„Alle sind grundsätzlich positiv eingestellt“

BH Markus Maaß: "Man ist sehr bemüht

Bezirk: Die Gemeinden auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften

Derzeit leben an die 240 Flüchtlinge in rund zehn Gemeinden im Bezirk Landeck. Aber auch die übrigen Kommunen sind auf der Suche nach geeigneten Flächen oder Unterbringungsmöglichkeiten.

Derzeit leben im Bezirk Landeck 238 Flüchtlinge in zwölf AsylwerberInnenunterkünften. In rund einem Drittel der 30 Gemeinden gibt es solche, in einem weiteren Drittel könnte es bald welche geben – dort werden „konkrete Umsetzungsschritte“ getan, wie BH Markus Maaß weiß: „Überall ist man dabei, konkrete Standorte ausfindig zu machen“, berichtet Maaß, der mit allen Planungsverbänden Gespräche geführt und überall ein positive Einstellung erlebt hat: „Alle sind grundsätzlich positiv eingestellt.“ Es haben sich auch Tourismusgemeinden gemeldet, berichtet er, die Grundstücke für Gebäude in Holzmodellbauweise oder z. B. übergangsweise Personalwohnungen zur Verfügung stellen könnten: „Man ist sehr bemüht, im gesamten Bezirk, überall“, so Maaß. Dr. Georg Mackner, verantwortlich für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Tiroler Soziale Dienste GmbH, bestätigt die Verhandlungen mit einigen Gemeinden, auch mit den Barmherzigen Schwestern in Zams. Nachdem aber mögliche Projekte auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden müssen, werden keine konkreten Angebote bekanntgegeben.

1,5 PROZENT ALS RICHTWERT. „Ma weard luaga“, erklärt Bgm. Helmut Ladner aus Kappl, wenn“s um Unterkünfte für Flüchtlinge geht. Die Paznauner Gemeinde mit vielen kleinen Weilern habe halt nur bedingt Flächen in der Ebene. Zudem sei bei Flüchtlingsunterkünften die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz wichtig, auch die Nähe zu einem Lebensmittelgeschäft u. ä. „Die Gemeinde hat keine Häuser, Private wohl auch nicht“, muss Ladner für Kappl feststellen, dessen Gemeinde nach dem angedachten Schlüssel von 1,5 Prozent der Einwohner um die 40 Asylwerber aufnehmen sollte. Dieser Richtwert, so BH Maaß, ist aber nicht auf Gemeinde-, sondern auf Bezirks- oder gar Regionsebene (Bezirke Landeck, Imst und Reutte) – das würde bedeuten, dass im Bezirk rund 660 Asylwerber eine Unterkunft finden sollten. Ein „“Drüberfahren‘ über die Gemeinden und die GemeindebürgerInnen wird es nicht geben“, kündigt Georg Mackner an – die Tiroler Soziale Dienste GmbH sei in enger Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft auf der Suche nach Quartieren, man gehe gemeinsam mit dem Land Tirol den Weg des Konsenses.

RESCHEN WOHL NICHT SONDERLICH ATTRAKTIV. Die Tiroler Soziale Dienste GmbH rechnet bis Ende des Jahres mit der Aufnahme von insgesamt 10000 AsylwerberInnen in Tirol: „Genaue Prognosen wären unseriös, weil auch die Auswirkungen der Schließung der Balkanroute noch nicht abschätzbar sind und damit verbunden auch nicht gesagt werden kann, wie sich dies auf die Grenzübergänge am Brenner und am Reschenpass auswirken wird“, erklärt Georg Mackner. Markus Maaß rechnet nicht mit vielen Flüchtlingen, die zu Fuß den Reschen überqueren wollen, sondern eher mit Schleppern, die Flüchtlinge transportieren. Man stimme sich mit den Carabinieri im Vinschgau ab. Ein Grenzkontrollmanagement am Reschen werde vorbereitet, wenn am Brenner die Zahl der Flüchtlinge zunehme. Dann könnten auch am Reschen Fahrzeuge (Klein-Lkws u. ä.) kontrolliert werden.