Ärger wegen „schikanöser“ BH-Anzeigen

Achtung! Wer hinter dieser Fahrverbotstafel unberechtigt den Forstweg befährt oder daneben sein Fahrzeug abstellt, nimmt eine Anzeige in Kauf. RS-Foto: Schnöll

Polizei Seefeld bestraft Falschparker beim Möserer See nach dem Forstgesetz und nicht mit Organmandaten

Viele Menschen suchten in der heißen Sommerzeit in Schwimmbädern und Seen Abkühlung. Auch der Möserer See oberhalb der Marktgemeinde Telfs war ein beliebtes Ziel. Während sich die Badegäste im kühlen Nass abkühlten, kam es allerdings gelegentlich vor, dass es ganz in der Nähe hagelte. Nicht aus einer dunklen Wolke, sondern Anzeigen gegen Falschparker nach dem Forstgesetz. Der Ärger bei einigen Betroffenen ist groß. Nicht wegen der 35-Euro-Strafverfügung, die Tage später per Post von der BH Innsbruck zugestellt wurde, sondern wegen der Vorgangsweise. 

Einer der abgestraften Falschparker ist Dr. Peter Kirchmair aus Zirl. Seit Jahrzehnten fährt er zum Möserersee, um dort Erholung zu suchen. So auch heuer am 30. Juli. Weil der Parkplatz voll war, stellte er seinen Pkw neben dem Zufahrtsweg zum See ab. Dabei handelt es sich um einen  Forstweg, der lediglich von Berechtigten befahren werden darf. Darauf weisen auch zwei Fahrverbotstafeln deutlich hin.  Eine Verbotstafel befindet sich am Parkplatzende, die andere ca. 70 Meter entfernt vor einem Schranken. „Wenn der genehmigte Parkplatz  vor der ersten Fahrverbotstafel ausgelastet ist, stellen Seebesucher ihre  Autos  ein Stück weiter hinter dem Parkplatz zwischen den zwei Fahrverbotstafel  ab, ohne damit die Durchfahrt von berechtigten Fahrzeugen zu behindern. Das tat auch ich am 30. Juli“, schildert der Zirler. Drei Wochen später, am 21. August, trudelte dann bei Kirchmair eine Strafverfügung über 35 Euro von der BH Innsbruck-Land ein. Er habe gegen das Forstgesetz verstoßen, hieß es in dem Schreiben. „Da sind noch mehrere Autobesitzer, die wegen des unerlaubten Parkens angezeigt worden sind. Es geht hier nicht um die 35 Euro, sondern um die Vorgangsweise, wie man bestraft wird. Niemand wusste von der Anzeige, erst durch das Schreiben von der BH hat man davon erfahren. Ich kenne Leute, die im Sommer öfters  zum Möserer See gefahren sind, und später mit mehr als nur einer Anzeige konfrontiert waren. Wäre an der Windschutzscheibe ein Strafzettel oder eine Benachrichtigung hinterlassen worden, hätte man reagieren können“, ärgert sich Kirchmair.

ANZEIGEN NACH DEM FORSTGESETZ.  Von Seiten der Polizei Seefeld, in deren Rayon der Möserer See liegt, heißt es, dass es laufend Beschwerden über falsch geparkte Autos gibt. Organmandate könne man nicht ausstellen, weil das Falschparken neben dem durch die Fahrverbotstafeln  gekennzeichneten Forstweg nach dem Forstgesetz geahndet werden müsse. „Es liegt am Ermessen des Beamten, ob er an der Windschutzscheibe eine Benachrichtigung über die erstattete Anzeige hinterlässt, oder nicht“, erklärt ein Polizist gegenüber der RUNDSCHAU und er weist darauf hin, dass zwischen Mösern und Seefeld bei der Seewaldalm genügend öffentliche Parkplätze vorhanden sind. „Für ältere Menschen, die nur kurz zum See wollen, ist der Weg von der Seewaldalm zum Möserer See und zurück zu lange und zu beschwerlich“, kontert Kirchmair und er betont, dass man für das Parken in der Nähe des Sees gerne bezahlen würde. Der Telfer Bürgermeister sagt, dass es das Parkplatzproblem beim Möserer See schon länger gibt und man von Seiten der Marktgemeinde eine Lösung anstrebe. Inwieweit es möglich ist, das Fahrverbot bis zum Schranken aufzuheben, soll nun ebenfalls geprüft werden. Dr. Peter Kirchmair will nun eine Initiative gegen „das schikanöse Abstrafen“ starten und er ersucht deshalb Autobesitzer, die mit einer oder mehreren Anzeigen konfrontiert sind, mit ihm Kontakt aufzunehmen: peterkirchmair@gmx.at