10 Jahre Rad-Marathon Tannheimer Tal

TVB-Obmann Walter Barbist, Evi Keller, Marcel Wüst, Michael Keller und Tannheims Bürgermeister, Markus Eberle (v.l.) strahlten nach einem gelungenen Rad-Marathon-Jubiläum. RS-Fotos: Zeller

„Kondition statt Karbon!“

Eine abwechslungsreiche Rennradwoche im Tannheimer Tal gipfelte am Sonntag im Rad-Marathon, bei dem rund 2000 Teilnehmer aus 22 verschiedenen Ländern durch Teile Tirols, Vorarlbergs und Bayerns pedalten. Zur Feier des großen zehnjährigen Jubiläums gab es eine neue Strecke und viele Erinnerungen, in denen man gemeinsam schwelgte.

Von Jenni Zeller

Im Licht der ersten Sonnenstrahlen starteten rund 1000 Teilnehmer um 6 Uhr morgens für die 220 Kilometer lange Strecke. RS-Foto: Zeller

Zugänglich für ambitionierte Rennradfahrer und leidenschaftliche Hobby-Radler, so war der Rad-Marathon an seinem ersten runden Geburtstag. Dank Ergänzung des 220 km, 130 km und 85 km umfassenden Streckenrepertoires um eine 58 km-Route, war für Radsportler aller Klassen etwas dabei. Wobei Leistung bei diesem Sport-Event nicht im Vordergrund stehen sollte. Es geht nämlich um „Erlebnis vor Ergebnis“, wie der deutsche Radprofi Marcel Wüst betonte. Während es sich bei den kürzeren Strecken daher um Touristik-Fahrten handelt, stellt die 220 Kilometer lange und über 3500 Höhenmeter führende Route die Königsdisziplin des Tannheimer Taler Marathons dar. Auf dieser Strecke erkämpften heuer die Vilserin Verena Krenslehner-Schmid und der Deutsche Sebastian Baldauf den Gesamtsieg mit den beeindruckenden Zeiten von 7:07:16,8 und 6:11:37,3 Stunden. Alle Ergebnisse sind unter www.rad-marathon.at zu finden.

Zehn Jahre im Rückblick.
Große Euphorie bei der Zieleinfahrt beim 10. Rad-Marathon Tannheimer Tal. RS-Foto: Zeller

Ein Jahrzehnt voller Erfolgserlebnisse, Herausforderungen und neuer Bekannt- sowie Freundschaften liegt hinter Michael und Evi Keller, den beiden Hauptorganisatoren des Rad-Marathons. Seit 2009 haben sich sowohl Strecken- als auch Teilnehmerzahl verdoppelt und mittlerweile packen über 300 Helfer bei der arbeitsintensiven Veranstaltung mit an. Die Idee, einen Rad-Marathon ins Leben zu rufen, kam nach der Erstellung eines Rennrad-Routenführers fürs Tannheimer Tal auf. Zudem hat Michael selbst schon Radrennen bestritten und ist Mountainbike-Bundestrainer; seine Ehefrau Evi ist nicht minder sportbegeistert. Was als Experiment seinen Ausgang nahm, blickt nun auf eine spannende Geschichte von sonnigen bis verhagelten Wetterverhältnissen, starker Kameradschaft und sportlichen Spitzenleistungen zurück. Ganz besonders ist dabei ein Vorfall vor fünf Jahren in Erinnerung geblieben: Damals erlitt ein Teilnehmer beim Start einen Herzinfarkt und konnte dank der Anwesenheit von Ärzten und Sanitätern beim Rad-Marathon gerettet werden. Wie diese bestätigten, hätte der Betroffene in jeder anderen Situation – beispielsweise zuhause oder beim Einkaufen – nicht überlebt. Daher sind Familie Keller und ihr OK-Team immer wieder sehr dankbar für die gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen. Nach der Siegerehrung am Sonntag zeigte Michael sich zufrieden: „Das Wichtigste für uns ist, dass alle Teilnehmer heil wieder vom „Schlachtfeld Straße“ zurückkommen und ein schönes Erlebnis bei uns hatten.“ Diese Hoffnungen haben sich erfüllt; denn mehrere glückliche Radler bedankten sich bei ihm für „die super Zeit“ oder gar „den besten Marathon ihres Lebens“.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.