90 Prozent Abschusserfüllung – ein erfolgreiches Jahr für die Außerferner Jäger

Aufmerksam wurden die Trophäen von Jägern und Besuchern begutachtet. RS-Fotos: Claus

Große Sorgen bereitet der Jägerschaft der Gamsbestand

Mit festlichen Klängen der Außerferner Jagdhornbläser – unter der Leitung von Max Angerer – wurde am Wochenende die traditionelle Pflichttrophäenschau des Bezirks Reutte eröffnet.

Von Uwe Claus

Unter den Gästen in der Sporthalle Reutte konnte Bezirksjägermeister (BJM) Arnold Klotz unter anderen den amtierenden Landesjägermeister (LJM) Anton Larcher, BR-in Elisabeth Pfurtscheller, BH Konrad Geisler, Reuttes Vizebürgermeister Klaus Schimana, den Präsidenten des Council for Game and Wildlife Conservation (CIC), George Aman sowie die neue Vorsitzende des benachbarten BJV Kreisgruppe Füssen, Isabel Koch, begrüßen.
In kurzen Worten dankte BH-Stv. Konrad Geisler den Jägern für ihr verantwortungsvolles Handeln im abgelaufenen Jahr. Mit über 90 Prozent bei der Abschusserfüllung könne man ohne Umschweife von einer sehr guten Arbeit sprechen. Als neuer Verantwortlicher für die Jagd und Fischerei sei er nur der Jurist, der nicht von vornherein alles weiß bzw. besser weiß. Alle Verantwortlichen sollten in enger Zusammenarbeit praktische Wege zur Umsetzung aller an sie gestellten Aufgaben finden.

Dank und Respekt.

LJM Anton Larcher sprach den Außerferner Jägern für die geleistete Arbeit Dank und Respekt aus. Wieder einmal forderte er, wie seit Jahren, Ruhezonen für das Wild einzurichten, um sie vor den „Nachstellungen” uneinsichtiger Freizeitsportler, die in Scharen in die Wälder eindringen, zu schützen. Weiters warnte er davor, das Thema „Wolf” zu sehr zu überspannen – der Wolf werde schneller kommen, als wir wollen und man muss sich gesellschaftspolitisch mit dem Thema befassen. „Für mich steht außer Frage, dass der Tiroler Jägerverband weiterhin Vorbild für unsere Passion ist und diese, wie von unseren Vätern übernommen, an unsere Nachkommen weiterzugeben ist.“
„Eindeutig ist uns das vergangene Herbstwetter zugute gekommen. Schnee im Spätherbst bis in die Tallagen – ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jagd”, so das Fazit von BJM Arnold Klotz für das Jahr 2017. Wo Sonne ist, ist auch Schatten, denn Sorgen bereite ihm die Gams. Trotz der 92 %ig erfüllten Abschussquote gerät sie immer mehr unter Druck. „Nicht genug, dass sie sich mit den rauen und schneereichen Witterungseinflüssen herumschlagen muss, sondern auch noch mit den Freizeitnutzern. Ausgerüstet mit Tourenski, Schneeschuhen im Winter und mit Trekkingsstöcken, GPS-Geräten, Paragleitern und Drachen im Sommer dringen sie zu Scharen in die Lebensräume der Gams ein und drängen sie in den Hochwald”, beklagte er. Die Politik müsse in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft endlich in der kommenden Jagdgesetz-Novellierung auf diese negative Entwicklung reagieren.

Der Wolf und die Jagd.

Mit kurzen Worten nahm auch er zum Thema „Wolf” Stellung: „Der Wolf ist auf keinen Fall ein „Kuscheltier” und ich habe keine Angst, dass er unsere Wildtiere ausrotten wird. Aber er wird die Jagd nachhaltig beeinflussen und die Bejagung der Schalenwildarten noch schwieriger werden lassen“, so seine Befürchtung. Deshalb sei es unabdingbar, dass von allen Beteiligten Lösungen gefunden werden müssen. Es sei Eile geboten und er wolle es nicht erleben, dass die Jagd wiederum den „Schwarzen Peter” zugeschoben bekommt.”

Jagdstatistik.

Insgesamt wurden im Bezirk Reutte 4393 Stück Schalenwild erlegt, davon wurden 2174 Stück zur Bewertung angeliefert. Bewertet wurden 639 Hirsche (-22), 453 Rehwild (-27), Gamswild 820 (-31) und 19 Stück Steinwild, davon 5 Stück Fallwild. Weiters wurden erlegt: 72 Murmel, 35 Birkhähne, 79 Dachse, 611 Füchse, drei Iltisse, 47 Steinmarder, 53 Feld- und Alpenhasen, ein Schneehuhn, 17 Stockenten und vier Wildschweine.

 

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.