25 Stunden, 25 Minuten und 44 Sekunden

Der neu gewählte Vorstand ist stolz auf die Rekord-Athleten. 1. Reihe v.l. Robert Kofler, Thomas Frick, Raimund Paulweber. 2. Reihe v.l. Richard Lipp, Sepp Paulweber, Mario Langmann, Thomas Paulweber, Klaus Schimana, Anton Koch, Christian Hosp und Lukas Baumann. RS-Fotos: Schretter

Zwei Außerferner Badmintonspieler brechen den Weltrekord und stehen im Guinness Buch der Rekorde

Ein Weltrekord, der seinesgleichen sucht und die Neuwahl des Vorstandes waren die Eckdaten der Jahreshauptversammlung des Zweigvereins Badminton. 

Vereinsobmann Thomas Frick begrüßte die anwesenden Vereinsmitglieder und Funktionäre zu einer Jahreshauptversammlung der ganz besonderen Art.
„Nicht jedes Mal können wir zwei Weltmeister aus unseren Reihen feiern  – und nicht jedesmal ist das auch noch mit der Eintragung ins Guinness Buch der Rekorde verbunden“, leitet er die Versammlung ein.
Thomas Frick konnte auf eine verletzungsfreies Vereinsjahr 2016 zurückblicken, dankt allen für die gute Zusammenarbeit und und den Unterstützern und Sponsoren für ihr Entgegenkommen. Lobend hebt er auch die Jugend hervor, betont aber, dass Nachwuchs immer gesucht und gern gesehen sei. „Wir erleben Höhen und Tiefen. Ich vergleiche Badminton immer mit einer Sauna, in der man viel laufen muss. Es ist nicht immer einfach, macht aber großen Spaß. Unsere Erfolge sprechen für sich und der Zusammenhalt innerhalb des Vereins ist gewaltig“, schließt er seine Begrüßungsansprache ab.

Neuwahl. Für die Neuwahl des Vereinsvorstandes hat man sich zu etwas Neuem entschlossen. Die Jugend soll in Zukunft mehr in den Vorstand und die Vereinsarbeit integriert werden. Kassier Robert Kofler präsentierte zunächst die Zahlen des vergangenen Vereinsjahres. Die Kassaprüfung war in Ordnung und Sepp Paulweber konnte somit Vorstand und Kassier entlasten.
Für die Neuwahl war lediglich ein Wahlvorschlag eingereicht worden. Die Positionen des Obmannes und seines Stellvertreters änderten sich nicht. Neuer Obmann ist Thomas Frick, sein Stellvertreter war und bleibt Anton Koch. Zum neuen Schriftführer wurde mit Lukas Baumann eine jugendliches Vereinsmitglied gewählt. Sportwart ist wieder Raimund „Pauli“ Paulweber. Neu in den Vorstand wurde Sabrina Engeler als Sportwart-Stellvertreter gewählt. Sie gehört wie Lukas Baumann der jungen Truppe an. Die beiden Kassaprüfer bleiben auch nach der Neuwahl Carola Walter und Johannes Baumann.
Vize-Bgm. Klaus Schimana lobte in seinen Grußworten den funktionierenden Verein und die Arbeit des gesamten Vorstandes. Als besonderes Highlight des vergangenen Vereinsjahres hob er den erfolgreichen Weltrekordversuch von Thomas Paulweber und Mario Langmann hervor.
Sepp Paulweber, Vizepräsident des SV Reutte, gratulierte dem Vorstand ebenfalls und betonte, dass der Weltrekordversuch ohne die hervorragende Arbeit und die gute Zusammenarbeit mit dem Hauptverein nur schwer möglich gewesen wäre.

Der Weltrekord. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, sich so etwas anzutun. Man setzt sich das Ziel, probiert aus, ob es machbar wäre. Dann hat man nur noch den Sieg vor Augen“, erklären die beiden Marathon-Spieler Mario Langmann und Thomas Paulweber.
Der alte Weltrekord, den zwei Holländer hielten, lag bei etwas über 24 Stunden. Das war die Zahl, die es zu überbieten galt. Thomas Frick war die „Hebamme“ des Projekts, der Vorstand stand geschlossen hinter dem Projekt. Etwa 6000 Euro Sponsorengelder konnten lukriert werden und über 30 Leute waren am Weltrekordtag im Einsatz und für den reibungslosen Ablauf verantwortlich. „Nach dem Verzehr von kiloweise Müsliriegeln, literweise Elektrolytgetränken, dem Anbringen von meterweise Blasenpflaster und einigen Flaschen Massageöl war es um 16.25 Uhr soweit. Der alte Weltrekord war um eine Stunde überboten.

Mentale Herausforderung. Die beiden Weltrekordathleten, Marion Langmann (28) aus Lechaschau und Thomas Paulweber (30) aus Reutte, hatten sich mit mehreren Langzeitspielen auf den besonderen Tag eingestellt. Pro einer Stunde Spiel planten sie jeweils fünf Minuten Pause ein. Als größte Herausforderung nannten beide das mentale Gleichgewicht, das so manches Mal zu kippen drohte. „Die Leute, die rund um die Uhr in der Halle waren, uns aufgemuntert und angefeuert haben, waren sehr wichtig. Die mentale Herausforderung ist die größere, als die körperliche“, erzählt Thomas Paulweber. Mario Langmann bestätigt: „Den Körper würgt man schon irgendwie durch, aber der Geist zeigt einem schon manchmal die Grenzen auf. Dann heißt es, durchhalten und sich vom Publikum tragen lassen.“ Nach 25 Stunden, 25 Minuten und 44 Sekunden Badminton-Marathon siegte Thomas mit 2641 : 2596 Punkten. Das sind 37,68 Punkte pro Satz, 139 Sätze wurden gespielt.
Auf die Frage, ob sie alles nochmal machen würden, meinten beide Athleten: „Eher nicht. Wenn, dann vielleicht den Doppelrekord in zwei Jahren. Der liegt bei über 40 Stunden. Wir müssten dafür allerdings noch zwei Verrückte finden.“