Bevölkerung als „Teil“ des Dorfladens

Bgm. Thomas Lutz: „Es ist notwendig, dass 100 Personen Mitglieder der Genossenschaft werden und eine Stammeinlage von 300 Euro bezahlen – nur dann ist das wirtschaftlich.“ RS-Foto: Archiv

Neues Konzept der Nahversorgung in Grins vorgestellt

 

Eine Arbeitsgruppe hat sich in Grins mit der Nahversorgungssituation auseinandergesetzt – das Ergebnis: ein in -Österreich vermutlich einzigartiges (Automaten-)Konzept. Es laufen Bestrebungen, eine Genossenschaft zu gründen; die -Vermarktung regionaler Produkte soll im Rahmen dieses -Projektes forciert werden.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Am 18. Jänner 2018 fand in Grins erstmals eine Bürgerversammlung statt – mit „sehr großer Beteiligung“, wie sich Bgm. Thomas Lutz erinnert. „Zu diesem Zeitpunkt gab es in Grins weder einen Nahversorger (der Mini-M-Preis hat zuvor geschlossen) noch ein Dorfgasthaus.“ Die GemNova wurde für einen Bürgerbeteiligungsprozess ins Boot geholt, eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, und an die Bevölkerung wurden Fragebögen verschickt. Die Ergebnisse wurden im September 2018 präsentiert. Ein Problem war zu diesem Zeitpunkt schon gelöst: „Am 1. November hat das Gasthaus Maultasch wieder aufgesperrt“, ergänzt Thomas Lutz. Nun gibt’s auch ein Ergebnis der Nahversorgungs-überlegungen der Arbeitsgruppe, zu der Gemeinderäte und andere Bürger zählten. Es wurde am 24. April im Gemeindesaal Grins präsentiert.

 

„SIND DABEI, GENOSSENSCHAFT ZU GRÜNDEN“. Die ehemaligen Räumlichkeiten des Mini-M-Marktes werden wieder für einen Nahversorger verwendet, allerdings in einer anderen Form – Bgm. Lutz: „Es wird kein Geschäft im klassischen Sinn, hier werden Automaten (Kästchen) untergebracht sein.“ Derzeit ist man dabei, eine Genossenschaft zu gründen: „Dafür ist es notwendig, dass 100 Personen Mitglieder werden und eine Stammeinlage von 300 Euro bezahlen – nur dann ist das wirtschaftlich … Wenn das Ganze dann floriert, ist geplant, diese Stammeinlage an die Mitglieder zurückzuzahlen.“ Die Genossenschaftsmitglieder können ein Kästchen um 5 Euro pro Monat, Nichtmitglieder für 15 Euro pro Monat anmieten. „Aktuell laufen Gespräche mit den Firmen Grissemann und Ruetz“, erklärt Bgm. Lutz über mögliche „Befüller“ dieser Kästchen. Die Kunden können online Waren bestellen, die Firmen liefern – jedoch nicht nach Hause, sondern befüllen die Automaten.

 

WAHRSCHEINLICH EINZIGARTIG IN ÖSTERREICH“. Finanziert wird dieses Projekt durch Landesförderungen, auch die Gemeinde beteiligt sich finanziell, ebenso Sponsoren und natürlich die Genossenschaftsmitglieder durch die Stammeinlagen. Geöffnet wird der Raum nicht rund um die Uhr sein: „Diese Zeiten werden wir noch festlegen, es werden aber großzügige Öffnungszeiten werden“, sagt der Dorfchef. Momentan läuft für dieses innovative, möglicherweise österreichweit einzigartige Projekt die Mitgliedersuche – die Frist endet am 24. Mai: „Da entscheidet sich dann, ob und wie es weitergeht“, erklärt Lutz, der noch einmal auf die Mindestmitgliederzahl von 100 hinweist. Es gibt Bestrebungen, in Grins auch regionale Produkte zu verkaufen: „Eine Idee wäre, dass in diesen Räumlichkeiten z.B. 14-tägig eine Art Bauernmarkt stattfindet, auf welchem Bauern ihre regionalen Produkte anbieten können.“

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