45 Millionen für alles

Sollte sie realisiert werden, würde eine Gondelbahn mit Einstieg hinter der Johanneskirche nach Hoch-Imst führen.RS-Foto: Matt

Machbarkeitsstudie für Imster Bergbahnen vorgestellt

Wintersport ist oftmals ein Vergnügen, das mit gewissen Kosten einhergeht. Das trifft nicht nur Pistenbenützer, sondern auch Betreiber von Bergbahnen – besonders dann, wenn die Erneuerung von bestehenden Anlagen ansteht oder zusätzliche Angebote geschaffen werden sollen. Beides steht auf dem Wunschzettel der Stadtgemeinde Imst, die eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hatte, deren Ergebnis jüngst im Gemeinderat vorgestellt wurde – mitsamt durchaus beträchtlichen Summen.

Von Manuel Matt

Eigentlich sind es mehrere Projekte, die in Hoch-Imst und auf dem Weg dorthin in Angriff genommen werden wollen: Einerseits die Sanierung der in die Jahre gekommenen Liftanlagen, andererseits eine neue Zubringerbahn über die Rosengartenschlucht mit Einstieg am Platz hinter der Johanneskirche samt dem schon lange in der Planungsschublade schlummernden City-Coaster sowie einem Parkhaus am Jonak-Parkplatz gegenüber der Polizeiinspektion mit verbindendem Fußgängertunnel. „Dass man in einer Ebene zur Einstiegsstelle kommt“, weiß Gebhard „Gebi“ Mantl, Vizebürgermeister mit Sitz im Aufsichtsrat der Imster Bergbahnen.

Wenn, dann in Etappen

Den finanziellen Aufwand für die Erneuerung der beiden Sektionen – von Hoch-Imst bis hinauf zum Joch – beziffert die Studie mit 24,5 Millionen Euro. „Das würden zwei neue Bahnen werden: Eine Zehner-Gondelbahn bis zur Untermarkter Alm und eine weitere Gondel- oder Sechser-Sesselbahn bis zum Joch“, informiert Mantl. Sollte auch die Rosengartl-Bahn – ebenso als Zehner-Gondelbahn geplant – inklusive City-Coaster, Parkhaus und Fußgängertunnel gebaut werden, seien Gesamtkosten in Höhe von rund 45 Millionen Euro zu erwarten. Selbst wenn alle Partner – wie etwa auch der Imst Tourismus – an einem Strang ziehen, werde „alles auf einmal sicher nicht zu stemmen“ sein, dämpft der Vizebürgermeister etwaige Erwartungen.

Im Ganzen betrachten

Beim Zubringerlift liegt der Ball zunächst aber beim Land Tirol. Am Dienstag (nach Redaktionsschluss, Anm.) wurde um Vorprüfung des Projekts angesucht. Sofern das Land keine Einwände erhebt oder K.O.-Kriterien aufzeigt, würden sich anschließend mehrere Varianten eröffnen – beispielsweise, „dass man die oberen Sektionen jetzt erneuert und dann in einer zweiten Baustufe die Verbindung von der Stadt nach Hoch-Imst schafft“, stellt Mantl in den Raum, betont aber: „Es ist die Entscheidung des Gemeinderats, der natürlich auch sagen kann, dass die Verkehrsverbindung vordringlich ist.“ Die bestehenden Anlagen seien jedenfalls „hundertprozentig in Ordnung“ und könnten „noch einige Zeit“ in Betrieb sein, sagt Mantl und beruft sich auf die Prüfung durch einen Experten. Die Gefahr bestehe dennoch, dass bei einem technischen Gebrechen speziell die obere Bahn „lange stehen“ würde: „Das muss man alles abwägen.“ So oder so machte die Sicht als Gesamtkonzept definitiv Sinn, weil: „Wir können nicht oben, von Hoch-Imst hinauf ins Joch anfangen, etwas zu bauen – und uns erst später mit dem Verbindungslift befassen. Dann vertut man sich alles, weil es nicht mehr zusammenpasst“, argumentiert Mantl.

Warten auf’s Land

Die Stimmung im Gemeinderat bei der Vorstellung der Studie sei jedenfalls „ausgezeichnet“ gewesen, sagt der Vizebürgermeister. „Es gab einzelne Stimmen, dass das noch kein Freibrief für eine Realisierung ist – aber das ist ja ganz klar“, schmunzelt Mantl. Eine Abstimmung im Gemeinderat wird übrigens noch warten müssen. Das Land hat zwei Monate Zeit, sich zu den eingereichten Unterlagen zu äußern. „Dann wird man ins Detail gehen und sich im Gemeinderat entsprechend beraten“, schließt Mantl.