Außerfern auf der Gewinnerseite

Die Außerferner Gemeinde, die in der touristischen Juni-Statistik Tirols am weitesten oben rangiert, ist Lermoos (hier der Blick vom Grubigstein). Nur dort gab es eine fünfstellige Übernachtungszahl. RS-Foto: Gerrmann

Tourismus-Statistik für den Juni zeigt zum Teil erhebliche Zuwächse

Ein gewaltiges Plus konnte der Tiroler Tourismus laut der offiziellen Fremdenverkehrsstatistik im Juni dieses Jahres verzeichnen. Die RUNDSCHAU hat sich die Zahlen einmal etwas näher angeschaut. Und festgestellt: Gerade das Außerfern zählt zu den großen Gewinnern. Oft wurde das landesweite Durchschnitts-Plus von 19 Prozent übertroffen. Und ab und an ganz gravierend.

Von Jürgen Gerrmann

Prozentual schoss da zweifelsohne Forchach den Vogel ab: Dort meldete man den Statistikern ein Plus bei den Übernachtungen von sage und schreibe 181,2 Prozent gegenüber dem Juni des Vorjahres! Allerdings muss man dabei eine gehörige Portion Vorsicht walten lassen. Es handelt sich dabei nur um 62 Menschen, die 374 Nächte buchten – und daher landet die Gemeinde touristisch landesweit nur auf Platz 261 von 279 Gemeinden. Auf der anderen Seite gilt aber auch: Wer in Forchach urlaubt, tut dies außergewöhnlich lange.
Von einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von fast einer Woche können andere nur träumen. So die Landeshauptstadt Innsbruck zum Beispiel (mit 162.016 Nächtigungen Spitzenreiter bei der absoluten Zahl der Übernachtungen) bringt es da gerade einmal auf knapp 1,7 Tage!
Silber geht (mit 72,1 Prozent) unter diesem Aspekt an einen Ort, den man im ersten Moment auch nicht vermuten würde: die Stadt Vils. Aber auch das muss man ähnlich wie in Forchach einordnen – insgesamt 2082 Übernachtungen (hier liegt der Aufenthalts-Schnitt nur bei 1,3 Tagen) sind eher eine magere Basis.
Auf Platz 3 im Prozent-Zuwachs-Ranking landet übrigens Nesselwängle mit 70,8 Prozent – was sicher zu einen gewissenTeil an dem im Ortsteil Haller errichten neuen Hotel liegen dürfte.

Mehr als im Landesschnitt.

Hier nun die anderen Außerferner Gemeinden, die den Landeschnitt von plus 19 übertreffen: 68,6 Prozent: Vorderhornbach; 55,9: Heiterwang; 54,6: Breitenwang; 53,8: Hinterhornbach; 48,0: Gramais; 46,5: Biberwier; 45,2: Bichlbach; 44,0: Steeg; 42,7: Häselgehr; 34,8: Kaisers; 33,7: Pfafflar; 33,3: Höfen; 31,5: Elmen; 25,7: Zöblen; 20,1: Schattwald; 19,9: Stanzach; 19,5: Elbigenalp.
Was die absoluten Übernachtungszahlen anbelangt, befinden sich unter den Top 30 in Tirol übrigens vier Außerferner Gemeinden: 50.689 Nächtigungen brachten Lermoos Platz 13 (noch vor Orten wie Sölden oder Serfaus). Mit respektvollem Abstand, aber dann doch dicht gedrängt hintereinander folgen Grän (Platz 23 mit 38.902), Tannheim (Platz 26/37.295) und Ehrwald (Platz 29/34.454).
Lermoos ist auch die einzige Gemeinde, die es auf eine fünfstellige Zahl bringt, wenn man die Ankünfte separat betrachtet: 15.297. Ehrwald scheiterte mit 9.596 knapp an dieser Hürde, Tannheim kann mit 8.350 den Nachbarn Grän (8.253) hier knapp hinter sich lassen.
Aber diese beiden Ranglisten mit absoluten Zahlen zeigen ganz deutlich, wo die touristischen Hotspots im Außerfern liegen: in der Zugspitzarena und dem Tannheimer Tal.
Bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer kommt im Außerfern niemand an den einsamen Spitzenreiter Forchach (6,0 Tage) heran. Auch die beiden anderen auf den Stockerlplätzen wurden deutlich distanziert: Grän mit 4,7 und Tannheim mit 4,5. Auf vier Tage und mehr brachten es im Juni auch noch Gramais (4,3), Nesselwängle (4,2), Bichlbach (4,1) und Hinterhornbach (4,0).

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