APPlaus, APPlaus für „regional.tirol“

Programmierer, Produzenten und Sponsoren stehen zusammen – „regional.tirol“ hat echtes Potenzial, zum Selbstläufer zu werden. RS-Fotos: Parth

Neue Regional-App verdient sich großen Applaus

Es scheint der prognostizierte „große Wurf“ zu werden, wie man ihn sich schon lange in der Regionalvermarkter-Schiene erhofft hat. Die Rede ist von einer Smartphone-App, die ganz im Zeichen regionaler Kreisläufe steht und Produkte, Hersteller und Kunden auf einer benutzerfreundlichen Oberfläche zusammen führt.

Von Thomas Parth

Angelehnt an die beliebte Flohmarkt-App „shpock.com“ wird Anfang Juni 2017 die „regional.tirol“-App freigeschaltet. Der Kunde lädt die App auf sein Smartphone und meldet sich an. Dann kann’s bereits losgehen. Durch seinen GPS-Standort werden die beliebten bzw. nachgefragten Produkte bzw. deren Hersteller „in der Nähe“ angezeigt. „Der Radius lässt sich beliebig einstellen. Per Google-Maps bekomme ich dann die Route zum Hersteller angezeigt, kann ihn direkt anrufen oder mittels Chat-Funktion mit ihm chatten“, weiß einer der technischen Umsetzer, Ludwig Thoma. Die Qualitätskontrolle sind die Kunden. Der Vertrauensvorschuss liegt zwar bei den Produzenten, doch z.B. bäuerlichen Betrieben wird dieser Vorschuss über die bestehende Website mittels diverser Gütesiegel kräftig untermauert. Am Ende versprechen sich die App-Verantwortlichen Freude am Genuss regionaler Lebensmittel, ein besonderes Einkaufserlebnis sowie den direkten Kontakt zum Landwirt oder Hobbygärtner, der eine Ware zum Tausch, Verkauf oder zur Selbstabholung anbietet. „Der Käufer kann seine erstandenen Artikel per Sternchensystem bewerten, aber auch Produkte melden, die nicht seinen Vorstellungen entsprochen haben. Die App wird moderiert, damit wissentliche Falschmeldungen ausgeschlossen sind“, informiert „App-Motor“, Koordinator Gottfried Mair vom Ökozentrum: „Die Hersteller andererseits haben eine überschaubare App, mit der sie ihre Produkte sofort online stellen können. Die Registrierung kostet einmalig 10 Euro und künftig fallen keine weiteren kosten für sie an. Und wenn ein Hobbygärtner im Seniorenalter einen Baum voll reifer Kirschen hat, kann er auch dieses Foto in die App laden und die Früchte zur Selbstabholung bzw. Selbsternte verschenken, bevor sie verfaulen!“ Per Banner können entweder Werbeeinschaltungen oder Veranstaltungen wie Vorträge oder Bauernmärkte angepriesen werden.

Großes Interesse.

Die App-Entwicklung hat die Sparkassen-Privatstiftung mit einem Förderpreis von 5.000 Euro „angestoßen“. Unter der Federführung von Gottfried Mair vom Ökozentrum zeichnen Schüler der HTL (Marino Buljobasic, Ludwig Thoma, Christian Löw und Dominik Pefler) für die technische und HAK-Schülerinnen (Monika Schnegg, Jana Reinstadler, Nadine Neuner und Melanie Mair) für die Marketing-Umsetzung verantwortlich. Die Förderwürdigkeit erkannten neben dem Land Tirol auch die EU sowie das Ministerium für ein lebenswertes Österreich. Als Co-Entwicklerin des Pilotprojektes fungierte im Rahmen eines Werkvertrages Biologie-Studentin Diana Daum. Die Agentur WebHuber stand beratend zur Seite und stellte die Website online. „Falls ein weiterer Entwicklungsschub nötig ist, stehen wir Gewehr-bei-Fuß“, bekundete der Marketing-Vorstand der Sparkasse Imst AG, Martin Haßlwanter die Solidarität seines Bankinstituts mit dem Projekt.

Gottfried Mair vom Ökozentrum stellt die VerkäuferInnen und die KäuferInnen bzw. Angebot und Nachfrage – egal ob gegen Bezahlung oder im Tausch – in den Vordergrund.
Ludwig Thoma vom Programmierer-Team der HTL schickt die App im Mai in Probebetrieb, um die Kleinkinderkrankheiten auszukurieren und ab Juni ist die regional.tirol-App online.