„Allein, dass Gelder fließen werden, steht fest“

REGIO-GF Markus Mauracher sucht derzeit einen Projekt-Koordinator für die „Pitztal-Strategie“, der ein Regionalentwicklungskonzept auf die Beine stellen hilft. Bis Jänner soll ein Name fix sein. RS-Foto: Parth

Regionalmanager Markus Mauracher bremst überzogene Vorstellungen vom „Geldregen“ für das Pitztal

Nur eines ist bis dato fix, nämlich der Beschluss der Landesregierung, dass Gelder zur Regionalentwicklung für das Pitztal fließen sollen. „Es könnten etwa sieben bis zehn Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren sein“, präzisiert Regio-Geschäftsführer Markus Mauracher: „Das hängt u.a. von der Einwohnerzahl ab, aber wichtiger als eine Zahl ist ohnehin, wie die Mittel verwendet werden sollen. Dazu liegt ein grober Fahrplan vor.“

Den „groben Fahrplan“ skizzierte jüngst Pitztal-TVB-Obmann Rainer Schultes bei der Vollversammlung „seiner“ Touristiker. Zweifelsohne setzt das Pitztal momentan auf zwei Zugpferde, nämlich die angestrebte „Gletscherehe“ Ötztal-Pitztal sowie die in Aussicht gestellte Landesförderung. Die finanziellen Mittel für letzteres werden beim Regio-Verein (Regionalmanagement Imst) mit Sitz in Roppen angesiedelt. „Das Land Tirol hat bereits Erfahrungen mit derartigen Regionalentwicklungsprogrammen gesammelt. In den ersten Schritten geht es darum, Personalressourcen zu schaffen, ein Strategiepapier zu entwickeln und ein Entscheidungsgremium zu installieren.“ Laut Mauracher müsse ein ganzheitliches, talweites Konzept her, das Bevölkerung, Tourismus, Landwirtschaft, Wirtschaft und Kultur berücksichtigen müsse.

Projektkoordinator gesucht.

„Erst montags waren alle Bürgermeister, Bezirkshauptmann, TVB-Obmann und unsere Regio-Obfrau zu einer ersten Unterredung im Regio-Büro“, berichtet Mauracher. Der „Fahrplan“ sieht eine Startveranstaltung bereits im Jänner/Feber 2017 vor. „Wir holen momentan die Angebote zur Umsetzung des Programms ein. Bis Mitte Jänner etwa soll der/die ProjektkoordinatorIn feststehen“, bestätigt Mauracher, der betont, dass man im Pitztal „keinen Kaltstart“ in den Asphalt brennen müsse: „Wir können auf geleistete Arbeit aufbauen, schließlich wurde bereits die regionale Kulturagenda erstellt. Auch auf die Stärken-Schwächen-Analyse kann aufgebaut werden.“ Das Regionalmanagement wird den gesamten Prozess begleiten und beratend und mit Hilfestellungen zur Seite stehen. Der Koordinator ist als Coach zu sehen, der den Prozess begleiten wird.

Breiter Beteiligungsprozess.

„Es wird einen breiten Beteiligungsprozess geben, der dazu einlädt, die nachhaltigen Schwerpunkte für das Pitztal herauszumeißeln. Eine Endpräsentation dazu wird es im Juli 2017 geben“, blickt Mauracher optimistisch in die Zukunft. Realistischer Weise müsste mit möglichen Verzögerungen gerechnet werden, da z.B. noch kein Landtags-Wahltermin fixiert wurde.

Nachhaltiges Leitbild.

„Noch einmal: Es handelt sich um einen Auftrag an die Region Pitztal. Es geht um ein Leitbild für das Tal und die Tal-Interessen und somit um Nachhaltigkeit. Die Gelder des Landes sollen so verwendet werden, dass sie weitere Wertschöpfung und bestenfalls Wertschöpfungskreisläufe auslösen“, gibt Mauracher eine klare Richtung vor.

Kein Freifahrtschein.

Es könne somit nicht sein, dass einige Orte profitieren und anderen nur der Verkehr bleibe. Auch die Aussage, dass im Pitztal der Tourismus 30 Jahre später begonnen habe, sieht Mauracher nicht als „Freifahrtschein für touristische Expansion“.

„Was manche als Schwäche sehen, kann durchaus eine Stärke sein. Die Qualität muss an oberster Stelle stehen, da kann ein Leitbild neue Ansätze liefern. Wann, wenn nicht jetzt?“, fragt Markus Mauracher und setzt nach: „Die einmalige Chance muss das Pitztal einfach nutzen!“ Und frei nach dem Oberländer Motto „nicht geschimpft ist gelobt genug“ erkennt Mauracher einen breiten Vertrauensbeweis gegenüber dem Pitztal, denn „im Bezirk und darüber hinaus sind wir weit weg von irgendwelchen Neidgedanken. Es ist bemerkenswert, dass die Freude für das Pitztal über Orts- und Parteigrenzen hinausgeht.“