Betroffene Anrainer werden zum Motorradlärm befragt

LH-Stv. Felipe und BH Rumpf (3. und 5. v.l.) leiteten in Reutte mit Vertretern von Gemeinden und Interessenvertretungen eine Beratung über Maßnahmen gegen die Lärmbelastung durch den Motorradverkehr. Foto: Land Tirol/Schwarz

Die Meinung von Experten, Bürgerinitiative und „IG Moto“ ist gefragt

LH-Stv. Ingrid Felipe setzt bei der Erhebung der Lärmbelästigung durch Motorradlärm auf die Zusammen- bzw. Mitarbeit mit der Bevölkerung. Ein bereits in Innsbruck erprobtes Modell soll nun auch im Außerfern umgesetzt werden. Mit den validen Ergebnissen einer repräsentativen Studie sollen dann effektive Maßnahmen entwickelt werden.

Zur Besprechung der nun vorliegenden Daten der Lärmbelastung durch Motorräder hatte BH Katharina Rumpf am Donnerstag, dem 18. Jänner zu einer Beratung mit Experten nach Reutte eingeladen. Verkehrsreferentin LH-Stv. Ingrid Felipe nahm an der Sitzung ebenso teil wie Bürgermeister und Anrainer der betroffenen Planungsverbände, Vertreter der Bürgerinitiative „Xund’s Lechtl“, der Regionalentwicklung Außerfern und nicht zuletzt der „IG Moto“ als Interessenvertretung für Motorradfahrer.
Ingrid Felipe ist persönlich der Einladung gefolgt, um sich selbst ein Bild von der sensiblen Materie zu machen und vor allem Maßnahmen zu fixieren, die die Anrainer nachhaltig entlasten. „Lärm wird von vielen Bürgern immer mehr als Belastung wahrgenommen. Wir nehmen das sehr ernst. Allerdings gibt es kein einheitliches Patentrezept, mit dem man Lärmgeplagte entlasten kann. Daher suchen wir gemeinsam nach Lösungen, die für alle Beteiligten vertretbar und auch verkehrsrechtlich machbar sind“, erklärt sie.

Tempolimits. Ein erstes Gutachten zeigt auf, dass die im letzten Jahr auf Abschnitten der Lechtalstraße B 198, Tannheimer Straße B 199, Berwang-Namloser-Straße L 21, Hahntennjochstraße L 246 und Bschlaber Straße L 266 eingerichteten Geschwindigkeitsbeschränkungen langsam zu wirken beginnen. Diese Tempolimits auf 60 und 80 km/h sind aber auf weiteren Straßenabschnitten einzuführen. Außerdem sind begleitende Überholverbote notwendig. „Dazu folgen in einem nächsten Schritt weitere fachliche Untersuchungen. Ebenso wichtig ist die wirksame Verkehrsüberwachung durch die Polizei. Dafür ist die Errichtung von Kontrollbuchten für die Exekutive und Aufstellung zusätzlicher Radarboxen erforderlich“, so  Felipe.

Es geht wetier. Langfristig zielführend seien unter anderem mehr Bewusstseinsbildung und Maßnahmen, um die Motorräder vor Ort auf ihre Lärmentwicklung überprüfen und besonders laute Maschinen sofort aus dem Verkehr ziehen zu können. Auch eine Angleichung der Höhe der Verkehrsstrafen an Deutschland wurde in der Runde diskutiert. „Viele Raser auf zwei Rädern lassen sich von der Höhe der Strafen nicht abschrecken“, so die auf unzähligen Kontrollen basierende Einschätzung des ebenfalls anwesenden Bezirkskommandanten, Oberstleutnant Egon Lorenz. Dafür bedarf es allerdings bundesgesetzlicher Änderungen – hier sieht LH-Stv. Ingrid Felipe abschließend besonders  Bundesminister Norbert Hofer in der Verantwortung, Tirol im Kampf gegen den Lärm zu unterstützen.  Weitere Besprechungsrunden sollen folgen.