Afrafest im Hause Stecher

Bereits zum 16. Mal lud die „Dynastie“ Stecher zum Afrafest in ihr Haus nach Wildermieming. Diesmal stellte sich der Tiroler Künstler Reiner Schiestl in den Dienst der guten Sache mit seiner Lithographie des „Hl. Strohsacks“, die in einer Auflage von 140 Stück in der Steindruckerei Stecker gedruckt wird. Im Bild: Günther mit Annaliese Stecher vor Schiestls Lithographie des „Hl. Strohsacks“ als wärmenden Nothelfer gegen die Kälte in der Welt. RS-Foto: Bundschuh

„Hl. Strohsack“ als wärmender Nothelfer

Beim nunmehr 16. Afra-Benefizfest präsentierte die Wildermieminger Steindruckerfamilie Stecher & Stecher die Lithographie von Reiner Schiestl. Mit dem Erlös aus dem Künstler-Handdruck werden je zur Hälfte das Frauenhaus und der Verein „Frauen helfen Frauen“ unterstützt.

Von Friederike Bundschuh

Initiiert wurde dieses Benefizfest im Jahr 2004 nach dem Motto „Wir ,drucken‘ uns nicht davor zu helfen“. Damals konnte der Tiroler Frauenmaler August Stimpfl gewonnen werden. Ursprünglich als einmalige Unterstützungsaktion geplant, bot im Jahr darauf Paul Flora seine Hilfe an und sorgte damit für die erfolgreiche Fortführung dieser Veranstaltung. In den folgenden Jahren wurden Lithografien von Herbert Danler, Chryseldis Hofer-Mitterer, Franz Pöhacker, Patricia Karg, Walter Nagl, Robert Scherer, Anton Christian, Jos Pirkner, Elmar Kopp, Nino Malfatti, Franz Mölk und Leander Kaiser gedruckt und verkauft. Insgesamt konnten bereits 481.200 Euro an die beiden Frauen-Initiativen in Tirol übergeben werden.

„Dynastie“

Stecher lädt zum Fest. Nicht nur Steindruck auf höchstem Niveau, sondern auch ganz besondere Feste unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Günther Platter faszinieren im Hause Stecher in Wildermieming. Die Sonne strahlte, Abt German Erd zelebrierte die Messe in der Afra-Kapelle, Herwig van Staa stellte den Künstler Reiner Schiestl vor und die Musikkapelle Mieming umrahmte das fröhliche Benefizfest von Annaliese, Günther, Walter und Clemens Stecher. Steindruck als „Königin aller grafischen Drucktechniken“ erfordert viel Geschick und bedeutet auch „Schwerarbeit“. Die 14 Farben der Schiestl-Lithographie bedeuten auch 14 Farbplatten, wobei ein Stück der Solnhofener Steine bis zu 120 Kilogramm auf die Waage bringt – und nicht zu vergessen das schweißtreibende „Walzen“ mit dem „Meganudelwalker“. Dabei garantiert das kunsthandwerklich aufwendige und chemisch komplizierte Verfahren nicht das Gelingen eines jeden einzelnen Blattes. Nur absolut einwandfreie Exemplare verlassen die Kunstdruckerei Stecher. Und nur die enge Zusammenarbeit zwischen Künstler und Steindrucker bürgt für eine geglückte Litho-Serie, die heuer in einer Auflage von 140 Stück gedruckt wird.

Der Schutztätigkeit der heiligen Afra folgend kommt der Erlös der jährlichen Benefizveranstaltung im Hause Stecher je zur Hälfte dem Frauenhaus und der Initiative „Frauen helfen Frauen“ zugute. Im Bild: Margret Aull, Apollonia Ritzer, Anneliese Junker (Initiative „Frauen helfen Frauen“) und Gabi Plattner vom Tiroler Frauenhaus RS-Foto: Bundschuh
„Hl. Strohsack“ hilft der Heiligen Afra

Afra, eine zypriotische Königstochter, betrieb mit drei anderen Frauen ein Dirnenhaus in Augsburg. Genau dort suchte Bischof Narcissus auf der Flucht vor der diokletianischen Christenverfolgung Schutz. Die tiefe Gläubigkeit des Bischofs beeindruckte Afra so sehr, dass sie sich bekehren und taufen ließ und sich fortan für benachteiligte Frauen einsetzte. 304 nach Christus wurde sie auf Befehl von Diokletian verbrannt. Ihre Heiligsprechung erfolgte 1064. Heuer wird sie tatkräftig vom „Hl. Strohsack“ als Nothelfer in „Afrahausen – Affenhausen“ unterstützt. Reiner Schiestl entwickelte die überlieferten Heiligengeschichten anlässlich des verzweifelten Ausrufes „Ach du heiliger Strohsack“ humorig weiter. So gab es einmal einen so strengen Winter, dass Hasen mitten im Sprung erfroren seien. Erzengel Gabriel habe deshalb einen himmlischen Strohsack ergriffen und ihn auf die Erde gesandt, wo er sich, wie dereinst die biblischen Brote und Fische, wundersam vermehrte und für seine Verdienste um das Katastrophenmanagement in Rom heiliggesprochen wurde.

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