AMS Reutte veröffentlicht Jahresbericht

Der Bezirk Reutte darf sich über einen positiven Trend am Arbeitsmarkt freuen. Foto: AMS

Arbeitsmarkt im Bezirk zeigt fortlaufende Verbesserung

Die veröffentlichten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: dem Bezirk Reutte geht es gut. Im Langzeitvergleich von 30 Jahren zeigt der jahresdurchschnittliche Vorgemerktenstand den niedrigsten Wert.

Bei den vorgemerkten Personen ging die Zahl 2018 im Jahresdurchschnitt um 102 auf 564 (-15,3 Prozent) zurück, wobei in allen Altersgruppen ein Rückgang zu verzeichnen war. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war bei den Österreichern mit 17,7 Prozent stärker als bei den Ausländern (-10,2 Prozent). Von diesem Rückgang profitierten alle Berufsgruppen und beide Geschlechter.

Tourismus.

Der Sommertourismus verlief sehr zufriedenstellend. Der gesamte Bezirk, vor allem die „Lechgemeinden“ und das Tannheimer Tal profitierten von einer Zunahme an deutschen Gästen. Der Zuzug von ausländischen Arbeitskräften, vor allem im Tourismus, hält weiter an, allerdings in verringertem Maß.
Der Start in die Wintersaison war positiv. Die frühen Schneefälle Ende 2018 ermöglichten die Einstellung aller Skilehrer und Liftarbeiter.

Industrie.

Die Auftragslage in den Industriebetrieben bestätigt den optimistischen Blick auf die Arbeitsmarktsituation – allen voran der Leitbetrieb, die Plansee Unternehmensgruppe. Ein zusätzlicher Bedarf an Fachkräften und angelernten Metallarbeitern für die Produktion ist eine Folge dieser positiven Tendenz. Insgesamt wurden im Jahresverlauf mehr als 100 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und die Aufnahme von Lehrlingen im Herbst 2018 auf 40 aufgestockt.
Auch bei der Firma Multivac in Lechaschau war der Auslastungsgrad sehr hoch und es wurden zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt.

Handwerk und Gewerbe.

Große Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur bei mehreren Groß- und Mittelbetrieben belebten den Bau- und Baunebensektor. Speziell bei Hochbauunternehmen, Installateuren, Spenglern und Fliesenlegerbetrieben ist der Arbeitskräftemangel stark – es mussten sogar Aufträge seitens der Unternehmen abgelehnt werden.
Der Sozial- und Gesundheitsbereich ist auch im Bezirk Reutte eine stark wachsende Wirtschaftsbranche. Die Stellenmeldungen zeigen, dass der Bedarf an ausgebildeten Pflegefachkräften bis hin zu Ärzten momentan nicht abgedeckt werden kann.

Handel, Banksektor.

Im Handel wurden im Jahr 2018 mehr offene Stellen (+5,7 Prozent) gemeldet als im Vorjahr, auch die Anzahl der Arbeitsplätze war steigend. Ein Trend, der leider die Vollzeitarbeitsplätze nicht im gleichen Maße beschreibt.
Die rückläufige Ertragssituation des Bankensektors, speziell der Raiffeisenbank Reutte, war 2018 weiter spürbar und führte zum Verlust von ca. 20 Arbeitsplätzen.

Lehrstellen.

Deutliche Veränderungen zeigen die Eckdaten der Stellenmeldungen am Lehrstellenmarkt. Die Zahl der durchschnittlich vorgemerkten Lehrstellensuchenden lag bei 13, der durchschnittliche Lehrstellenstand reduzierte sich auf 37 (-6). Auch der Zugang an Lehrstellensuchenden reduzierte sich um 54 auf 142 (-27,6 Prozent).
Gründe sind die spürbar rückläufigen Geburtsraten und die zunehmende Konkurrenz der weiterführenden Schulen und Lehrbetriebe. Für Jugendliche wird es „leichter“, einen angestrebten Schul- oder Ausbildungsplatz zu bekommen. Die Facharbeitersituation im Allgemeinen verschlechtert sich – einige Wirtschaftsbereiche, speziell Handwerk, Gewerbe und der Tourismus – beklagen immer häufiger einen Facharbeitermangel.

Arbeitslosigkeit.

Die Arbeitslosigkeit sank im Bezirk Reutte bei Männern und Frauen nahezu im gleichen Ausmaß. Jede arbeitslose Person war im Durchschnitt 48 Tage (-7) arbeitslos.
Der statistisch gesehen „klassische Arbeitslose“ im Bezirk Reutte ist österreichischer Staatsbürger, weiblich, besitzt einen Pflichtschulabschluss, aber keine abgeschlossene berufliche Ausbildung, und war zuletzt in einem Fremdenverkehrsberuf tätig.
Insgesamt waren 3039 (-267) Menschen des Bezirks, davon 1565 (-117) Frauen und 1474 (-150) Männer, zumindest einmal von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei einem Arbeitskräftepotenzial des Bezirkes Reutte von 14.267 Personen bedeutet dies, dass (statistisch) 21,350 Prozent dieser Menschen arbeitslos wurden. Alle arbeitsmarktrelevanten Daten zeigen an, dass sowohl Wirtschaftswachstum als auch Reduktion der Arbeitslosigkeit 2019 anhalten werden.