Zwischen Tierliebe und Todesblues

Schwarzweiß-Denken ist Schnee von gestern – so bunt präsentieren sich „Giant Anteater“ bei ihren Konzerten. Foto: Julian Haas/„Through the Haze“

Tiroler Band „Giant Anteater“ präsentieren neues Album „The Last Dance“ am 14. Oktober im „PMK“ in Innsbruck

Brachiale Gitarrenriffs, treibende Perkussion, seltsame Synthesizer-Klänge und dazwischen eine rauchig-peitschende Stimme, die dem Klanggewand von „Giant Anteater“ die finale Unze an Einzigartigkeit verleiht – hinter dem Pseudonym des Großen Ameisenbären, der täglich bis zu 35000 kleine Krabbler verschlingt und mit seinen beachtlichen Krallen auch so manchem Jaguar das Fürchten lehrt, verbergen sich der 31-jährige Martin aus Silz an Gitarre und Synthesizer, Sängerin und Bassgitarristin Pia (27) aus Innsbruck und der 25-jährige Felix aus Völs am Schlagzeug. Ihr neuestes Werk „The Last Dance“ wird am Samstag, dem 14. Oktober, im „PMK“ in den Innsbrucker Bögen präsentiert. Mit der RUNDSCHAU sprach das Trio vorab über ihre Geschichte, Konzepte, Gegensätze und warum jeder Song bei aller Abwechslung doch stets einer sanften Prise „Auf’s Maul“ bedarf.

Von Manuel Matt

Eine Begebenheit, drei Geschichten – wie sich Martin, Pia und Felix zum ersten Mal kennengelernt haben, scheint tatsächlich vom Schleier eines Gründungsmythos verhüllt zu sein. Fest steht jedenfalls 2015 als Geburtsjahr der „Giant Anteater“-Formation sowie höchstwahrscheinlich eine Jam-Session bei feucht-fröhlichen Umständen. Genaueres scheint Martin zu wissen, der sich mit seinen 31 Jahren als „Opa“ der Band vorstellt: „Ursprünglich haben Pia und Felix damals in einer anderen Band namens ,Black Lotus‘ gespielt. Zeitgleich hab’ ich mit meiner damaligen Band einen Proberaum gesucht.“ Schließlich fanden sich die drei Musiker gemeinsam im Innsbrucker Bogen mit der Nummer 88 wieder und bemerkten alsbald die passende Chemie unter ihnen. Den passenden Namen fand die Truppe bei einem gemeinsamen Zoobesuch in Barcelona vor dem Gehege des Großen Ameisenbären. Das majestätische Tier ließ sich zwar nicht blicken, doch der Name „Giant Anteater“ am Info-Schild blieb haften: „Uns hat einfach der Name gefallen und so haben wir uns danach benannt – generell eint uns ein Faible für Tiere“, erzählt Pia. „Irgendetwas mit Ozelot oder Tapir wäre auch cool gewesen“, fügt Martin lächelnd hinzu.

Gute Freunde.

Neben regelmäßigen Auftritten als Akustik-Trio im Innsbrucker Hotel „Grauer Bär“ erspielte sich „Giant Anteater“ mit über 100 Konzerten in mehreren Ländern eine beachtliche Fan-Gemeinde. Neben der Musik ist auch das visuelle Gesamtkonzept ein Alleinstellungsmerkmal – besonders auffallend ist dabei die farbenfrohe Bemalung der Bandmitglieder. Dazu sei es durch die befreundete Fotografin und Bodypaint-Künstlerin Lisa Wöss eher spontan gekommen: „Wir haben es einmal ausprobiert und es hat unheimlich Spaß gemacht – also haben wir nie damit aufgehört“, erklärt Pia. Überhaupt sei der kreative Freundeskreis der Band, der unter anderem „Bandmama“ und Grafikerin Jana Windhaber sowie die beiden Fotografen Julian Haas und Chris Reichl beinhaltet, verantwortlich für zahlreiche positive Einflüsse.

Sechs Tage wach.

Nach ihrem Debüt „Giant Anteater vs. Jaguar“ nutzten Martin, Pia und Felix kürzlich einen Aufenthalt im Wiener Tonstudio „GAB Music Factory“, um ihr neuestes Album „The Last Dance“ einzuspielen. „Acht Nummern in sechs Tagen – da war an Schlaf kaum zu denken“, erinnert sich Felix. „Bis auf den Gesang wurde alles live eingespielt“, erzählt der Schlagzeuger, „und eigentlich klang alles ziemlich genau so, wie wir es uns beim Schreiben vorgestellt hatten.“ Nach der Premiere im Innsbrucker Lokal „PMK“ ist das Album schließlich im Einzelhandel und im iTunes-Store zu haben und auch über den Streamingdienst „Spotify“ verfügbar. Großer Wert wurde im Schreibprozess auf Abwechslung gelegt: „Von Rock und Metal bis hin zu Balladen und einer Akustiknummer ist alles dabei“, weiß Martin. Ein gewisser roter Faden zieht sich währendessen durch die Texte von Sängerin Pia. Anhand der Geschichte eines Mannes, der stellvertretend für seine Spezies steht, beleuchtet das Album etwaige Gegensätze wie Tod und Leben, Liebe und Hass oder Schuld und Sühne. In Genre-Schubladen lässt sich der Stil schwer einordnen, die Band selbst nennt es „Death Blues“. Das sei aber eher als Philosphie zu verstehen, die letztliche Entscheidung zur Kategorisierung liege beim Hörer. Einige Merkmale weise aber doch jeder Song auf – wie etwa Authentizität, Originalität und dass jedes Mitglied zu gleichen Teilen sein Scherflein beiträgt. „Eine Portion ,Auf’s Maul‘ darf aber auch nicht fehlen“, betont Pia, „auch bei den ruhigeren Songs!“. Davon überzeugen können sich Neugierige recht bald – und zwar am 14. Oktober im Innsbrucker „PMK“.

RS-Gewinnspiel.

Die RUNDSCHAU verlost zwei Gästelisten-Plätze für die Album-Premiere von „The Last Dance“ der Band „Giant Anteater“ am Samstag, dem 14. Oktober, um 20 Uhr im Innsbrucker „PMK“. Einfach am Freitag, dem 13. Oktober, um 14 Uhr unter Tel. 054126911 anrufen, durchkommen und gewinnen!

Unter dem Schatten des Hirschgeweihs: Martin, Pia und Felix (v.l.) von der Tiroler Band „Giant Anteater“. Foto: Flo Smith Photography

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.