Benefizkonzert für Nigerias Zukunft

Durch die Teilnahme am Projekt lernen die Frauen das „Fishfarming“ sowie den Anbau von Cassava und anderem Gemüse. Die Ernte dürfen sie an den Märkten selber verkaufen. Später können diese Frauen Kleinkredite bekommen, um dann für sich etwas Eigenes aufzubauen. Foto: Mother Child Welfare Foundation

Engagierte Telferinnen und „Weitblick Help Foundation“ unterstützen ehrgeiziges Hilfsprojekt in Afrika

Der westafrikanische Staat Nigeria hat Indien als das Land mit den meisten in extremer Armut lebender Menschen abgelöst. Laut Angaben der World Poverty Clock (interaktive Website, die Armut in Echtzeit misst) müssen 87 Millionen Menschen mit weniger als zwei Dollar am Tag ihr Auskommen finden. Gemessen an der Gesamtbevölkerung von etwa 190 Millionen Menschen lebt somit fast jeder zweite Nigerianer unterhalb der Armutsgrenze. Drei engagierte Telferinnen wollen mit einem neu ins Leben gerufenen Projekt alleinstehenden Müttern und ihren Kindern zu Arbeit und Schulbildung verhelfen. Aus diesem Anlass geht am kommenden Samstag ein Benefizkonzert im Telfer Noaflhaus über die Bühne. Der Reinerlös fließt ohne Umwege in die ländliche Region Akwa Ibom, wo Frauen das Fishfarming (Fischzucht) sowie den fachgerechten Anbau von Getreide, Obst und Gemüse erlernen und ihnen somit langfristig eine selbstständige Lebensperspektive gegeben werden soll. 

In enger Zusammenarbeit mit der „Mother Child Welfare Foundation“ und unter der Schirmherrschaft der Innsbrucker „Weitblick Help Foundation“ rief die Telferin Judy Kapferer dieses neue Projekt ins Leben. Mit Anita Ofner und Saskia Sievert konnte sie zwei weitere Mitstreiterinnen für ihr Projekt begeistern.

„Ich lebte als Kind drei Jahre in Nigeria und habe daher einen lebenslangen Bezug zu diesem Land. Frauen in ihrer Lebenssituation zu stärken und zu unterstützen ist mir eine Herzensangelegenheit“, so Kapferer über ihre Beweggründe sich für notleidende Menschen in Afrika zu engagieren. Über einen aus Nigeria stammenden und in Innsbruck studierenden Bekannten erfuhr Kapferer von dem in Akwa Ibom laufenden Projekt, bei dem gezielt jungen Frauen zu Arbeit verholfen werden soll.

ARBEIT FÜR JUNGE MÜTTER UND SCHULBILDUNG FÜR DEREN KINDER. Nigeria ist das an Bodenschätzen reichste und zugleich bevölkerungsreichste Land Afrikas. Durch Misswirtschaft und Korruption gehört es jedoch trotz seines Reichtums zu den ärmsten Ländern der Erde. Von Armut betroffen sind hauptsächlich Frauen. Vom Staat kaum bis gar nicht unterstützt kämpfen allein zwei Millionen alleinstehende Mütter, um ihre Kinder zu ernähren und ihnen ein Mindestmaß an Schulbildung zu ermöglichen. Das Ziel der privaten, sozioökonomischen Organisation „Mother Child Welfare Foundation“ ist es, die Not und das Leid alleinstehender Mütter in Nigeria zu lindern. Sie wurde von einer Gruppe Frauen in der Region Akwa Ibom gegründet und wird von ihnen privat finanziert. Gezielte Projekte, wie etwa Fishfarming oder der Ananasanbau und später zu vergebende Kleinkredite geben Frauen und ihren Kindern die Grundlage für eine bessere Zukunft, frei von Armut und Leid. Für ihre Tätigkeit bekommen die Frauen ein Gehalt, ihre Kinder die Möglichkeit einer qualitätsvollen Schulbildung. Die Weiterverarbeitung von Produkten wie beispielsweise die Herstellung von Trockenfisch für den Verkauf oder die Weiterverarbeitung der Maniokernte zu Brotmehl soll längerfristig noch mehr Jobs und wirtschaftliche Möglichkeiten für Frauen schaffen. Im Herzen all dieser Projekte steht immer der Gedanke, dass die Stärkung der Frauen zu nachhaltiger Eigenverantwortung über wirtschaftliche Selbstständigkeit und über Bildung führt. „Derzeit werden etwa 50 Frauen betreut, die Nachfrage und der Bedarf sind jedoch enorm. Schon 1.000 Euro ermöglichen es, zehn Frauen drei Jahre lang einen Platz in unserem Projekt zu sichern“, berichtet Judy Kapferer.

BENEFIZKONZERT GEGEN ARMUT IN NIGERIA. Zur Möglichkeit, das Projekt mit einer finanziellen Zuwendung über das bestehende Spendenkonto (IBAN: AT22 2050 3033 0143 7137 – Kennwort: Nigeria) zu unterstützen, startet am kommenden Samstag die erste von mehreren geplanten Benefizveranstaltungen der „Weitblick Help Foundation“. „Etwa alle zwei Monate werden wir Konzerte, Tanz-abende und kreative Veranstaltungen für Nigerias Frauen durchführen“, so Kapferer. Unterstützt von der Hypo Bank und der Marktgemeinde Telfs konnte die Tiroler Band „Reeds and Strings“ für das Auftaktkonzert gewonnen werden. Die beiden Musiker Walter Tolloy und Markus Geyr laden zu einem musikalischen Trip über den Brenner bis nach Lateinamerika und wieder retour.

Die beiden Tiroler „Grenzüberschreiter“ unterhalten am Samstag, dem 12. Oktober, mit Tango, Samba und mehr. Das Konzert im Telfer Noaflhaus beginnt um 19.30 Uhr. Der Reinerlös des Ticketverkaufs (15 Euro Vorverkauf/18 Euro an der Abendkassa) fließt zur Gänze in das Nigeria-Projekt.

Von Wolfgang Rives

Mit einem Teil der Spendengelder wird den Kindern Schulbildung ermöglicht. Foto: Mother Child Welfare Foundation
Walter Tolloy (l.) und Markus Geyr sind „Reeds and Strings“. Jeder beim Benefizkonzert eingenommene Euro fließt direkt in das Hilfsprojekt. Foto: Reeds and Strings

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