Auswüchse bei Ball in Zirl sorgen für Unmut

Die Jungbauernschaft/Landjugend freut sich über eine hervorragende Ballbilanz. Den Anrainern ist die Balllust allerdings vergangen. Foto: Alexander Kulaita

Jungbauern organisierten tollen Ball – Nicht eingelassene Jugendliche sorgten vor dem B4 für wüste Zustände

Die Zirler Jungbauernschaft/Landjugend hat vorletzten Samstag im Kultur- und Veranstaltungszentrum B4 nach langer Abstinenz wieder einen Jungbauernball abgehalten. Der Jubel über die gelungene Veranstaltung war nachher groß. „Aus allen Nähten platzte der Veranstaltungssaal“, hieß es nachher. Doch jede Medaille hat zwei Seiten: In der Herrentoilette „platzte“ eine eingetretene Rigipswand, vor dem B4 gab es Rowdytum von nicht zum Ball eingelassenen Jugendlichen. 

Eines vorweg: Die Jungbauernschaft/Landjugend Zirl hat alles unternommen, um unangenehme Vorfälle im und vor dem Lokal zu vermeiden. Der Jungbauernball war bestens organisiert, einheimische und auswärtige Gäste waren vom musikalischen Programm mit den „Zillertaler Mandern“ und „DJ Ninedegree“ sowie auch vom kulinarischen Angebot begeistert. Securitys überprüften in einer Sicherheitsschleuse das Alter der Ballbesucher, zu junge Jugendliche wurden nicht eingelassen. Mit dem Ergebnis, dass sich vor allem die nicht eingelassene „Meute“ vor dem B4 niedergesoffen  und für Randale gesorgt hat.

E-MAIL AN DIE GEMEINDEFÜHRUNG. „Es kann nicht im Sinne der Gemeindeführung sein, dass die unmittelbaren Nachbarn des Veranstaltungszentrums gefühlte 20 Mal in der Nacht aus dem Schlaf gerissen werden bzw. gar nicht mehr einschlafen können aufgrund des Geschreies, der Musik, Autos, Mopeds  und dergleichen. Mit der Veranstaltungsleitung habe ich vergangenes Jahr schon besprochen, dass der Securitydienst auch außerhalb der Räumlichkeiten mit mindestens zwei Mann ost- und westseitig  des B4 für Ruhe und Ordnung sorgt. Zu unserem Bedauern, wurde das bis zum heutigen Tage noch nie eingehalten! Der heutige Tag hätte mit wunderschönem Herbstwetter begonnen – bis ich den ersten Schritt vor die Haustüre gesetzt habe und mich zwischen „Kotze“ und  „Pisse“ hindurchschlängeln musste. Auch andere Nachbarn, die ich in der Früh getroffen habe, waren über diesen Lärmpegel während der halben Nacht verärgert und mussten sogar Schlaftabletten einnehmen, um ein wenig Schlaf zu bekommen! Ich hoffe, ihr werdet in Zukunft bei solchen Veranstaltungen Schritte einleiten, die die Lebensqualität um das Veranstaltungszentrum/Kindergarten herum wieder lebenswert machen“, beklagte sich am Tag nach dem Jungbauernball per E-Mail ein aufgebrachter Anrainer bei der Gemeindeführung. Sabine Gaspari, die für die Veranstaltungen im B4 zuständig ist, erklärt gegenüber der RUNDSCHAU, dass die Organisatoren an den Vorkommnissen keine Schuld treffe. „Die Jungbauern hatten den Ball liebevoll vorbereitet. Es gab Securitys, eine Sicherheitsschleuse, Mehrwegbecher etc. Es gab aber auch einen großen Ansturm von Jugendlichen, die aufgrund ihres Alters nicht zum Ball zugelassen wurden, andere durften nicht hinein, weil der Saal schon total voll war. Das führte dazu, dass sich einige von denen vor dem Lokal versammelten und dort für Probleme sorgten. Wenn die Polizei kommt und junge Leute, die wegen ihres Alters spät in der Nacht nicht mehr unterwegs sein dürfen, nach Hause schickt, sind sie einige Minuten danach wieder da“, weiß Gaspari und sie betont in dem Zusammenhang, dass auch Eltern ihrer Aufsichtspflicht nachkommen sollten. Dass während der Ballnacht auch im B4 nicht alles glatt abgelaufen ist, streitet Gaspari nicht ab. „Es stimmt, dass in der Herrentoilette eine Rigipswand eingetreten wurde. Auch in diesem Fall kann man den Ballorganisatoren keine Schuld geben. So etwas gab es anderswo auch schon!“

Dieses Häufchen direkt vor der Haustür wirkt bestimmt nicht appetitanregend. Foto: privat