Alle ziehen an einem Strick

Bgm. Mathias Schranz RS-Foto: Pircher

Kauns geht gemeinsam in die Zukunft

 

Eine sehr gute Finanzlage, zahlreiche Vereine und ein starker Zusammenhalt zeichnen die Gemeinde Kauns aus. Aber auch gravierende Schwächen zeigte die kürzlich erhobene Bürgerbefragung.

 

Von Alois Pircher

 

Nicht überraschend, doch früher als erwartet und abgesprochen, wurde Matthias Schranz nach dem überraschenden Rücktritt seines Amtsvorgängers DI Bernhard Huter zum Bürgermeister von Kauns gewählt. Als erste Tat setzte er ein Bürgerbeteiligungsprojekt in die Tat um.

 

BÜRGERBETEILIGUNG UND BÜRGERBEFRAGUNG. Zwei Programme, angeboten von Bund und Land, wurden in Anspruch genommen, um einerseits den Ist-Zustand der Gemeinde zu erheben und anderseits gemeinsame Ziele zu definieren. Alle Bevölkerungsgruppen, vom Kindergartenkind bis zum Senior, wurden miteinbezogen, alle sollten mitarbeiten und mitentscheiden können. Vorweg, der Wille zur Mitarbeit war überraschend groß, auch die Kindergarten- und Volksschulkinder wurden miteinbezogen. Während eines halben Jahrs wurden Ziele ins Auge gefasst, um den nicht immer optimalen Ist-Zustand zu verbessern.

 

SEHR GUTE FINANZLAGE. Obwohl selbst nur über wenig Eigensteuern verfügend, verzeichnet die Gemeinde Kauns einen Verschuldungsgrad von weniger als 10%, vermerkt der Bürgermeister stolz. Eine sparsame Gemeindeverwaltung und nur jene Investitionen tätigen, welche man auch finanzieren kann, sind die oberste Maxime der Gemeindeverantwortlichen. Natürlich zeigten sich bei der Befragung wenig überraschend einige gravierende Schwächen. Kein Nahversorger, wenig Gewerbe und Handwerk, schlechte Anbindung an die Öffis und vor allem wenig Baufläche und auch wenig mietbarer Wohnraum. Aber es gibt auch Lichtblicke: Eine kleine Entlastung am Wohnungssektor wird nächstes Jahr mit der Fertigstellung einer im Rahmen des sozialen Wohnbaus von der Neuen Heimat Tirol errichteten Wohnananlage mit 17 Wohnungen eintreten. Zudem gibt es intensive Verhandlungen mit dem VVT (Verkehrsverbund Tirol) und dem TVB Tiroler Oberland, um Kauns intensiver an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Durch bestes Internet versucht man für Kleinbetriebe und EPU interessant zu sein. Ein Vorteil der Gemeinde ist ja die hervorragende Lage, wenig den Naturgefahren ausgesetzt.

 

VEREINE UND ZUSAMMENHALT – STÄRKEN VON KAUNS. Zahlreiche Vereine gibt es in Kauns. Die Musikkapelle wird hervorragend von Anna Haslwanter geführt, die Sänger der Klangwelle können die größten Veranstaltungsräume im Bezirk füllen und die Schauspiele Kauns werden ob ihrer hervorragenden Leistungen im ganzen Land geschätzt. Zusätzlich gibt es noch die Schützen, die Feuerwehr, einen Sportverein mit verschiedenen Sektionen. Die Vereine sind der Kitt in der Bevölkerung, so der Bürgermeister, der aktiv in einigen Vereinen tätig ist. Durch diesen Zusammenhalt wird es möglich sein weitere Verbesserungen für die Kauner zu erreichen, ist Schranz fest überzeugt. So sollen die Haltestellensituation im Ort wie auch die Gehsteige im Sinne der Sicherheit der Bürger (vor allem der Schulkinder) sukzessive verbessert werden. Oberstes strategisches Ziel muss es sein die Jungen im Dorf zu halten, damit auch Kindergarten und Schule im gleichen Umfang erhalten werden können. In unmittelbarer Zukunft versucht man sogar eine Ganztagesbetreuung an der Volksschule zu implementieren. Gleichzeitig sollen auch die Älteren durch das Angebot von betreubarem Wohnraum möglichst lange im Heimatort bleiben können.

 

GROSSES VORHABEN. Die Renovierung der Volksschule und der Bau eines zeitgemäßen Probelokals für die Musikkapelle stellen die nächste große finanzielle Herausforderung für die Gemeinde dar. Man ist schon in Verhandlung mit der BH Landeck und mit dem Land, um möglichst viele Fördertöpfe anzapfen zu können. Die Schule muss dringend renoviert (undichtes Dach) und behindertengerecht adaptiert werden und auch die Musikanten verdienen sich ein modernes, akus-tisch ansprechendes Probelokal, so der Bürgermeister. Die Bürgerbeteiligung und Befragung hat einen positiven Entwicklungsschub in der Gemeinde bewirkt. Man konnte in der Kinder- und Familienarbeit schon durchaus Positives umsetzen, vom Familienministerium wurde man daher auch ausgezeichnet, so der Bürgermeister. Zudem verzeichne man die letzten Jahre wieder einen leichten Bevölkerungszuwachs und gemeinsam – Bevölkerung und Gemeindeverantwortliche – werden hoffentlich die richtigen Schritte in eine für alle Kauner gute Zukunft setzen, so Schranz abschließend.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.