Alkotest für Hundehalter

Liebe Freunde der nüchternen Betrachtung politischer Schnapsideen!

Unlängst forderte unsere Sozialministerin mehr Härte bei der Haltung von Hunden. Der Anlass war ein unsäglich trauriger. In Wien musste ein Kind nach einer Bissattacke eines Rottweilers sterben. Ausgerechnet diesen tragischen Fall nützte die blaue Frontfrau für einen populistischen Rülpser. Da die Halterin des Vierbeiners beim tödlichen Unfall betrunken war und ihr Tier nicht mehr unter Kontrolle hatte, verlangt unsere Ministerin jetzt ein schärferes Gesetz. Ganz konkret will sie Alkoholtests für Hundehalter einführen. So bedient man den Stammtisch! Mehr Maulkörbe, Führerscheine für alle Halter von Vierbeinern. Und eine drastische Erhöhung der Hundesteuer. So will es der Mann am Biertisch. Und nach dem vierten Viertel oder der fünften Halben hat ja jeder Schrei nach Anlassgesetzgebung seine Zustimmung. Da sind dann selbst die Besoffenen für strenges Alkoholverbot. In diesen Momenten ist das Volk wild entschlossen. Bis hin zur Forderung nach der Todesstrafe. So manche wüssten da schon ganz genau, wer für welches Delikt schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden sollte. Apropos Verkehr: Wenn jetzt ein 70-Jähriger bei Tempo 140 einen folgenschweren Unfall verursacht, was geschieht dann? Fordert unser Verkehrsminister dann Gesundheitschecks für alle Menschen ab 70 zwei Mal pro Jahr? Wohl eher nicht. Weil es am Stimmenmarkt halt doch mehr Senioren als angetrunkene Hundebesitzer gibt. Übrigens: Auch das ständige Spiel mit der Angst hat wohl dazu geführt, dass sich immer mehr Leute gefährliche Hunde anschaffen. Alle diese furchterregenden Köter gehören selbstverständlich an die Leine. Und allen politischen Hetzern ein Maulkorb umgeschnallt. Zu guter Letzt: Am 10. Oktober ist Welthundetag. Da feiern wir Such-, Rettungs- und Begleithunde. Bei all diesem Schmusen und Streicheln hoffe ich, dass bellende Politikerinnen nicht beißen!

Meinhard Eiter

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