Außergewöhnlich, innovativ, beeindruckend

„Call of Heroes“ – das Intro könnte passender nicht sein: Die Helden des Abends sind die 60 Mitglieder der Stadtmusik Imst mit Hermann Delago als ihrem Kapellmeister. RS-Foto: Zumtobel

„iMstrumental“-Konzert der Stadtmusik Imst überzeugt auch 2018 mit Talent und Leidenschaft

Es ist in aller Ohren: Vergangenes Wochenende fand sich die Imster Stadtmusik im Glenthof ein. Das Event „iMstrumental“ ist seit eh und je ein Konzert der Sonderklasse, auch heuer wieder mit einzigartigen „Special Guests“ und wohl überhaupt alles andere als eine rein traditionelle Blasmusikveranstaltung. Stattdessen wird man in verschiedenste musikalische Welten entführt…

Von Janine Zumtobel

„Call of Heroes“ – ein Intro, das hält, was es verspricht: Die Helden des Abends sind die rund 60 Mitglieder der Stadtmusik Imst mit Hermann Delago als ihrem Kapellmeister. Besonders im Vordergrund standen im ersten Teil des Abends die Neuzugänge sowie generell die Jungmusikantinnen und -musikanten.

Vorgestellt.

Nachdem die vielen Ehrengäste, darunter Bürgermeister Stefan Weirather, Kulturreferent Christoph Stillebacher, Ehrenobmann Josef Neururer, Fahnenpatin Helga Gottstein und alle ehemaligen Musikanten begrüßt worden sind, kamen die Jungen zu Wort. Nach der Reihe führten sie durch das vielseitige Programm und gaben interessante Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Werken preis. Die musikalische Reise führte unter anderem in die Schweiz zu Mario Bürkis „Two Centuries“ über den als Tanzgattung konzipierten Boléro von Maurice Ravel, durch ferne Galaxien mit dem Soundtrack von „Star Wars & The Marches“ oder in die Welt des Films mit „Game Of Thrones“ bis hin zum traditionellen „Garnisonsmarsch“ von Franz Treffner, welcher selbst jahrelang Kapellmeister der Stadt Imst war und dessen selbstkreierte Melodie nun hier wieder auflebte.

Gesang.

Immer wieder hat Delago ein offenes Ohr für junge Künstler und ist ganz stolz auf seine diesjährigen Musiktalente. Darunter ist die 20-jährige Laura Wagner, welche bereits durch die Brassband „Salvesenklang“ bekannt ist und an diesem Abend „Time After Time“ von Cindy Lauper performte – selbstbewusst trat sie an das Mikrofon und konnte mit ihrer Stimmkraft das Publikum sofort von sich überzeugen. Lobenswert sei auch ihre wunderbare Aussprache, die besonders im indonesischen Titel „Holong Naso Tarputik“, wohl ein persönliches Fable Delagos, zum Ausdruck kam.

The Blues goes on.

Ein junger Urmusikant, den Delago schon länger beobachtet hat, war ebenfalls zu Gast: Christian Deimbacher. Er gründete unter anderem das Tubaquartett „Fat Lips“ und ist auch bekannt aus der Formation „Saltbrennt“ – spezialisierte sich doch neben Klarinette auf Tuba und insbesondere auf die Mundharmonika, welche mit dem Titel „Hermann’s Day“ den gesamten Glenthof mit einer Menge Blues erfüllte. Doch neben den neuen Gesichtern, die mit der Stadtmusik Imst ein Ensemble bilden, durfte auch die Gesangslegende Charly Baumgartner nicht fehlen. Der immerhin schon 70-Jährige beeindruckt seit jeher mit seiner unglaublichen Stimme, wie er mit „CCR Medley“ von Fogerty und „Diavolo in me“ von Zucchero bewies – quasi auf Teufel komm raus.

Zugabe.

Bereits beim ersten „iMstrumental“-Konzert wurde „With a little Help from my Friends“ von Joe Cocker von der Stadtmusik interpretiert und dies ließ man zusammen mit Charly Baumgartner, den Soulgirls Laura Wagner und Valentina Eberlein sowie Delago selbst als Zugabe erklingen. Mit dem Schlussmarsch wurde das Publikum nach heftigem Applaus entlassen und zeigte sich wohlbesonnen – sie schienen „iMstrumentalisiert“ worden zu sein. Die Erklärung liegt wohl in der Leidenschaft des Musizierens: Es ist die Freude, die dabei vermittelt wird und auf das Publikum übergeht. Ein vielseitiger Konzertabend, der zeigt, dass Blasmusik auch anders kann: Außergewöhnlich, durch einzigartige Innovationen gelungen, und deshalb schlichtweg beeindruckend. Chapeau!

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.