Batterien im Restmüll sind großes Problem

Weisen auf die Gefahr von Batterien im Restmüll hin: V.l. Prof. Roland Pomberger, Ingeborg Freudenthaler und Prokurist Christian Sailer. RS-Foto: Schnöll

„Beschädigte Lithium-Batterien fangen rasch Feuer“, warnt man im Inzinger Entsorgungsunternehmen „Freudenthaler“  

Wenn es um das Thema Abfallentsorgung geht, ist die in Inzing ansässige Firma „Freudenthaler“ der Spezialist in Westösterreich. Von Zell am See bis Dornbirn schätzt die Industrie den Service des Abfallentsorgungsunternehmens, das sich auch neuen Herausforderungen wie der Entsorgung von Lithium-Batterien stellt und auf Nachhaltigkeit setzt. „Freudenthaler“ hat sich längst vom Entsorger zum Ressourcenmanager entwickelt. Für jede Entsorgungsanforderung die optimale Lösung zu finden: Darauf konzentriert sich das Unternehmen in seiner 45-jährigen Erfahrung mit hochspezialisierten Mitarbeitern. Vergangenen Donnerstag durften bei einem Pressegespräch interessierte Journalisten hinter die Kulissen blicken. 

„Freudenthaler“ punktet als zentraler und leistungsfähiger Entsorger mit entsprechender Kapazität und großem Know-How. „In Inzing werden pro Jahr rund 60.000 Tonnen gefährliche und nicht gefährliche Abfälle übernommen – ein großer Teil davon wird direkt in den eigenen Anlagen umweltschonend behandelt. Über fünfzig bestens ausgebildete Mitarbeiter sorgen mit ihrem Spezialwissen in den Bereichen Chemie, Gefahrguttransport, Projektabwicklung und Ressourcenmanagement dafür, dass jede Art von Abfall so nachhaltig wie möglich behandelt wird. Mit einer Flotte von rund 15 Spezialfahrzeugen und einer 24-Stunden-Notrufhotline bietet Freudenthaler seinen Kunden die Sicherheit, im Anlassfall rund um die Uhr vor Ort sein zu können. Diese hohe Qualität wird geschätzt“, weiß Prokurist Christian Sailer und er führt weiter an: „Rund 2.600 Kunden zwischen Zell am See und Dornbirn setzen auf unsere Dienstleistungen“. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung zeigt sich das Unternehmen zufrieden – in der Vergangenheit konnte jährlich ein durchschnittliches Umsatzplus von 7 Prozent verzeichnet werden, für 2018 wird ein ähnlicher Wert erwartet.

HALLENBRAND. Zum 45. Firmenjubiläum punktet Freudenthaler mit neuen Hallen: „Durch einen Brand in der alten Halle standen wir im ersten Halbjahr 2018 vor der Herausforderung, so schnell wie möglich adäquaten Ersatz zu schaffen, denn unsere Kunden müssen ‚just in time‘ versorgt werden“, erklärt Geschäftsführerin Ingeborg Freudenthaler. „Dank des großen Einsatzes und des perfekten Zusammenspiels unserer Mitarbeiter und aller externen Firmen konnten wir bereits Anfang Oktober in den neuen Hallen starten. Es versteht sich von selbst, dass wir diese Gelegenheit natürlich genutzt haben, um auch für alle künftigen Herausforderungen im Sinne unserer Kunden bestens gerüstet zu sein.“ Im Zuge der Errichtung wurden die Hallen mit neuesten Sicherheitssystemen ausgerüstet: Hochsensible Wärmebildkameras, die 24 Stunden lang auf jede kleinste thermische Veränderung reagieren und im Notfall die automatische Löschanlage aktivieren, werden eingesetzt. Notwendig machen dies die Herausforderungen, die mit dem Thema „Future Waste“ verbunden sind: Bilder von Plastikmüll, der bereits Teppiche in den Ozeanen bildet, haben zu erhöhtem Problembewusstsein für dieses „Müllproblem“ und auch zu gesetzlichen Regelungen geführt. Ebenso dringlich gefordert sind gerade für Entsorger, aber auch für private Haushalte,  Lösungen für Lithium-Batterien. Allein in Österreich landen davon rund 700.000 im Restmüll.

GEFÄHRLICHE LITHIUM-BATTERIEN. Wie gefährlich im Restmüll entsorgte Lithium-Batterien sind, zeigt Ingeborg Freudenthaler auf. „Lithium-Batterien im Restmüll sind für Entsorger eine Katastrophe“, sagt sie. Prof. Roland Pomberger von der Montanuni Leoben ergänzt: „Dass diese Batterien in Handys und Laptops verbaut sind, ist manch einem bewusst. Aber auch E-Bikes, Drohnen oder blinkende Kinderschuhe genauso wie Elektroautos sind damit ausgestattet. Der Einsatz steigt massiv. Winzige Schäden reichen aus, um das Brandrisiko deutlich zu erhöhen – nicht nur bei den Entsorgern, sondern auch im Handel und im privaten Haushalt!“ Eine Lösung für dieses dringliche Problem kann nur gemeinsam mit allen Betroffenen gefunden werden – Hersteller, Konsumenten, Entsorger und Politik. „Eine Sammelquote von 80, 90 Prozent könnte das Problem relativ leicht aus der Welt schaffen. Derzeit liegt die gesetzlich vorgeschrieben Quote bei 45 Prozent“, erklärt Pomberger.

Lithium-Batterien müssen unbedingt fachgerecht entsorgt werden. RS-Foto: Schnöll