Baustellenbesichtigung am Betagtenheim Imst

Die Aussicht auf die Stadt und ins Gurgltal kann sich sehen lassen. RS-Fotos: Parth

Baukosten von 4,6 Millionen Euro sowie Zeitplan „voll im Rahmen“

Es wird gebaggert, geschremmt, betoniert und es wurde bereits mit den ersten Innenausbauten begonnen: Im Betagtenheim in Imst läuft die Aus- und Umbau-Maschinerie derzeit auf Hochtouren. Die Unannehmlichkeiten nehmen HeimbewohnerInnen, Angehörige und Personal relativ gelassen hin, haben sie doch ein Ziel vor Augen: „Vor Weihnachten soll“s fertig sein!“ Momentan sieht alles danach aus.

„Wir hoffen auf das Christkind“, formuliert es Heimleiter Edgar Tangl diplomatisch. Der RUNDSCHAU-Lokalaugenschein lässt keine Zweifel darüber aufkommen, warum selbst Diplomaten im Wort unterbrochen werden. „Die Schremmzeiten sind mit den Pflegezeiten gleichgeschaltet, sodass in den Ruhezeiten auch wirklich Ruhe herrscht“, so Tangl. Momentan befinden sich noch 42 HeimbewohnerInnen in Imst. 15 weitere sind nach Arzl „übersiedelt“. „Wir alle freuen uns, wenn“s fertig ist“, bekundet Tangl unverhohlen. Zwar gäbe es die üblichen Belästigungen wie Lärm und Staub, doch würden die BewohnerInnen gleich wie das Personal das unverhoffte „Unterhaltungsprogramm“ durch die Baustelle gelassen ertragen. „Auch die Angehörigen stehen hinter dem Umbau, der eine deutliche Qualitätsverbesserung darstellt“, dankt Tangl.

FIRSTFEIER. „Die Gänge werden weiter. Lichtkuppeln, großzügige Glasfenster und Lichtschächte machen alles heller und freundlicher“, informiert Architekt Peter Schillfahrt. Die Benutzerfreundlichkeit steige mit jedem Umbau, weiß Schillfahrt, hat er doch bereits in der Vergangenheit im Betagtenheim der Stadt Imst architektonisch mitgewirkt. „Nächste Woche haben wir die Firstfeier. Die anfänglichen Verzögerungen zu Baubeginn konnten wir wieder einarbeiten, womit wir wieder voll im Zeitplan liegen“, bestätigt der Architekt, der auch die Bauleitung innehat. Die Kuratorin für das Betagtenheim, Gemeinderätin Brigitte Flür, hat sich bereits in den vergangenen zwölf Jahren mit diesem Thema beschäftigt: „Der Architekt kennt das Haus, das macht vieles leichter. Der Umbau war dringend notwendig. Einzelzimmer sind heutzutage einfach Standard.“ Auch der Grad an Pflegebedürftigkeit von BewohnerInnen eines Pflegeheimes habe sich über die Jahre stark verändert. „Man muss einfach sagen, dass wir ein Pflegeheim betreiben. Dies umfasst einfach eine gewisse Pflegestufe“, klärt Heimleiter Tangl auf. Auch rücke das Pflegeheim immer stärker in die Funktion einer Übergangspflege nach einem Spitalsaufenthalt. Gitti Flür kann sich an Faschingsbälle im Heim erinnern, „wo die BewohnerInnen im Saal getanzt“ hätten. „Das wäre heutzutage wohl kaum in der Form denkbar“, so Flür.

PLANMÄßIG. „Bereits 1985 war angedacht, das Betagtenheim aufzustocken“, weiß Architekt Schillfahrt zu berichten. Es habe vier, fünf Umbauten gegeben, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Der laufende Zu- und Umbau werde jedenfalls ein weiterer Meilenstein. „Das Haus wird durch die Neugestaltung von allen Seiten lebendig und in sich harmonisch. Der Ausblick von den Zimmern ist einfach herrlich und hat bereits das Interesse der Nachbarschaft am Weinberg geweckt. Ein eben zu beschreitender Weg im Außenbereich verbindet die Gebäudeteile“, gerät der Heimleiter beinahe ins Schwärmen. Mit den Baukosten bei rund 4,6 Millionen Euro liege man „im grünen Bereich“. Wobei man mit Förderungen von rund der Hälfte für die Stadtgemeinde rechne, hebt GR Flür hervor. In Summe würden 66 neue Betten entstehen. Ein besonderes Highlight werde der neue Andachtsraum. Dieser werde künftig auch durch einen separaten Eingang für Besucher von außerhalb erreichbar sein. „Bislang war ein Zugang nur durch das Heim möglich“, erinnert Tangl. Der Hausgemeinschaft besonders zuträglich wird der neue Gemeinschaftsraum. „Hier kommen dann alle BewohnerInnen und MitarbeiterInnen zusammen“, freut sich Tangl, der sich sichtlich auf die heurige Weihnachtsfeier freut. Architekt Schillfahrt bestätigt ihm erneut den Termin mit buchhalterischer Vorsicht: „…wenn“s nit ganz blöd läuft“.