Begeisterung und tiefe Emotionen beim Nikolokonzert

Die Musikerinnen und Musiker dürfen sich mit Recht über ihre Performance freuen. RS-Foto: Chauvin

Die Plansee Werksmusik traf wieder ins Schwarze

Das Nikolokonzert der Plansee Werksmusik ist seit Jahren ein „Das muss ein Blasmusikliebhaber gehört haben“-Ereignis. Auch in diesem Jahr haben Kapellmeister Michael Brunner und seine 52 Musikerinnen und Musiker die Fans der Kapelle mit einem großartigen Programm überrascht und begeistert. Begonnen hat der Abend traditionsgemäß mit dem Walter-Schwarzkopf-Marsch von Günter Koch.

Von Claudia Chauvin

Viele Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und der Musikwelt gaben sich ein Stelldichein, selbstverständlich auch Dr. Michael Schwarzkopf, Pfarrer Mathias Stieger, Dipl. Ing., Bernhard Schretter und Mag. Karlheinz Wex mit ihren Damen und Kooperator Fritz Kerschbaumer. In seiner Begrüßung dankte Obmann Karlheinz Scheiber Familie Schwarzkopf und der Unternehmensleitung für die anhaltende Unterstützung der Werksmusik und vielen Weiteren, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben.
Dann hatte Scheiber noch eine besonders schöne Aufgabe, denn er konnte eine neue Moderatorin begrüßen. Katja Rosenmüller, eine Plansee-Mitarbeiterin, die dann heiter, fröhlich, mit viel Informationen und sehr souverän durch den Abend führte. Übrigens war von „Lampenfieber“ bei ihrem Debüt (fast) nichts zu merken.
Mit dem beliebten Marsch „O, du mein Österreich“, der heimlichen Hymne des Landes, von Franz v. Suppé (1819–1895) begann der offizielle Teil. Zum Jubiläum „100 Jahre Österreich“ hat der in Linz 1966 geborene Komponist Thomas Doss das festliche Werk „A Centennial Adventure“ geschrieben, das 2018 uraufgeführt wurde. In vier Teilen wird die Geschichte beschrieben: die gute alte Zeit, Zeit der Angst, Gründung der Republik und Land der Freiheit.
Wer möchte zu den Klängen des Walzers „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss (1825–1899) nicht tanzen. Das wollte auch die Moderatorin und wettete darauf, dass sie einen Tanzpartner (ohne Damenwahl!) bekommen würde. Und sie hat gewonnen, denn Kollege Alexander Tautermann forderte sie zum Tanz auf. Der von Anton Sollfener arrangierte Konzertwalzer ließ auch die Zuhörer mitschwingen, tanzen wollte jedoch niemand.
Doch dann wurde es sehr anspruchsvoll und schwierig bei der „Radetzky Ouverture“ von Hans Stilp (1882–1956), die auch schon als Pflichtstück in der Stufe D rangierte. Höchste Konzentration in jedem einzelnen Register verlangt das von Hans Felix Husadel (1897–1964) für Blasorchester arrangierte Werk. Und diese Spannung und Energie waren auch im Publikum zu spüren. Viel Beifall wurde dieser hervorragenden Darbietung gezollt.
Power pur – nannte Rosenmüller das erste Stück nach der Pause. Bei dem kurzen „Sparks of Fire“ von Wietse Meys & Jo Hermans, arr. vom Norweger Richard Johnsen spürten die Gäste pure Lebensfreude und Können. Auch im Reich des Musicals fühlt sich die Plansee Werkskapelle wohl, denn beim fast neunminütigen Stück „Elisabeth“ von Michael Kunze & Sylvester Levay, arr. vom Holländer Johan de Meij (1953) führten die Musiker die Zuhörer direkt zur Kaiserin.
Darf es auch etwas Austro-Pop mit einem beliebten Stück von Rainhard Fendrich (1955) sein? Blasmusik-Komponist Kurt Gäble (1953) hat das Lied „A Herz wie a Bergwerk“ für Blaskapellen arrangiert und im Schwarzkopfsaal wurde es bestens vorgetragen. Das letzte Stück des offiziellen Teils war das Auftragswerk zum 70. Geburtstag der Werksmusik im vergangenen Jahr, komponiert von Martin Rainer. Auch dieser Konzertmarsch „Vereinte Elemente“ stellte hohe Anforderungen an die Kapelle, die sie mit Energie und Freude meisterten.
Zwei Zugaben wurden den Blasmusikfreunden noch geschenkt, „Global Power“, ein Marsch von Günter E. Koch und „Valentin’s Choral“, ein weiteres Stück von Thomas Doss.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.