250 neue Oberländer Artikel

Peter Krug (Einkauf, Sortiment), Julia Spöttl und Thomas Walser (v. l.) mit Erdäpfeln, Eiern und Eierlikör aus dem Oberland. RS-Foto: Haueis

Grissemann arbeitet an Marke regionaler Produkte – Erfolge nach einjährigem Leader-Projekt

 

Julia Spöttl zieht bei „Grissemann“ in puncto Kooperation mit Landwirten seit einem Jahr die Fäden – das Ergebnis: 250 neue regionale Produkte von rund 20 Produzenten. Sie werden bereits angeboten und sollen bald unter einer Regionalmarke verkauft werden.

 

Von Daniel Haueis

 

Mag. Thomas Walser, Geschäftsführer von Grissemann in Zams, ist nicht nur Händler, sondern auch Bauer und natürlich auch Konsument. Da ihm die Region am Herzen liegt, hat er vor einem Jahr ein Projekt zur Leader-Förderung eingereicht, das Produkte aus der Region auf die Oberländer Teller bringen soll. Julia Spöttl hat die Rolle der Netzwerkerin übernommen und bereits etliche Erfolge erzielt. Seit Projektstart vor einem Jahr werden Produkte von rund 20 Oberländer Landwirten und Betrieben neu abgenommen und im „Grissemann“ in Zams angeboten: Zwiebel aus Arzl, Almkäse von vier Almen aus dem Bezirk, Spargel aus Faggen und Mils, Gänse aus Kappl, Enten aus Fließ oder Obsteig, Honig aus dem Kaunertal, Rindfleisch und auch Eis aus Nauders, Deko-Artikel aus Mils oder Kartoffel und Eier aus Faggen. In Summe werden vom „Grissemann“ nun 250 neue Artikel angeboten (85 davon sind Eis).

 

PRODUZENTEN GEFUNDEN. „Herausforderung ist, die Produzenten zu finden“, sagt Walser – außer bei Milch und teilweise Rindfleisch ist mitunter Überzeugungsarbeit zu leisten. Es sind manchmal längerfristige Abnahmegarantien nötig, um Landwirten die für die Produktion nötige Investition zu ermöglichen. Und manchmal ist es auch eine Herausforderung – etwa wenn täglich 550 Eier angeliefert werden, aber gerade Nebensaison ist. Thomas Walser aber hat durch die Größe seines Betriebes die Möglichkeiten, derartige Unwägbarkeiten auszugleichen. Regionalität bedeutet auch Saisonalität: Die 150 Gänse sind für Martini bzw. Weihnachten (tiefgefroren eventuell noch etwas länger), aber nicht ganzjährig erhältlich. Für Spargel gilt dies natürlich ebenso. Ziel ist jedenfalls beste Qualität: Aktuell wird von Grissemann-Mitarbeiter Peter Krug etwa an dry aged beef gearbeitet, besonders hochwertigem Rindfleisch, bei dem in der Endmast Getreide zum Einsatz kommt. Thomas Walser denkt bereits weiter: Dieses Getreide könnte später auch in der Region angebaut werden. Walser will nun eine eigene Regionalmarke etablieren (ab Herbst). Mit herkömmlicher Werbung, aber auch Showkochen im „Grissemann“, Verwendung der Erzeugnisse im Grissemann-Restaurant samt Auszeichnung auf der Speisekarte u.ä. werden die Oberländer Produkte ins Scheinwerferlicht gestellt. „Für uns ist wichtig, dass es authentisch ist, dass das Produkt zur Region passt“, sagt Thomas Walser, der Julia Spöttl auch jetzt, wenn die EU-Förderung ausläuft, behalten wird.

Bernhard Pircher, Projektleiter der vom Land beschlossenen „Modellregion zur Stärkung der Zusammenarbeit von Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft“ in Landeck, gratulierte zu dieser Entwicklung, besonders zur Kombination von Produktion und Vermarktung im „optimalen Standort“ Grissemann in Zams. Es lassen sich, so Pircher, sicher Kooperationen finden.