Als Ersatzmann direkt in den Weltcup

Beim Weltcup in Südkorea konnten die Bob- und Skeletonsportler aus Österreich schon einmal in den Olympiaringen probesitzen. Im blauen Ring Benjamin Maier, im schwarzen Ring Kilian Walch, im roten Ring der Physiotherapeut Ben Schilz, Markus Sammer im grünen Ring und stehend Davut Ion Moldovan bilden das Bob-Team (v.l.). Im gelben Ring sitzen die Skeletonsportler Florian (hinten) und Alexander Auer. Foto: Walch

Bobsportler Kilian Walch blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück

Der 20-jährige Kilian Walch aus Reutte treibt seit seiner Kindheit aktiv Sport. Bevor er nach seinem abgeleisteten Zivildienst für den Bobsport entdeckt wurde, probierte Kilian verschiedene Sportarten aus. Nach bestandener Matura hatte er den Plan, in der U-20-Handball-Bundesliga Fuß zu fassen. Der Handballtrainer erkannte dann Kilians Eignung für den Bobsport. 

„Mit meinem Opa, Gebhard Walch, der lange Zeit aktives Mitglied im Zweigverein Turnen des SVR war, habe ich schon immer im Garten geturnt. Ich war dann beim Turnverein Reutte. Während meiner Schulzeit im Gymnasium spielte ich Volleyball (Verein SC Ehenbichl) und Handball in der Schulauswahl“, erzählt Kilian bei einem Gespräch im RUNDSCHAU-Büro in Reutte.
Als erfolgreiches Mitglied im Zweigverein Leichtathletik konnte der sportliche Reuttener 2016 im Hochsprung und im Kugelstoßen  sieben Tiroler Meistertitel erringen.„Um im Bobsport als Anschieber erfolgreich zu sein, bilden Schnelligkeit und Kraft die Grundlage. Auch mein Gewicht von über 100kg und meine Körpergröße sind von Vorteil”, erkärt Kilian Walch.

Team Maier. Auf Empfehlung seines Handballtrainers absolvierte Kilian nach dem Sommertraining einen Leistungstest für Bobsportler. Dann ging alles sehr schnell. Kilian Walch stieg als Ersatz-Anschieber für das Team Maier ein und konnte in der ganzen Weltcupsaison Erfahrungen sammeln. Mit dem Team Maier bestritt er Rennen in Kanada, den USA, Altenberg, Winterberg, Sankt Moritz, Königssee, auf der Heimbahn in Igls und – als Saisonhöhepunkt – die WM in Königsse, bei der er im Team Treichl seinen ersten Einsatz bei einem Großereignis hatte. Als Abschluss der Saison und Proberennen auf der Olympia-Bobbahn ging es im Anschluss zum Weltcup nach Südkorea.
„Ich war eigentlich als Ersatzmann mit nach Südkorea gefahren. Im „Ausschieben“, das ist eine Art interner Qualifikation, war ich aber um vier Hundertstel schneller als mein Konkurrent und wurde ins Einser-Team (Team Maier) aufgenommen“, freut sich Kilian .

Olympiabahn. Die Olympiabahn in Südkorea wurde für die Spiele 2018 neu errichtet. Bis zum Weltcup-rennen gab es keine Erfahrungswerte für diese Bahn. „Es war nicht klar, welche die beste Linie auf dieser Bahn ist. Unsere Fahrt war optisch einwandfrei. Wo wir die Zeit verloren haben, müssen wir erst analysieren. Jetzt haben wir ja Videomaterial zur Verfügung“, berichtet der Anschieber des Teams Maier. Im 2. Lauf konnte er mit seinem Team die siebtbeste Startzeit in die Bahn setzen und lag damit nur fünf Hundertstel hinter den Besten. „Schlussendlich belegten wir den 16. Rang“, so das Fazit des Außerferners. Im Gesamtweltcup 2016 konnte sich das Team auf Rang acht einreihen, bei der Europameisterschaft konnte mit dem dritten sogar ein Podestplatz erreicht werden.

Kurze Pause. Nach einer kurzen Erholphase geht das Training für die Olympiasaison schon bald weiter. „Olympia ist mein großes Ziel. Ich habe dafür mein Studium ruhend gestellt, um mich voll auf meinen Sport konzentrieren zu können. Im Moment verdiene ich noch nichts mit dem Bobsport, ich bin aber auf der Suche nach Sponsoren im Bezirk. Weil es mir Spaß macht, werde ich den Sommer über auch wieder Leichtathletik trainieren. Ich bin gerne beim Verein und möchte auch wieder ein paar Titel holen“, verrät Kilian Walch über seine Zukunftspläne.

Aufgebrannte Schultern und Kopfweh. Auf die Frage, ob denn der Bobsport gefährlich sei, antwortet er mit einem verschmitzten Lächeln: „Nein, eigentlich gar nicht. Es kann nicht viel passieren. Vielleicht ein paar aufgebrannte Schultern oder eine Gehirnerschütterung nach einem Sturz. An sich ist Bobfahren aber eine sehr sichere Sportart.“
Die RUNDSCHAU wünscht Kilian alles Gute für die Olympiateilnahme und eine unfallfreie Karriere.