Augenarzt beschäftigt Reuttener FPÖ und ÖVP

Facharztmangel entfacht erneute Debatte

Bereits seit Jahren beschäftigt das Thema Augenarzt Politiker und Bevölkerung im Bezirk Reutte. Vergangene Woche meldete sich nun wieder einmal FPÖ Bezirksobmann Fabian Walch in einer Aussendung zu diesem Thema zu Wort und fordert „endlich Taten der ÖVP, um die medizinische Versorgung im Bezirk Reutte aufrechtzuerhalten“. ÖVP Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana nahm seinerseits dazu Stellung.

Von Mona Holzheimer.

„Wo bleibt der von der ÖVP versprochene Augenarzt für das Außerfern?“ – diese Frage stellte Fabian Walch vergangene Woche und kritisierte weiter: „Die Außerferner würden gerne wissen, was aus der großspurigen Ankündigung geworden ist. War es nur ein weiterer der klassischen ‚ÖVP-Wahlkampfschmähs‘ oder können die Reuttener nun tatsächlich mit einem Augenarzt rechnen?“ Der freiheitliche Bezirks-obmann fordert „Taten, anstatt leerer Worte“: „Ledl-Rossmann kündigte damals an, ihren politischen Einfluss geltend machen zu wollen. Dies sollte nunmehr als Landtagspräsidentin, mit noch größerem politischen Einfluss im Land wohl ein Leichtes sein. Der Bezirk Reut-te wird immer mehr ausgedünnt und ist dadurch von Abwanderung bedroht. Es gilt hier dringend, gegenzusteuern und endlich aktiv zu werden.“ Dazu gehört laut Walch auch die medizinische Versorgung samt Augenarzt, wobei Walch die Unterstützung der FPÖ zusichert.
Bereits im April wurde allerdings klar, dass der ersehnte Augenarzt wohl erst einmal noch in die Ferne rücken würde – die RUNSCHAU berichtete.

Interessent entschied sich anders.

Auch ÖVP Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana meldete sich zur Aussage Walchs zu Wort und stellte fest: »Als die Aussendung „Augenarzt in Sicht“ von der LT-Präsidentin und vielen Bürgermeistern des Bezirks veröffentlicht wurde, gab es sehr vielversprechende Gespräche mit einem interessierten Augenfacharzt, der sich im Bezirk niederlassen wollte. Leider scheiterten die Gespräche zu einem entscheidenden Zeitpunkt und der Interessent hat sich anders entschieden. Dies wurde auch von Bgm. Wolfgang Winkler umgehend öffentlich gemacht.“ Hier also von einem „Walhlkampfschmäh“ zu sprechen, entbehre jeglicher Grundlage, so Schimana.

Verhandlungen laufen.

„Momentan gibt es intensive Verhandlungen mit dem BKH, der Politik und der TGKK, um Fachärzte aus Innsbruck für eine Art Tagesdienst ambulant im Krankenhaus zu stationieren (Poollösung). Allen Verantwortlichen ist klar, dass dieser Fachärztemangel die Bevölkerung im Außerfern belastet und betroffen macht. Leider können wir aber nur Rahmenbedingungen schaffen und keinen Facharzt verpflichten, sich im Bezirk niederzulassen.“ Der Bezirk Reutte stünde auch weiterhin in Konkurrenz mit anderen Regionen und Städten, was die Situation nicht leichter macht.
Laut Schimana sei es „wesentlich sinnvoller, sich aktiv um das Thema zu bemühen, als in einer Art Dauerwahlkampf alles zu kritisieren.“
Auch könne Walch bei der FPÖ Gesundheitsministerin intervenieren, um Kassenplätze für Ärzte in peripheren Lagen attraktiver zu machen.

 

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.