Auf den Fußsohlen die Innenstadt erfahren

Freuen sich auf autofreie Wochenenden im Sommer: Kirsten Mayr, Clemens Perktold, Tatjana Stimmler, Johanna Heumader-Schweigl und Gottfried Mair (v.l.) RS-Foto: Matt

30. Juni bis 27. August: Vierte Auflage der Imster Sommer-Fußgängerzone (SoFuZo) setzt auf Themenwochenenden

Wenn die Luft vor lauter Hitze über dem Asphalt zu flimmern beginnt, die Klimaanlagen brüllend zum Leben erwachen und jede Nachlässigkeit am Steuer von den anderen VerkehrsteilnehmerInnen mit einem freundlichen Tippen auf die Schläfe bedacht wird – dann wissen wir: Es muss Sommer sein. Ein sicherer und zugleich weitaus angenehmerer Vorbote auf die heiße Jahreszeit ist aber auch die Sommer-Fußgängerzone in der Imster Innenstadt, die an neun Wochenenden zwischen 30. Juni und 27. August zum entspannten Flanieren und Entdecken von Samstag, 11 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, einlädt.

Von Manuel Matt

Erst zarte vier Jahre alt, hat sich die Sommer-Fußgängerzone ihrer Kinderschuhe doch bereits beinahe entledigt – „die Idee wächst“, freut sich Tatjana Stimmler vom Imster Stadtmarketing bei der Präsentation vergangenen Donnerstag im Rathaus vor MedienvertreterInnen. Neue Vereine und Organisationen – wie etwa das Ökozentrum Imst unter Obmann Gottfried Mair – konnten in den vergangenen Monaten als neue Partner gefunden und eingebunden werden.

Noch besser.

Auf den Erfolgen der Vorjahre scheinen sich die Verantwortlichen dennoch nicht ausruhen zu wollen. Gleich der behutsamen Hege und Pflege eines sprießenden Pflänzchen wird das ambitionierte Unterfangen sorgfältig ausgebaut und gemäß den Erfahrungen der letzten Auflagen angepasst. So steht jedes der neun Wochenenden unter einem thematischen Schwerpunkt und auch am Anfang steht eine brandneue wie unverbrauchte Idee – die Mini-Stadt am 30. Juni und 1. Juli.

Kinder-Kommando.

Erwachsene haben in diesem wirtschaftlichen Mikrokosmos „nichts zu melden“, wie Initiator und Ökozentrum-Obmann Gottfried lächelnd kundgibt. Vielmehr ist das Areal rund um die Johanneskirche fest in Kinderhand. „Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche ihre Stärken und Motivationen erfahren“, erklärt Mair. So werden den Kids über 30 Berufe und 119 Jobs zum gepflegten Ausprobieren geboten. Im Prinzip funktioniert das wie bei den Großen – über das Arbeitsmarktservice, wo für die kleinen StemplerInnen der richtige Job gefunden wird. Wer zuvor „ehrenamtlich“ tätig war – wie etwa in der Müllentsorgung –, darf sich seinen Traumberuf sogar aussuchen. Dabei ist neben BäckerInnen, KellnerInnen und Hygiene-InspektorInnen auch die schreibende Zunft vertreten. Clemens Perktold „Bezirksblätter“-Redaktionsleiter, Obmann des Vereins „Freiraum“ und SoFuZo-Ideengeber der ersten Stunde, wird zusammen mit angehenden ReporterInnen und FotografInnen täglich eine Zeitung produzieren. Wie in der realen Welt wird geleistete Arbeit mit monetärer Anerkennung belohnt – die Währung der Mini-Stadt trägt dabei den raffinierten Namen „Gurgltaler“ und kann im stadteigenen Shop ausgegeben werden.

Zeit schenken.

Während der Auftakt im Zeichen der Kinder steht, sind beim ersten Nachschlag die älteren ImsterInnen im Fokus. Kostenloser Kaffee und Kuchen für SeniorInnen, bodenständige Musik vom Serfauser Duo „Zwoaklang“, Lesungen und ein kleines, aber feines Theaterstück des „Dynamischen Duos“ machen die Innenstadt am Samstag, dem 8. Juli, zum generationenübergreifenden Wohnzimmer. Dabei steht auch der Austausch zwischen jüngeren und älteren Semestern im Vordergrund, wie Perktold erklärt, denn mit einem höheren Lebensalter gehe leider auch ein erhöhtes Risiko der Vereinsamung einher. Der Seniorennachmittag ist auch der einzige Programmpunkt, wo bei Schlechtwetter in den Stadtsaal umgezogen wird – immerhin sei dieses gesellige Miteinander „ein Versprechen, das man halten muss“, unterstreicht Stimmler.

Lohnende Ausblicke.

Auch die folgenden Wochenenden geizen nicht mit Höhepunkten. Beim Tiroler Tag am 15. Juli warten u.a. ein Schnitzsymposium und historische Stadtführungen mit dem Imster Historiker Stefan Handle, ehe eine Woche später zum Fest der Kulturen inklusive Mana-Festival und kulinarischer Weltreise in Zusammenarbeit mit dem Imster Integrationsbüro unter Kirsten Mayr eingeladen wird. Nicht nur Walzer spielt’s am 5. August mit „Imst tanzt“ und spanischer Siesta am Konzertfeuer. Am 12. August wird derweil mit Rollstuhl-Parcours und der „Powerband“ die Barrierefreiheit gefeiert. Die letzten beiden Wochenenenden sind schließlich mit dem italienischen Markt von 18. bis 20. August und dem Street Food Market ganz dem Genuss gewidmet.

Ein solides Programm, meint die RUNDSCHAU, und doch seien neue Ideen stets willkommen, so die SoFuZo-Verantwortlichen – oder wie es Perktold ausdrückt: „Das Boot ist noch lange nicht voll“.

Nähere Infos zum Programm finden Sie unter www.stmi.at.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.