250 Gläubiger bangen um ihr Geld

Findet sich für das insolvente Fünf-Sterne-Hotel "For Friends" ein Käufer oder muss die Liegenschaft versteigert werden? RS-Foto: Schnöll

Ein Jahr nach der Pleite des Nobelhotels „For Friends“ in Telfs-Mösern ist immer noch kein neuer Eigentümer in Sicht

Im Juni 2015 schlitterte das Fünf-Sterne-Hotel „For Friends“ in Telfs-Mösern in den Konkurs. Rund 15 Millionen Euro hatten sich von der Eröffung im Juli 2014 bis zum bitteren Aus angehäuft. Mehr als 50 ArbeitnehmerInnen waren von der Großpleite betroffen, 250 Gläubiger warten auf ihr Geld. Masseverwalter Stefan Geiler sucht immer noch nach privaten Käufern, wenn sich kein Investor findet, könnte es zu einer Versteigerung kommen.

Eigentümer des Hotels waren zwei Unternehmen mit Sitz in Prag – nämlich die „Levil Holding s.r.o.“ eines gewissen Vitalii Pakhomov und die Tirol „Invest s.r.o.“, die eine „Levil“-Tochter ist. Federführend beim Bau des Hotels war aber auch der Tiroler Tourismusberater Wolfgang Helmuth Eder, der bis vor einigen Monaten die Mehrheit am Hotel hielt, inzwischen aber aus der Gesellschaft ausgeschieden ist. In das Hotelprojekt war auch Skisprunglegende Toni Innauer involviert. Er hatte vor der Eröffnung des Fünf-Sterne-Hotels „For Friends“ das Energie- und Bewegungsprogramm entwickelt. Als das Nobelhotel im Juni 2015 in den Konkurs schlitterte, gaben die Hoteleigentümer laut Kreditschützern an, bei der Errichtung des Hotels mit einer Baukostenüberschreitung in Höhe von sieben Millionen Euro konfrontiert worden zu sein. Dies sei erst bei Fertigstellung im Jahr 2014 erkennbar gewesen. Statt der geplanten 17 Millionen Euro soll der Bau insgesamt 24 Mio. Euro verschlungen haben.

Laut Klaus Schaller vom KSV 1870 Tirol liegt der Schätzwert der Liegenschaft bei etwa 18 Millionen Euro. Sollte sich ein Investor finden, stünden die Chancen für die rund 250 Gläubiger (Banken, öffentliche Hand, Lieferanten, Handwerksbetriebe, ehemalige ArbeitnehmerInnen etc.) gut, endlich zu ihrem Geld zu kommen. „Jeder Gläubiger wird gleich behandelt. Was allerdings für eine Quote herauskommt, wird man erst am Ende des Tages wissen. Es hängt sehr davon ab, ob die Liegenschaft zum Schätzwert verkauft werden kann oder ob sie versteigert werden muss. Wenn Letzteres der Fall ist, wird für die Gläubiger unter Umständen nicht viel herausschauen“, so Schaller beim RUNDSCHAU-Telefonat. Größter Gläubiger ist die Hypo Tirol Bank mit rund zwölf Millionen Euro. Ein Großteil der Verbindlichkeiten dürfte aber auf der Liegenschaft pfandrechtlich sichergestellt sein.