Alte Herrschaftsform in modernen Zeiten

Laden ein: Kirsten Mayr (Integrationsbüro Imst), Jugendzentrum-Leiter Philipp Scheiring, Filmemacher David Grissemann und Johanna Heumader-Schweigl („Miteinand“) (v.l.) RS-Foto: Matt

Vom Drehbuch bis zur Premiere: Filmprojekt für Jugendliche im Vorfeld der Imster Demokratiewoche

Ob in direkter oder repräsentativer Form ist die Macht, die vom Volk ausgeht, ein erstrebenswertes Ideal – und bleibt doch für einen Großteil der Menschheit bis heute lediglich ein Wunschtraum. Dass Demokratie aber auch nach Jahrzehnten von politischer Freiheit niemals selbstverständlich oder gar ein Selbstläufer sein kann, darauf aufmerksam machen soll die Demokratiewoche, die im März wieder in Imst herrschen wird. Besonderen Stellenwert genießt dieses Jahr die Jugend – dank eines eigenen Filmprojekts während der Semesterferien, dessen Ergebnis dann wenig später in der Demokratiewoche enthüllt wird.

Von Manuel Matt

Neben Reutte, Telfs, Hall und Wörgl sind dieses Jahr auch Pongau und Pinzgau zur gleichen Zeit, unter gleichem Namen und Logo, aber unterschiedlichem Programm mit dabei. In ihrem Ursprung bleibt die Demokratiewoche eine Idee aus Imst, hervorgegangen aus dem Antirassismus-Jugendgipfel im Jahr 2017. Schon damals federführend: Das Imster Jugendzentrum (JZI) unter seinem Leiter Philipp Scheiring, der einen grundlegenden Anspruch der Demokratiewoche auch in der zweiten Ausgabe nach der letztjährigen Premiere definiert: „Lebensweltorientiert – das heißt, dass wir nicht großartig über Wahlen, über den Bundeskanzler oder die Aufgaben des Nationalrats sprechen, sondern die Jugendlichen in ihrer Welt abholen wollen.“ Eine interaktive Impulsveranstaltung im Jugendzentrum gemeinsam mit dem „InfoEck“ soll so beispielsweise Grundbegriffe näherbringen, aber betont „niederschwellig, lässig und verständlich“, verspricht Scheiring.

Jugendsicht

Das soll dann auch Basis sein – nämlich für die Idee und die Handlung eines Kurzfilms, den Kinder und Jugendliche noch vor der eigentlichen Demokratiewoche, nämlich in den Semesterferien, realisieren werden. Für professionelle Anleitung garantiert Filmemacher David Grissemann („Schnittplatz Imst“) mit seinem Team, der mit dem Jugendzentrum in jüngster Vergangenheit ein filmisches Denkmal des „Mana-Festivals“ verwirklichte. Vor der Demokratiewoche soll es ein schöpferischer Spielplatz sein, der den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen geboten wird – mitsamt kreativer Entfaltung vor und hinter der Kamera, als Drehbuchautor und im Schneideraum. „Es gibt vielleicht zwei, drei Regeln – sonst sollen sie machen, was sie machen wollen, wenn es machbar ist“, verspricht Grissemann: „Sie sollen Spaß dabei haben, ganz simpel, und etwas lernen“. Stattfinden wird der Workshop von 11. bis 15. Februar, der Kurzfilm soll anschließend in der Demokratiewoche (16. bis 22. März) seine Premiere erfahren. Als Ausgangsort dient zuvor das Jugendzentrum, dessen Betreuer dem Projekt pädagogisch zur Seite stehen werden. Gefragt sind kreative Geister im Alter von acht bis 15 Jahren, für Verpflegung und andere möglichen Ausgaben wie Requisiten ist ein kleiner Unkostenbeitrag von 25 Euro vorgesehen. Eile ist bei der Anmeldung (per E-Mail an jugendzentrum@cni.at) geboten: Die Teilnehmeranzahl ist auf maximal 30 Personen beschränkt – und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Weitere Informationen und einen Trailer als Vorgeschmack gibt’s online auf: www.facebook.com/imsterklappe

Spannung

Mit „Imsterklappe – Jugend Filmreif“ ist der Name des Workshops derweil nicht zufällig gewählt. „Weil wir der Jugend eine Stimme geben wollen“, erklärt Kirsten Mayr, Leiterin des ebenso wieder involvierten Imster Integrationsbüros. Ebenfalls mit an Bord ist auch die Gemeinwohl-Initiative „Miteinand in Imst“, deren Projektkoordinatorin Johanna Heumader-Schweigl auf die neuerliche Einbeziehung von Schulen und lokalen Partnern wie Gastronomen während der Demokratiewoche verweist, die im Sinne des Projekts zu Multiplikatoren werden sollen. Hinsichtlich weiterer Programmpunkte gebe es zahlreiche Ideen, wobei sich die Veranstalter zum momentanen Zeitpunkt nicht allzu sehr in die Karten schauen lassen. Zu erwarten seien jedenfalls „Aktionen, die Menschen erreichen, weil sie im Alltag passieren“, verrät Heumader-Schweigl: „Das ist dann eigentlich ein Grundprinzip der Demokratie. Es passiert im täglichen Leben und fordert achtsamen Umgang.“ Sich dafür nach offenstehenden Möglichkeiten einzubringen, dafür ist dann aber jeder selbst verantwortlich, ergänzt Mayr – und auch Kindern und Jugendlichen lasse sich dieses Wissen gleich zu anfangs zumuten, schließt Scheiring.