Außerferner Museumsgeschichten

Jürgen Gerrmann ist für die RUNDSCHAU in den Museen des Außerferns unterwegs und hat dabei viel Spannendes entdeckt. RS-Foto: Christine Schneider

Die RUNDSCHAU blickt auf interessante Exponate in den Museen im Bezirk

Auf eine reiche Geschichte kann das Außerfern zurückblicken. Unzählige Zeugnisse davon finden sich in den Museen des Bezirks wieder – sei es in den Vitrinen oder auch im jeweiligen Fundus. Die RUNDSCHAU geht im Rahmen einer neuen Serie auf Spurensuche. Denn jedes dieser Dinge kann eine Geschichte erzählen.

Von Jürgen Gerrmann

Es muss nicht unbedingt etwas Spektakuläres sein, um einen Eindruck vom Leben in vergangener Zeit zu vermitteln. Auch eine Haarnadel, ein Kerzenleuchter, ein hölzerner Löffel, ein Musikinstrument oder ein Kinderschuh vermögen viel widerzuspiegeln. Denn all dies steht ja in einer Beziehung zu einem Menschen oder seiner Berufsgruppe, die die Landschaft am Lech, im Tannheimer Tal und im Zwischentoren geprägt haben.
Erfreulicherweise hat sich das geschichtliche Interesse in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt: Es dreht sich nicht mehr ausschließlich um die großen Ereignisse der Historie – vielmehr spielt nun auch das Leben der kleinen Leute eine immer gewichtigere Rolle.

Wie war es früher?

Wie war es früher? Überaus positiv ist es sicher auch, dass immer mehr Menschen etwas über das Leben ihrer Vorfahren erfahren möchten. Und das war im Außerfern für die meisten alles andere als von Wohlstand geprägt. Die „Schwabenkinder“, die in die Ferne ziehen mussten, weil man sie daheim nicht hätte durchbringen können, sind da nur ein Beispiel dafür. Das heißt freilich nicht, dass in alten Zeiten nur Not und Elend herrschten. Auch da genoss man auch die schönen Seiten des Lebens, feierte gern miteinander. Und es waren zwar viele arm, aber beileibe nicht alle. Einige brachten es als (in ganz Europa arbeitende) Handwerker oder Händler durchaus zu Wohlstand. Auch diese Facette gehört zum Außerferner Geschichts-Bild.

Das ca. 300 Jahre alte Bauernhaus, das in der Kopfleiste des Artikels zu sehen ist, steht in Schattwald und kann wie Jürgen Gerrmann jede Menge spannender Geschichten erzählen. Das Schindelhaus ist nach dem Vorbild der Bregenzerwälder Bauernhäuser errichtet. Typisch für diese Hausform ist der vorspringende Sims zwischen Erdgeschoss und erstem Stock. Auf dem Sims des Schattwalder Hauses ist zu lesen: „Ich kam einst in ein fremdes Land. Da stand geschrieben an der Wand: sei fromm und auch verschwiegen. Was nicht dein ist, das lass liegen.“ Was uns diese wundervollen Worte wohl sagen wollen? RS-Foto: Müller
Sammeln, bewahren, ausstellen – die Säulen der Museumsarbeit.

Wer die Museen im Außerfern besucht, dem fällt nicht zuletzt eins auf: Mit wie viel Engagement, Hingabe und Liebe sich ehren- und hauptamtlich tätige Menschen dafür einsetzen, die Vergangenheit ihres Ortes nicht untergehen zu lassen, sondern sie zu bewahren und auch einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Auch deren Arbeit ist eine Würdigung wert.
Es soll ja durchaus Außerferner geben, die den Louvre in Paris oder das Wiener Belvedere schon ein- oder mehrmals besucht haben, aber die Museen vor der eigenen Haustür allenfalls von außen kennen. Vielleicht ist diese Serie ja für den einen oder die anderen auch Inspiration, das zu ändern. Und daheim auf museale Entdeckungsreise zu gehen.
Lohnen würde es sich auf jeden Fall.

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