Aufs Wasser schauen

In der Kleingemeinde Gramais wird seit beinah 125 Jahren eine Station des Hy-drographischen Dienstes von einer Familie betreut. Tradition hat ihren Wert – dafür ehrte Josef Geisler die Freiwilligen, die der Spur des Wassers folgen und diese beobachten. Foto: Feuerwehr Gramais

Freiwillige seit 125 Jahren im Dienste der Hydrographie

125 Jahre ist es her, dass mit dem Hydrographischen Dienst eine Stelle im Land Tirol geschaffen wurde, um den Wasserkreislauf unter die Lupe zu nehmen und den Flüssen, Seen und Quellen ebenso wie dem Grundwasser und den Gletschern Maß anzulegen. Im Tiroler Oberland und dem Außerfern  unterstützen 51 Freiwillige den Hydrographischen Dienst bei seiner Arbeit und betreuen eine der über 200 landeseigenen Messstellen.

Im Tiroler Oberland und dem Außerfern  unterstützen 51 Freiwillige den Hydrographischen Dienst bei seiner Arbeit und betreuen eine der über 200 landeseigenen Messstellen.
Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums zeichnete LH-Stv. Josef Geisler zwei Beobachterinnen aus dem Außerfern und dem Oberland für ihre langjährige Tätigkeit im Dienste der Hydrographie aus.

Familientradition.

Beinahe seit der Gründung des Hydrographischen Dienstes ist die Familie Seifert/Wolf aus Gramais „dem Wasser auf der Spur“. Von der Messstelle in Gramais auf dem Grundstück der Familie Seifert finden sich die ersten Niederschlagsaufzeichnungen ab dem 17. August 1895, damals durchgeführt von Paula Wolf. Seit 39 Jahre übt Hildegard Seifert geb. Wolf die Beobachtertätigkeit aus und führt damit eine Familientradition weiter.
Rund 50 Messstellen für Niederschlag und Temperatur gibt es in den Bezirken Reutte, Imst und Landeck. Dort wird das Regenwasser aus dem Niederschlagsgefäß in ein Messglas umgefüllt und die Mengen abgelesen sowie protokolliert.
Die elektronisch gemessene Lufttemperatur in der Wetterhütte wird mit den Werten des Stationsthermometers verglichen. Im Winter werden die Schneehöhe und die Neuschneehöhe an den jeweiligen Messlatten abgelesen. „Nur durch den persönlichen Einsatz, die Verlässlichkeit und das Engagement der Beobachter ist ein geregelter Messbetrieb möglich“, würdigte  Klaus Niedertscheider, Leiter der Hydrographie im Land Tirol, die Verdienste der Beobachter.
Im Außerfern und Oberland gibt es 27 landeseigene Pegel an Flüssen und Seen, sieben Stationen im Niederschlagsmessnetz und 148 Stationen zur Beobachtung des unterirdischen Wassers.
Mehr Wissenswertes ist unter www.tirol.gv.at/hydro-online zu erfahren.