Aufarbeiten von aufgeschobenen Punkten

Nicht nur die Sachverhaltsanzeige gegen Bürgermeister Köll, die von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde, erhitzte die Gemüter aller Anwesenden. RS-Fotos: Burger

Gemeinderat Sautens: Langwierige Beschlüsse führten zu heißen Diskussionen

Einige Tagesordnungspunkte der letzten Gemeinderatssitzungen in Sautens mussten wegen Unstimmigkeiten oder noch nicht geklärten Sachlagen immer wieder verschoben werden. Unter anderem führten manche sogar zu so hitzigen Diskussionen, dass die Sitzungen teils zum Stillstand oder sogar zum Abbruch kamen.

Von Mel Burger

Gleich zu Beginn der Sitzung der Gemeinde Sautens nahm Bürgermeister Manfred Köll während des Bürgermeistersberichts erneut Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn bezüglich der Korruption und des Betruges und erklärte, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn binnen zwei Tagen bereits eingestellt habe. Auf das Nachhaken des Vizebürgermeisters Oswald Gritsch hin erklärte Köll, dass auch Herbert Strigl weiterhin sein persönlicher Berater sei, im speziellen Grundbuchsakten abkläre und Schriftführer des Waldregulierungsausschusses bleiben werde.

Bürgermeisterbericht.

Weitere wichtige Punkte des Bürgermeisters waren die Schließung der Flüchtlingseinrichtung im Sautnerhof auf Grund des Rückgangs der Flüchtlinge mit Ende September, Neuwahlen für einen neuen Obmann und Vorstand des Sportklub Sautens Mitte Juli und eine Sitzung zur Pachtverlängerung der Jagd auf der Balbachalm, zu der alle Jäger und Betroffenen eingeladen werden. Ebenso berichtete Köll über die Schließung der Bodenaushubdeponie und die hervorragende Zusammenarbeit aller Blaulichtverbände beim Waldbrand im vorderen Ötztal Anfang Juni. Als kleinen Anstoß bat der Bürgermeister aus Verpflichtung gegenüber der Tradition, dass man wieder vermehrt an Terminen und Prozessionen teilnehmen solle.

Tagesordnung.

Anlässlich der weiteren Punkte zur Änderung des Raumordnungskonzepts wurde Hugo Schöpf für Erklärungen eingeladen. Er versuchte Unklarheiten betreffs Änderungen von Grenzen, Straßen und Widmungen aufzuklären und präsentierte viele Einzelheiten und Planmodelle. Ein zügiges Vorankommen war Bürgermeister Köll wichtig, da es bereits Interessenten für manche Grundstücke gibt. So wurden dann in den Beschlüssen verschiedene Konzepte einstimmig beschlossen, um Siedlungsgrenzen zu erweitern, Parzellen und Freihalteflächen zu verändern.

Anfälliges.

Nach einer weiteren lautstarken Auseinandersetzung betreffs der Abrechnung des Projektes Oberhoferhaus und Innenraumgestaltung Arztpraxis, da einige Gemeinderatsmitglieder auf eine Schlussrechnung bestehen anstatt der ausgestellten drei Teilrechnungen, bat Vizebürgermeister Gritsch um weitere Beschlussfassungen. Diese handelten von den Tätigkeiten und Rechten von Herbert Strigl für die Gemeinde (Einholen von Informationen, Schreiben an Behörden vorbereiten oder Behebungen für die Gemeinde erstellen), drei Angebotseinholungen für die Müllabfuhr und die weiteren Vergaben von Liefer-, Bau- und Dienstleistungsaufträgen. Bei der Beratung für diese Beschlüsse wurde ersichtlich, wie verhärtet mittlerweile die Seiten im Gemeinderat sind. Alte und neue Vorkommnisse führten zu vielen Missverständnissen und so fühlen sich die Mitglieder der „Impulse“ dazu verpflichtet, genauere Bestimmungen festzulegen, um weiteres besser zu regeln. Alle einzelnen Unterbeschlüsse wurden dann mit sieben Stimmen dafür und sechs dagegen beschlossen und werden auch in Zukunft für mehr Zündstoff in den Sitzungen sorgen.

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