Überholstrecken genügen

Die Bahnstrecke von Ötztal-Bahnhof bis Zams-Kronburg (Foto) ist eingleisig – für Verbesserungen genügt laut Studie der partielle Ausbau. Foto: Haueis

Land und ÖBB favorisieren teilweisen zweigleisigen Ausbau im Oberland

 

Fahrplanverdichtung und eine höhere Fahrplanstabilität sind das Ziel von LH-Stv. Ingrid Felipe für das Oberland. Dafür nötig ist nicht der durchgehende zweigleisige Ausbau – es genügt der Bau von „Überholstrecken“, wie eine Studie von Land und ÖBB ergeben hat.

 

Von Daniel Haueis

 

Gute Neuigkeiten hat LH-Stv.in Ingrid Felipe, nachdem die „Oberland-Bahnstudie“ von Land und ÖBB im Verkehrsausschuss des Landtages präsentiert wurde: Um einen dichteren Fahrplan und schnellere Verbindungen zu gewährleisten, ist Zweigleisigkeit nur streckenweise notwendig. „Das spart Kosten und erhöht die Realisierungschancen“, fasst Grünen-Verkehrssprecher Michael Mingler das Studienergebnis zusammen. Zweigleisigkeit in den Bereichen Ötztal bis Roppen sowie Imst bis Imsterberg bringe erhebliche Verbesserungen sowohl bei der Taktung wie auch der Geschwindigkeit. Es könne damit ein halbstündiger Takt mit Regionalexpresszügen zu den Hauptverkehrszeiten eingeführt werden, auch die Pünktlichkeit wird erhöht. Zudem können die Railjets und anderen Fernverkehrszüge jede Stunde in Ötztal und Imst halten (bisher nur abwechselnd), die Fahrt dauert dann um bis zu 8 Minuten kürzer, freuen sich die Bezirkssprecher der Grünen Landeck und Imst, Wolfgang Egg und Dorothea Schumacher.

 

VERHANDLUNGEN MIT „WIEN“. ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mayer bestätigt den Nutzen dieses teilweisen zweigleisigen Ausbaus in Form von sogenannten Betriebsausweichen oder Überholstrecken. Es seien aber eine vertiefte Planung und eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen, und das Projekt muss dann in den „Rahmenplan“ aufgenommen werden. Ingrid Felipe ist dran: Der Landtag wird sie in einer der kommenden Sitzungen mit Verhandlungen mit dem Bund beauftragen. Das Projekt ist laut Felipe, auch wenn noch keine konkreten Zahlen vorliegen, „viel günstiger, als die Imster Schlucht ‚auszubauen‘.“ Sie hält das Vorhaben für relativ rasch umsetzbar und hofft auf 2025 als Fertigstellungstermin. Übrigens: Ein kompletter zweigleisiger Ausbau zwischen Ötztal-Bahnhof und Zams-Kronburg werde durch den nun vorgeschlagenen teilweisen nicht verhindert, betont Felipe.

 

LH-Stv.in Ingrid Felipe: „Viel günstiger, als die Imster Schlucht ‚auszubauen‘“. RS-Foto: Archiv