 2017 die Schafe und Ziegen auf die Alm in St. Anton bringen können.“

Schafbauer Thomas Schranz findet es seltsam, dass er nicht verklagt wird. RS-Foto: Tiefenbacher

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