2. LIFE-Projekt Lech

Dipl.-Ing. Wolfgang Klien (Baubezirksamt Reutte), Martin Mohr (WWA Kempten), Reuttes Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf, Karl Schindele (WWA Kempten) und Füssens Bürgermeister Paul Iacob (v.l.) bei der Projektvorstellung. RS-Foto: Claus

Revitalisierung angelaufen

 

Man kann sagen, das LIFE-Projekt von 2001 bis 2007 war damals eine Erfolgsgeschichte. Es ist gelungen, Revitalisierungs-maßnahmen für den Fluss mit Hochwasserschutzmaßnahmen, die Retentionsflächen geschaffen haben, zu kombinieren. Dadurch genießt dieses LIFE-Projekt eine große Akzeptanz in der Bevölkerung.

Von Uwe Claus.

Aufgrund des guten Ergebnisses des ersten Projekts hat die Europäische Kommission nunmehr auch ein Nachfolgeprojekt zum ursprünglichen LIFE-Projekt genehmigt, die  die Flussrevitalisierung vor allem an Ober- und Mittellauf fortsetzt. Die Kosten von rund sechs Millionen Euro fördert der LIFE-Natur-Fonds zu 60 %. Startschuss für das Projekt ist im Jänner 2019 mit dem Beginn der ersten Baumaßnahmen. Fertiggestellt sollen sämtliche Arbeiten im Jahr 2021 sein. Kernstück einer der ersten Maßnahmen ist ein Sporn (Fels- und Steingebilde) am Auslauf des Kraftwerks Weißhaus. Dieser wird massiv mit Wasserbausteinen ausgefüllt, um die Strömung des Lechs in Richtung des linken Ufers zu drängen. Dadurch wird der Fluss gezwungen, die verfes-tigte, bewachsene, ehemalige Kiesfläche aufzubrechen und umzulagern. Derzeit hat sich der Lech zwischen der Staatsgrenze und der Lechschlucht auf ein einstromiges Gewässer reduziert. Oberhalb der Einmündung des Weißhauskanals werden am rechten Ufer sechs gegen die Fließrichtung geneigte Buhnen angeordnet. Diese verändern die Geschwindigkeitsverteilung im Gewässerquerschnitt, was wiederum zu Anlandungen führt. „Durch die Einbauten wird dem Geschiebe ein Widerstand gegeben, sodass der Kies bei Hochwasser nicht einfach nur durchgeschleust wird. Die Sohle des Lechs wird sich stabilisieren bzw. anheben“, so Martin Mohr vom Wasserwirtschaftsamt Kempten. Die beschriebene Einzelmaßnahme ist mit 420.000 Euro veranschlagt, wovon – wie oben angeführt – 60 % der Kosten von der EU übernommen werden und 40 % vom Freistaat Bayern. Projektträger ist in diesem Fall die Bundeswasserbauverwaltung Tirol im Baubezirksamt Reutte. Als Projektpartner sind die Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol und das Wasserwirtschaftsamt Kempten mit an Bord. Die Besonderheit ist hier, dass die Staatsgrenze in der Flussmitte verläuft und Maßnahmen, die zu 80 Prozent auf österreichischer Seite umgesetzt werden, vor allem die deutsche Seite positiv beeinflussen sollen“, erklärte Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf. In diesem Fall sollen wieder Umlagerungsstrecken und Kiesbänke auf der linken Seite entstehen und die Verbuschung, die mittlerweile aufgrund der mangelnden Dynamik eingetreten ist, zurückhalten. Frau Rumpf freute sich besonders über die Tatsache, dass das LIFE-Projekt beide Länder wieder einmal grenzüberschreitend zusammengeführt hat – und gemeinsam zu- gunsten der Natur gearbeitet wird.

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