Bauansuchen eingereicht

Auf diesem Grundstück in der Unterengere in Zams soll die umkämpfte Wohnan-lage errichtet werden. Es gibt 35 Wohnungen, die sich auf vier Baukörper verteilen. RS-Foto: Tiefenbacher

Zams: Umkämpftes Wohnprojekt in der Unterengere wird von WE-Tirol Wohnbaugesellschaft weiter vorangetrieben

 

Was man sich schon lange erwartet hat, das ist nun -geschehen: Die Tiroler gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H. „wohnungseigentum“ (WE) reichte das Bauansuchen für das umkämpfte Wohnprojekt in der Unterengere in Zams bei der Gemeinde Zams ein.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Ein Grundstück der Diözese in der Unterengere in Zams wurde für ein Projekt des sozialen Wohnbaus zur Verfügung gestellt. Bauwerberin ist die „WE“. Um die Zustimmung der Gemeinde Zams zu erhalten, musste diese das Bauvorhaben verkleinern. Anstelle der ursprünglich 50 Wohnungen werden nur noch 35 errichtet. Im Juni 2017 beschlossen die Zammer Gemeinderäte den Entwurf über die Erlassung eines Bebauungsplanes für die Wohnanlage zur öffentlichen Einsichtnahme aufzulegen. Dieser Beschluss rief erneut die Anrainer der Unterengere und die Bürgerinitiative „Lebenswertes Zams“, die von Beginn an Bedenken gegen das geplante Wohnbauprojekt äußerten (sie sorgten sich, dass das Vorhaben ihre Wohn- und Lebensqualität mindern als auch das Ortsbild negativ verändern würde, zudem sei die Verkehrssituation nicht verantwortbar), auf den Plan: Sie erhoben Einwendungen gegen das Bauvorhaben. Diese wurden im Juli 2017 vom Gemeinderat bei einer Enthaltung abgewiesen mit der Begründung, dass „nach Abwägung aller Argumente das öffentliche Interesse gegenüber den in der Stellungnahme aufgelisteten persönlichen Interessen überwiegt“. Von diesem Gremium wurde gleichzeitig bei einer Gegenstimme auch die Erlassung des Bebauungsplanes beschlossen. Damit dürfte das umkämpfte Bauprojekt wohl die größte Hürde genommen haben.

 

BAUVERHANDLUNG. Der Bebauungsplan ist bereits rechtskräftig. Somit kann die „WE“ das Wohnprojekt weiter vorantreiben. Das tat die Wohnbaugesellschaft bereits, indem sie ein Ansuchen um Erteilung einer Baubewilligung einreichte. Bgm. Siegmund Geiger bestätigte auf Nachfrage der RUNDSCHAU, dass ein diesbezügliches Ansuchen bei der Gemeinde Zams eingelangt ist. Wann die Bauverhandlung stattfindet, kann Bgm. Geiger noch nicht sagen. Ein Termin steht noch nicht fest. Grund dafür sind zwei Gutachten, ein Lärm- und ein Emissionsgutachten, die noch eingeholt werden. Wie lange die Bearbeitungszeit für diese Gutachten ist, darauf könne er, so Geiger, keinen Einfluss nehmen. Der Zammer Dorfchef rechnet, dass es zwei bis drei Monate dauern wird, bis diese vorliegen werden. „Dann wird die Bauverhandlung umgehend ausgeschrieben“, sagte Geiger. Die beiden Gutachten werden eingeholt, um die rechtliche Seite einwandfrei klären zu können. „Ich möchte den Anrainern der Unterengere sagen können, dass von der rechtlichen Seite her alles passt. Ob jemand dann bei der Bauverhandlung das Recht, eine Stellungnahme abzugeben, wahrnimmt, ist ihm selbst überlassen“, erklärte der Bürgermeister. Ein verkehrstechnisches Gutachten braucht nicht mehr eingeholt werden, ein solches ist bereits vorhanden.

 

KOMPROMISSVORSCHLAG. Übrigens: Der in einer Gemeinderatssitzung aufgetauchte „Kompromissvorschlag“, mittels Grundtausch könnte das Wohnprojekt vom jetzigen Standort in der Unterengere auf eine freie Wiese westlich des Venetparkplatzes übersiedeln, war nach Recherchen der RUNDSCHAU für jene, die direkt in dieses Projekt involviert sind, nie ernsthaftes Thema.

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