Außer Spesen nix gewesen

Doch kein „Lidl“ für Umhausen. Der Standort Umhausen „passe nicht mehr in das Expansions-Schema“ des Diskonters, so die Pressemitteilung. Die Baustelle wird lediglich winterfest gemacht. RS-Foto: Hirsch

Der Diskonter „Lidl“ eröffnet nun doch nicht in Umhausen

Vollkommen überraschend stellte der Diskonter „Lidl“ die Baumaßnahmen ein und erteilte dem Standort Umhausen eine Absage. Bürgermeister Jakob Wolf wurde darüber telefonisch informiert. „Lidl Österreich“ bestätigte dies in einer Aussendung: „Es ist richtig, dass die geplante Filiale in Umhausen nicht wie angekündigt im Oktober eröffnet wird. Der Anlass dafür ist ein wirtschaftlicher.“

Von Friederike Hirsch

Die Entscheidung der Firma „Lidl“ löst einiges Kopfschütteln aus. Der finanzielle Einsatz der Firma und das Forcieren der Bauarbeiten war in den letzten Monaten groß. Bürgermeister Jakob Wolf: „,Lidl‘ hat einiges investiert. Das Grundstück wurde angekauft, das alte Gebäude abgerissen und der Rohbau errichtet. Zudem hat ,Lidl‘ die Hälfte der Kosten für den Linksabbieger Östen übernommen. Umso weniger verstehen wir die nunmehrige Entscheidung.“ Von Seiten „Lidl Österreich“ heißt es dazu: „Alle unsere Expansionspläne und Standort-Entwicklungen werden regelmäßig und wiederkehrend unter bestimmten Parametern auf Wirtschaftlichkeit geprüft. Aufgrund der signifikant veränderten Rahmenbedingungen des Marktes haben wir diese Parameter angepasst, um weiterhin nachhaltig erfolgreich zu sein. Auf Basis der neuen Bewertung passt der Standort Umhausen leider nicht mehr in unser Expansions-Schema.“ Über die „signifikant veränderten Rahmenbedingungen“ kann man nur spekulieren. Jakob Wolf ist davon überzeugt, dass das Ötztal „einen ,Lidl‘ hätte vertragen können“. Vier Millionen Nächtigungen, ein jährlicher Nächtigungsrekord und rund 15000 Einwohner sprechen klar für diese Einschätzung.

Weitere Nutzung

Über die weitere beziehungsweise eine vorübergehende Nutzung ist von Seiten der Firma „Lidl“ noch keine Entscheidung gefallen: „Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, eine gute Lösung zu finden. Es ist uns wichtig, dass für die Gemeinde Umhausen und ihre Bürger kein Nachteil entsteht.“ Die Gemeinde Umhausen wird indessen abwarten, was „Lidl“ mit dem Grundstück vorhat. „Lidl“ wird vorerst die Baustelle winterfest machen und dann alle weiteren Arbeiten einstellen. Die Firma „Lidl“ erklärt: „Wir wollen auf keinen Fall, dass das Objekt leer steht und sind sehr optimistisch, dass das auch nicht der Fall sein wird.“ Für Jakob Wolf ist eines klar: „Der Bau muss entweder fertiggestellt oder abgerissen werden. Eine Lösung irgendwo dazwischen sieht die Tiroler Bauordnung nicht vor. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich etwas Vernünftiges ergeben wird.“

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