Achtung, Sprache!

500 Pädagogen und zahlreich erschienene „Kämpfer für gepflegte Konversation“ füllten kürzlich den Haiminger Oberlandsaal bei der Veranstaltung „Sprachsensibler Unterricht“. RS-Foto: Bundschuh

Sprachsensibler Unterricht: Impulsveranstaltung in Haiming

„Sätze“ wie „Klo bitte“ oder „Kann ich ein Cola“ dürften den meisten Lehrern des Bezirkes bekannt vorkommen. Mit dem Vortragsabend im Oberlandsaal Haiming wurde ein Impuls in Richtung Gegensteuerung gesetzt.

Von Peter Bundschuh

Bezirksschulinspektor Thomas Eiterer: „Im kommenden Schuljahr wird in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Tirol im Bezirk Imst die Thematik „Sprachsensibler Unterricht“ als Schwerpunkt ins Bewusstsein gerückt. Dieses Konzept beschäftigt sich mit sprachlichen Schwierigkeiten im Unterricht, welche das fachliche Lernen behindern können. Die Vermischung von Bildungs- und Alltagssprache, mangelnder Wortschatz, einsilbige Antworten und unvollständige Sätze sind nur einige der vielen Herausforderungen, welchen wir im Schulalltag begegnen.“

Wortwitz.

Josef Leitner, Bürgermeister von Haiming und selbst ehemaliger Lehrer, begrüßt 500 Pädagogen und zahlreich erschienene „Kämpfer für gepflegte Konversation“ mit einem Wortspiel. „Ich habe den Saal schon voller gesehen, ich habe ihn auch schon leerer gesehen, aber noch nie so voller Lehrer.“ Locker ging es auch mit Sprachinstallateur und Poetry Slam-Pionier Markus Köhle weiter. Für die informative „Hardwear“ der Veranstaltung zeichneten die Referentinnen Sarah Holzer als Pädagogin und Susanne Steinböck-Matt als Sprachtrainerin verantwortlich.

Zur Sache.

Nach der Auftaktveranstaltung wurden alle Schulleiter im Bezirk Imst in den Folgetagen in einem Workshop über die Thematik des Sprachbewussten Unterrichts informiert. Dabei wurden unter anderem auch Weiterbildungsmöglichkeiten für das Kollegium des Bezirkes besprochen und geplant. Aus der Information zu „sprachsensibler Unterricht“: Sprachsensibler Unterricht meint einen bewussten Umgang mit Sprache beim Lehren und Lernen, da jeder Unterricht, jeder Fachunterricht auch immer Sprachunterricht ist. Inhaltliches Lernen und sprachliches Lernen gehen immer Hand in Hand. Sprachbewusst zu unterrichten heißt daher, alle Schüler, ihren Bedürfnissen entsprechend, zu unterstützen. Aus diesem Grund ist diese Schwerpunktsetzung so wichtig. Um Missverständnisse betreffend Dialekt als regionale Sprachausformung zu vermeiden, meinte Thomas Eiterer auf Nachfrage der RUNDSCHAU: „Dialekt ist eine Variante der Mehrsprachigkeit und kann Sprachbegabung fördern. Goethe sprach tiefstes Hessisch, Schiller Schwäbisch. Ihre Werke im besten Deutsch sind Pflichtlektüre in der Schule.“

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.