Selbst der Kaiser würde über die Rieder staunen

Einfach ein geniales Autoren-Team: John Koolen, Peter Hager, Regina Hager, Christoph Mathoy (hat sich den Bart extra wachsen lassen), Sylvia Mader, Moderator Claus Aniballi, Robert Stefan und Günter Patscheider (v. l.) mit dem Rieder Bildband RS-Foto: Unterpirker

Kulturverein Sigmundsried präsentiert sensationellen Bildband

 

Eine Buchpräsentation, die das Oberland wohl noch nie in einer solchen Form gesehen hat, ging im Schloss Sigmundsried über die Bühne. Dort wurde nämlich der Bildband „Ried zu Kaisers Zeiten“ vorgestellt. 200 (!) Besucher kamen, um sich diesen einmaligen Event nicht entgehen zu lassen. Kurzum: Es war ein denkwürdiger Abend, einer, der den Riedern unvergessen bleiben wird.

 

Von Albert Unterpirker

 

Die Rieder wissen, wie man Feste feiert, soviel kann gelinde gesagt werden. Vor allem der dortige Kulturverein setzt ein Glanzlicht nach dem andern. Nach dem bombastischen Erfolg vom kürzlich stattgefundenen „Graffiti & Unplugged“ legte man nun mit der Präsentation des Bildbandes „Ried zu Kaisers Zeiten“ noch ein Schäuferl nach. Tja, eigentlich ist es ein Dorfbuch, aber eines der etwas anderen Art. Mehr als vier Jahre haben die Arbeiten in Anspruch genommen. Unzählige Informationen und rund 1000 Fotos wurden gesammelt. Die besten 400 Bilder davon finden sich im Buch wieder. 25 Sitzungen brauchte es, bis klar war, wie der Band aufgebaut werden sollte. Heraus kam letztendlich ein sensationelles Werk mit 296 (farbigen Hochglanz-)Seiten und 12 Kapiteln in Fadenheftung, ein wertvolles Werk voller Emotionen, die das Dorf in der damaligen Donaumonarchie zeigt. Es ist schlichtweg ein Kunstwerk für die Ewigkeit. Das Autorenteam rund um Initiator Günter Patscheider und Kunsthistorikerin Sylvia Mader hat grandiose Arbeit geleistet. Dennoch bleibt das Team bescheiden und erzählt auf der Bühne lieber einige humorvolle -Anekdoten von der Buch-Herstellungsphase. Wie etwa solche, als man die Texte zum Lektorat schickte, „wir aber auf den Einband vergessen haben“, schmunzelt Patscheider, „wenn also jemand Fehler entdeckt – bitte melden!“ Überhaupt sei die Zusammenarbeit unter dem Team eine vorbildhafte gewesen. „Wir haben uns nie gestritten, uns nie die Köpfe eingeschlagen, die Harmonie war einfach perfekt“, so Patscheider.

 

STILVOLL. Auch Sylvia Mader lobte das feine und inspirierende Werken untereinander. „Jeder hat bei diesem Werk sehr viel Kompetenz eingebracht, es hat riesige Freude gemacht“, erklärt die Kunsthistorikerin. Kompetenz brauchte es dabei jede Menge, galt es doch äußerst sorgsam mit den gesammelten Informationen umzugehen. Für einzelne Bilder reiste man gar ins Unterland oder nach Innsbruck. Viele Fotos erhielt das Team aber auch von der Bevölkerung. Patscheider zum Publikum gewandt: „Danke an euch alle, ohne euch würde es dieses Buch nicht geben!“ Bleibt noch ein Wort zur Präsentation im gotischen Saal vom Schloss Sigmundsried zu sagen. Die Moderation übernahm Wein-Papst Claus Aniballi aus Prutz, und er glänzte stilvoll in einem Outfit eines Staatsbeamten aus der Kaiserzeit. Aber nicht nur das: Aniballi führte dermaßen originell, locker und spannend durch den Abend, dass dieser Event selbst zu einer Art historischen Ereignisses wurde und einen Platz in den Annalen der Dorfgeschichte sicher hat. Fazit: Eine Buchpräsentation, wie sie das Oberland in dieser Form eher noch nicht erlebt hat, und ein weiterer Beweis für die engagierte und tolle Arbeit des Kulturvereins Sigmundsried. PS: Erhältlich ist der Bildband bei der Buchhandlung Tyrolia in Landeck, im Gemeindeamt Ried, den TVB-Büros in Prutz, Ried und Pfunds sowie in allen Filialen der Bäckerei Köhle in Ried, Prutz und Tösens zum Preis von 39 Euro.

 

Claus Aniballi in Uniform moderierte vor einem bummvollen gotischen Saal, zudem gab es eine Ton-Übertragung in den unteren (ebenfalls komplett vollen) Bar- und Lounge-Bereich. RS-Foto: Unterpirker

 

Bgm. Elmar Handle: „Der heutige Abend ist ein geschichtlicher Höhepunkt!“ RS-Foto: Unterpirker

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