Als Damen-Klassiker etablieren

Nach sechsjähriger Abstinenz werden in St. Anton im Jänner 2019 wieder Damen-Weltcuprennen ausgetragen (Blick zum Galzig, aufgenommen nahe der Ulmer Hütte). RS-Foto: Zangerl

St. Anton fix in Weltcup-Kalender aufgenommen

 

St. Anton ist die Wiege des alpinen Skilaufs: 1901 wurde der Skiclub Arlberg gegründet, 1904 das erste Skirennen ausgetragen, 1921 die erste Skischule gegründet, 1928 fand die Premiere des Arlberg-Kandahar-Rennens statt. Und nun wurde der Fixtermin im Weltcup-Kalender erkämpft: Ab 2019 werden am Arlberg im Zwei-Jahres-Rhythmus Damen-Weltcuprennen ausgetragen. St. Anton will sich als „Damen-Klassiker“ etablieren.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Das Ziel, einen Fixtermin im Weltcup-Kalender zu erhalten, verfolgt man am Arlberg schon lange. Zu große zeitliche Abstände zwischen den Rennen sind nicht hilfreich. „Mit dem Drei-Jahres-Rhythmus waren wir unzufrieden, man fängt sozusagen immer wieder aufs Neue von vorne an mit der Organisation“, erklärt Generalsekretär Peter Mall, „da die Rennen 2016 abgesagt wurden, wurde vor sechs Jahren das letzte Weltcup-rennen in St. Anton ausgetragen – wir haben dem ÖSV klar signalisiert, dass es schwierig ist, lediglich alle drei Jahre Rennen auszutragen.“ Schützenhilfe haben die St. Antoner dabei von der FIS bekommen – Peter Mall: „Auch die FIS hat festgestellt, dass Veranstaltungsorte, die nur alle drei Jahre Weltcuprennen austragen, nicht die Qualität liefern können, die sich die FIS erwartet bzw. vorstellt.“ Gemeinsam wurde nach Lösungen gesucht, es gab auch Gespräche mit dem ÖSV-Präsidenten: „Anfang September haben wir dann schließlich bestätigt bekommen, dass in St. Anton im Zwei-Jahres-Rhythmus wieder Damen-Weltcuprennen ausgetragen werden. Im Kalender von 2021 sind wir schon berücksichtigt.“

 

WIR LEBEN DAS, WIR LEBEN ES GERN.“ „Nun können wir durchstarten“, freut sich Mall und blickt zurück: „Über die Jahre hinweg sind wir aus dem Weltcup-Kalender verschwunden, wir schauen nun, dass wir das Arlberg-Kandahar-Rennen wiederbeleben.“ Mit dem Zwei-Jahres-Rhythmus habe man das Ziel erreicht: „Wir leben das, wir leben es gern“, freut sich Peter Mall. Gleich sieht’s sein Bruder, Bgm. Helmut Mall: „Es ist sehr erfreulich, dass im kommenden Jänner wieder ein Damen-Kandahar-Rennen bei uns stattfindet. St. Anton am Arlberg ist durch den Sport und durch sportliche Großveranstaltungen groß geworden. Wenn jetzt im Zwei-Jahres-Rhythmus diese Rennen bei uns stattfinden, ist dies der richtige Weg für unsere sportliche Zukunft und wir sind wieder ein wichtiger Teil der weltumspannenden Weltcupfamilie“, erklärt der Dorfchef. Fest steht, dass die alle zwei Jahre ausgetragenen Rennen Damen-Weltcups sind. „Interessanterweise wird oft gefragt, ob es ‚nur‘ Damen-Rennen sind – in Anbetracht der Werbezahlen stehen die Damen den Herren definitiv in nichts nach“, sagt Peter Mall über die werbewirksamen und „sehr attraktiven Ski-Damen“, die sich eine große Fan-Base auf Social-Media-Kanälen aufgebaut haben. Lindsey Vonn verzeichnet beispielsweise 1,6 Millionen Follower auf Instagram, Marcel Hirscher mit Stand 13. September „nur“ rund 472081.

 

ETABLIEREN ALS DAMEN-KLASSIKER“. Nun wird aus Institutionen wie Arlberger Bergbahnen, TVB, Gemeinde, Skiclub Arlberg ein Komitee, aus ca. zehn Personen bestehend, gegründet – es soll ein Klassiker geschaffen werden: „Beim Damen-Weltcup wurde händeringend nach einem Klassiker gesucht – unser Ziel ist es, uns als Damen-Klassiker zu etablieren.“ Im Vordergrund sollte in St. Anton natürlich der Sport stehen. Laut Peter Mall befindet sich St. Anton im letzten Drittel der Vorbereitungen, „es geht intensiv zur Sache“. Beim FIS-Kongress Ende September werden Details wie genaue Abläufe fixiert. Während der Rennwoche werden laut Mall zwischen 200 und 250 Helfer benötigt und teils noch gesucht: „Allein 60 ‚Rutscher‘ werden eingesetzt – wir werden in den kommenden Wochen die Vereine des Bezirks anschreiben. Interessierte werden gebeten, sich beim Büro des Skiclub Arlberg zu melden“, erklärt Peter Mall. Details zum Rahmenprogramm werden Mitte Oktober bekannt gegeben.

 

Bgm. Helmut Mall: „St. Anton am Arl-berg ist durch den Sport und durch sportliche Großveranstaltungen groß geworden.“ RS-Foto: Zangerl
Generalsekretär Peter Mall: „Interessanterweise wird oft gefragt, ob es ‚nur‘ Damen-Rennen sind – in Anbetracht der Werbezahlen stehen die Damen den Herren definitiv in nichts nach.“ RS-Foto: Zangerl

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