Angebot und Nachfrage zusammenführen

Peter Raggl, Hermann Kuenz und Elmar Monz (v. l.) mit regionalen Produkten RS-Foto: Haueis

Landeck wird Modellregion zur Stärkung der Zusammenarbeit von Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft

 

Ein „Kümmerer“ soll dafür sorgen, dass Milch, Käse, Fleisch etc. dort konsumiert werden, wo sie hergestellt wurden – im Bezirk Landeck. Der Landtag hat einen entsprechenden Antrag an die Landesregierung genehmigt, der den Bezirk zur Modellregion macht. Angebot und Nachfrage sollen zusammengeführt werden.

 

Von Daniel Haueis

 

Der Betreff des Landtagsantrags, der in der Februarsitzung beschlossen wurde, lautet: „Wertschätzung und Wertschöpfung für die Tiroler Landwirtschaft sowie Maßnahmen für Bauernfamilien und den ländlichen Raum“. Umzusetzen hat ihn die Landesregierung. Sie soll eine Modellregion zur Stärkung der Zusammenarbeit von Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft errichten – und zwar den Bezirk Landeck. Zudem solle das Bestbieterprinzip gestärkt und ein Bewusstseinsbildungsprogramm umgesetzt werden. „Es war eine wichtige Entscheidung … Jetzt, glaube ich, haben wir das richtige Instrument für Landwirtschaft und Tourismus“, kommentiert Bauernobmann Elmar Monz den Beschluss – der Nauderer setzt sich schon seit Jahren für eine „Drehscheibe“ ein, damit Bauern, Handel, Konsumenten und Touristiker zusammenkommen.

 

KÜMMERER KOMMT. Konkret geht’s auch um einen „Kümmerer“, also jemanden, der gut vernetzt ist und auch Herzblut einbringt. Wer dies sein wird, ist noch nicht klar, auch nicht, wo er angesiedelt sein wird. LA DI Hermann -Kuenz, von dem der Landtagsantrag stammt, könnte sich etwa das Regionalmanagement regioL vorstellen, aber auch Landwirtschaftskammer oder Agrarmarketing Tirol kommen in Frage. Kuenz meint angesichts der gut acht Millionen Gästenächtigungen im Bezirk: „Eigentlich müsste kein landwirtschaftliches Produkt aus Landeck raus bei diesem Tourismus.“ Bauernbund-Dir. Dr. Peter Raggl ist sehr stolz, dass sein Heimatbezirk Modellregion wird: 1500 landwirtschaftliche Betriebe, 45000 Einwohner und deutlich über 50000 Gästebetten seien ein „interessantes Verhältnis“, und auch er meint: „Es muss möglich sein, regionale Produkte im Bezirk zu einem akzeptablen Preis zu verkaufen.“ Man müsse eben Touristen und Konsumenten fragen, was sie benötigen und ein Netz spannen. Elmar Monz möchte den Erfolg von Vorzeigebeispielen wie Stanzer Zwetschke oder Paznauner Almkäse ausweiten, durch die Modellregion solle eine Ergänzung stattfinden. Zusammenfassend erklärt Monz, was er erreichen will: „Dass der, der was braucht, weiß, wo er hingehen muss.“ Möglich wäre z.B. eine kleine Messe, bei der dem Tourismus alle landwirtschaftlichen Produkte vorgestellt werden.

In der Landesregierung sind Günther Platter (Tourismus), Josef Geisler (Landwirtschaft) und Patrizia Zoller-Frischauf (Wirtschaft) für das Projekt zuständig. Das Budget des konkret erst zu erstellenden Projekts ist noch nicht fixiert. Es soll jedenfalls noch heuer umgesetzt werden, erklärt LA Kuenz.

 

 

Ideengeber Elmar Monz

Ideengeber der Modellregion Landeck war Bezirksbauernobmann Elmar Monz. Er kennt die Daten „seiner“ Landwirtschaft: „Die Bauernhöfe im Bezirk Landeck sind äußerst klein strukturiert. 60 Prozent der Betriebe bewirtschaften weniger als fünf Hektar Fläche, 85 Prozent unter 10 Hektar. Im Durchschnitt hält ein Betrieb vier Milchkühe. Über 95 Prozent der 1800 bäuerlichen Betriebe im Bezirk werden im Nebenerwerb bewirtschaftet“, so Monz. Man brauche eine bessere Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit dem Tourismus, damit man für die hochwertigen Produkte einen Mehrpreis erzielen kann. Monz sieht die Modellregion als große Chance für landwirtschaftliche Betriebe, die sich in Richtung Professionalität weiterentwickeln sollen und mit ihren Produkten in Marktnischen einsteigen können. Profitieren könne nicht nur der Tourismus, sondern auch der Konsument, der gesunde Nahrungsmittel erwerben kann.

 

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.