„Zum Vorzeigeprojekt hinreißen lassen“

Das Haus des Lebens fügt sich harmonisch in das Ortsbild ein. RS-Foto: Zangerl

St. Anton: Schlüsselübergabe des „Haus des Lebens“

 

Ein 2,7 Millionen Euro teures Vorzeigeprojekt hat die Neue Heimat Tirol in St. Anton geschaffen und schließt damit eine Lücke im sozialen Angebot – altersgerechte Wohnungen sind auch hierzulande gefragt. Es wurden 13 Wohneinheiten für betreubares Wohnen samt Tiefgarage, Büro für die Stanzertaler Kümmerin, Altelier und ein Aufenthaltsraum geschaffen.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Ein nicht „ganz einfaches Projekt“, wie es NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner bei der Schlüsselübergabe am 31. Oktober bezeichnete, ist nach 16-monatiger Bauzeit fertiggestellt. Mit Holzfassade fügt sich das Objekt nahe der Neuen Mittelschule, dem Kindergarten und dem Widum harmonisch in das Ortsbild ein. „St. Anton hat sich zu diesem sehr interessanten Vorzeigeprojekt hinreißen lassen“, erklärte Gschwentner, „ursprünglich war angedacht, ein Generationenhaus zu entwickeln – der Bedarf hat gezeigt, dass barrierefreie Wohneinheiten für ältere Menschen gefragt sind.“ Gemeinsam wurde dann ein Konzept entwickelt, „das stimmig ist“, so Gschwentner, der die „soziale Verantwortung“, die die Tourismusgemeinde hiermit bewiesen hat, lobte. Bgm. Helmut Mall freute sich aber über das Resultat, konzipiert von driendl*architects: „Diese Einrichtung des betreubaren Wohnens dient zur Entlastung stationärer Pflegeeinrichtungen“ und: „Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen ist auch in unserer Gemeinde steigend – mit dem Haus des Lebens schließen wir eine Lücke für ältere Dorfbewohner.“ Das Grundstück wurde von den röm.-kath. Kaplaneipfründen über ein Baurecht zur Verfügung gestellt. Auf 670 Quadratmetern Wohnfläche befinden sich neben den Wohneinheiten auch Räumlichkeiten für ein Atelier für den Verein Arlberger Kulturtage, ein Büro für den Verein SoViSta, das von der Kümmerin genutzt wird, sowie ein Gemeinschaftsraum. Die Wohnungen in den ersten beiden Geschoßen sowie im südlichen Teil des Erdgeschoßes sind barrierefrei ausgestattet, verfügen über eine Loggia bzw. Terrasse, beheizt wird über die gemeindeeigene Fernwärmeschiene. Erwähnenswert ist das sogenannte „Lebenslicht“: Sofern ein Bewohner bis 9 Uhr morgens keine elektrischen Aktivitäten setzt (Licht anschalten, Föhnen, Kochen …), empfängt das EWA ein Alarmsignal, welches unmittelbar an die Kümmerin weitergeleitet wird.

 

9,38 EURO. Zentrales Anliegen des gemeinnützigen Wohnbauträgers ist es, leistbaren, aber dennoch qualitätsvollen Wohnraum zu schaffen. Seit Jahren errichtet die NHT ausschließlich Gebäude im Passivhausstandard, die Mietpreise belaufen sich bei diesem Projekt auf 9,38 Euro inkl. Einbauküche und Betriebskosten. Was jedoch der NHT-GF in negativer Erinnerung behalten wird, waren Gerichtsprozesse während der Bauphase mit Nachbarn: „Hier haben wir eine neue Dimension der Nachbarschaft erlebt.“ Gesegnet wurde das Haus des Lebens von Pfarrer Augustin Kouanvih.

 

Die feierliche Schlüsselübergabe an die künftigen Bewohner des Haus des Lebens fand am 31. Oktober statt. RS-Foto: Zangerl

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