320 Tonnen Sprengstoff

2550 Sprengungen waren für die zweite Röhre des Perjentunnels und die Querschläge nötig. RS-Foto: Archiv

Rund 100 Schadensmeldungen in Zusammenhang mit Bau des Perjentunnels

 

2550 Sprengungen für den Ausbruch der zweiten -Röhre des Perjentunnels haben an gut 100 Gebäuden Spuren hinterlassen. Rund -eineinhalb Jahre nach Abschluss der Sprengarbeiten sind 70 Prozent dieser Fälle abgeschlossen.

 

Von Daniel Haueis

 

Die zweite Röhre des Perjentunnels wurde im Sprengvortrieb errichtet – es waren 2875 Meter Haupttunnel (Tunnelfahrraum inklusive den befahrbaren Querschlägen) und rund 500 Meter begehbare Querschläge herzustellen. Das erforderte rund 2550 Sprengungen, die von Ende Mai 2016 bis Mitte Juni 2017 stattfanden, und zwar an sieben Tagen in der Woche von 6 bis 22 Uhr. Laut Projektleiter DI Richard Loidl von der Asfinag Baumanagement GmbH wurden dafür rund 320000 kg eines Emulsionssprengstoffes zur Zündung gebracht. Nachdem die Überdeckung nicht überall groß ist, wurde mit Schäden an Gebäuden gerechnet: „Es wurde ein finanzieller Anteil für die Abgeltung der Schäden vorgesehen. Aus derzeitiger Sicht liegen diese in diesem Rahmen“, erklärt Loidl. Es wurden etwas mehr als 100 Sprengschäden angemeldet. Diskussionen gab’s anscheinend keine besonderen: „Obwohl die Grenzwerte der kontinuierlich durchgeführten Messungen nicht überschritten wurden, wurden alle dokumentierten Beschädigungen als Schäden infolge mehrfacher Erschütterungen durch Sprengungen anerkannt“, sagt -Loidl. 70 Prozent der angemeldeten Schadensfälle wurden direkt von der Asfinag abgewickelt und sind bereits abgeschlossen. Ursprünglich war vorgesehen, dass den geschädigten Anrainern die Möglichkeit geboten wird, die aufgetretenen Schäden selbst zu beseitigen oder durch eine Firma beseitigen zu lassen. Nachdem mit ca. 70 Anrainern, die ihre Schäden selbst beseitigen wollten, eine direkte Einigung getroffen werden konnte, wurde Asfinag-intern entschieden, dass die Schadensbeseitigung der verbleibenden ca. 35 Betroffenen über die Versicherung der Asfinag abgewickelt werden sollen. Diese rund 30 Prozent der Fälle sind derzeit noch im Laufen. „Bei den direkten Verhandlungen der Asfinag mit den Betroffenen war insgesamt eine sehr positive Stimmung. Die aktuell laufende Abwicklung über die Versicherung ist leider etwas langwierig“, berichtet Loidl. Er rechnet nach den bisherigen Erfahrungen nicht damit, dass es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt: „Mein persönlicher Zugang ist hier immer, dass eine außergerichtliche Einigung getroffen werden sollte, da bei einem Rechtsstreit das Urteil für beide Seiten nicht vorhersehbar ist.“

 

DI Richard Loidl: „Knapp über 100 Anmeldungen von Sprengschäden.“ RS-Foto: Archiv