125 Jahre Kameradschaft Nassereith

Ein prächtiges, farbenfrohes Bild ergab sich auch beim diesjährigen Pfingsttreffen der Tiroler und Vorarlberger Kameradschaften. Danach erfolgte der Abmarsch zum Gemeindesaal, wo der Festakt mit zahlreichen Ehrungen seine Fortsetzung fand. RS-Foto Krismer

Große Feier am letzten Pfingstmontag

Am vergangenen Pfingstmontag kam es in Nassereith abermals zum traditionellen Pfingsttreffen der Kameradschaften aus Tirol und Vorarlberg. Diesmal hatten die Gastgeber mit ihrem 125-jährigen Bestandsjubiläum etwas ganz Besonderes zu feiern. Es war der Pfingstmontag 1893, als einige Nassereither beschlossen, so wie vielerorts, auch in ihrem Dorf den Veteranen-Verein ins Leben zu rufen.

von Ewald Krismer

Die zweite Schlacht bei – in Oberitalien nahe Verona gelegenen – Custozza im Jahre 1866 soll heimgekehrte Soldaten bewogen haben, Veteranen-Vereine zu gründen. Österreich hatte die Schlacht zwar gewonnen, das Elend und die Not aber waren riesengroß. Waren es zu Beginn noch Ortsvereine, die sich bildeten, erfolgte am 24. August 1884 die Gründung der Landesleitung der Tiroler Veteranen-Vereine. Sie sind die Vorgänger der heutigen Kameradschaftsverbände.

Die rund 5000 Mitglieder in den ca. 50 Veteranen-Ortsverbänden – vorwiegend eben diese heimgekehrten Soldaten – machten sich zur Aufgabe, nebst verwundeten und bedürftigen Kriegsheimkehrern auch in Not geratenen Witwen und Waisen finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Weitere Motive waren die Ausrichtung von Gedenkfeiern für gefallene und vermisste Soldaten und die Pflege von Kriegerdenkmälern und Grabstätten.

Während des ersten Weltkrieges trat die auf Frieden ausgerichtete Gemeinschaft in den Hintergrund. Erst nach diesem ersten Weltenbrand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging es in gleicher Weise weiter, bis 1938 die Soldatenverbände wieder aufgelöst oder in den Reichskriegsbund eingegliedert wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Veteranen-Verein neuerlich errichtet und in Kameradschaftsbund umbenannt.

In Nassereith war es am Pfingstmontag 1893 so weit, als sich einige Männer, darunter Engelbert Mang, Josef Rappold, Quirin Schmid und Alois Gapp zusammenfanden, um diese Schicksalsgemeinschaft entstehen zu lassen. Bei der K.u.K.-Behörde eingetragen wurde sie aber erst ein Jahr später und am 16. November übernahm Erzherzog Ferdinand Carl das Protektorat.

Pfingstmontag ist also der Gründungstag und deshalb auch jener Tag, an dem die Nassereither Kameraden unter der Führung von Franz Schuler, der seit 25 Jahren ihr Obmann ist, bis heute ihr alljährliches Pfingsttreffen ausrichten und immer wieder andere Kameradschaften aus Tirol und Vorarlberg dazu einladen.

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