800 Jahre Musau – ein Dorf mit viel Geschichte

Die ersten fünf Ehrenringträger der Gemeinde Musau: (v.l.) Gertraud Horndacher (im Dirndl), daneben Franz Wellenzohn, Oskar Zotz, Robert Heiserer und Roman Wachter. Rechts Bürgermeister Sieghard Wachter und sein Stellvertreter Christoph Wachter. Links LH Günther Platter und Bundesrätin Elisabeth Pfurtscheller (3.v.l.). RS-Fotos: Claus

Bürger feiern acht Jahrhunderte ihres Bestehens

Festtagsstimmung in der kleinen Gemeinde Musau: Sogar Landeshauptmann Günther Platter hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Glückwünsche zum 800-jährigen Bestehen der Gemeinde Musau persönlich zu überbringen.

Von Uwe Claus

Die urkundliche Ersterwähnung durch Friedrich II., die Peter Linser (r.) vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt hat, präsentierte Ortschronistin Gertraud Horndacher, zusammen mit Bürgermeister Sieghard Wachter, den anwesenden Festgästen.

Weiter konnte Bürgermeister Sieghard Wachter im bis auf den letzten Platz besetzten „Musigstadl“ die Bürgermeister der Nachbargemeinden Pinswang und Pflach, Karl Wechselberger und Helmut Schönherr sowie Bundesrätin Elisabeth Pfurtscheller zu diesem denkwürdigen Anlass begrüßen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Bürgermusikkapelle Musau, die einige Tage zuvor ihr 90-jähriges Bestehen feiern konnte – unter Kapellmeister Richard Wörle.
Eine besondere Freude war es für Wachter, die ersten fünf Ehrenringträger der Gemeinde, die bei diesem Festakt ausgezeichnet wurden, willkommen zu heißen. „Diese Persönlichkeiten haben für Musau „a bissle mehr“ geleistet und das Gemeindeleben mehr als bereichert”, stellte er fest. LH Günther Platter (Kommentar: „…des geht heut’ abend ja flott dahin”!) war gerne gekommen, da er damit seinem Anliegen, auch kleine Gemeinden zu unterstützen, Ausdruck verleihen wollte. „Trotz des hohen Alters ist Musau frisch, zukunftsorientiert und birgt eine große Menge an Lebensqualität”, betonte er. Die Gemeinde Musau zeige, wie so viele andere kleine Gemeinden auch, dass das Zusammenleben der Generationen funktioniert. Er betonte auch, dass sich eine Gemeinde ohne das von den Bewohnern mit viel Engagement ausgeführte Ehrenamt nicht entwickeln könne. „Es braucht Leute, die für die Gemeinschaft einstehen und das Bewusstsein der Allgemeinheit für das Zusammenleben in der Gemeinde schärfen”, stellte er fest und fügte hinzu: „Wir alle haben das Riesenglück, in diesem Land leben zu können.” Dass dies so bleibe, sei die Aufgabe aller. Hier – wie im Allgemeinen – sei es wichtig, Familien Zukunftsperspektiven zu geben.
„Musau isch a cooles Dorf”, stellten die Schüler der Volksschule fest. Sie schilderten, dass sie sich in vielen Monaten auf diesen Abend vorbereitet hatten und in dieser Zeit auch viel über die Dorfgeschichte erfahren haben. Dies unterstrichen sie auch bei ihrem Auftritt mit Musik, Gesang und Tanz. Ortschronistin Gertraud Horndacher zitierte dann mit Bürgermeister Wachter verschiedene Passagen aus der Festschrift „1218-2018 Muosowe – Musau”, die an diesem Abend druckfrisch auflag und in den nächsten Tagen kostenlos im Gemeindeamt abgeholt werden kann.
Ganz sicher war es nicht leicht, 800 Jahre Gemeindegeschichte auf rund 60 DIN A4 Seiten zu bündeln, was dem Organisationsteam um Ortschronistin Horndacher aber gut gelungen ist. Von der Entstehung des Gemeindewappens über die 1816 erfolgte Eingliederung ins Land Tirol, die erste geschichtliche Erwähnung als „Muosowe”, die lange Geschichte der Herrschaft über Musau, das kirchliche und schulische Leben über Jahrzehnte und nicht zuletzt die wirtschaftliche Situation im heutigen Musau haben darin Platz gefunden. Jedenfalls ist die Chronik ein Zeugnis der bewegten Geschichte eines kleinen Dorfs im Außerfern; sie wird auch späteren Generationen als Nachschlagewerk dienen.
Mit dem gemeinsamen Abendessen zu den Klängen der Musikkapelle Musau endete der abwechslungsreiche Abend. Bürgermeister Wachter bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen hatten, dass die Veranstaltung sicher noch lange im Bewusstsein der Gäste erhalten bleiben wird.

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