Beziehungsoptimierung

Liebe Freunde des wohl dosierten Umgangs mit den Mitmenschen!

Unlängst lauschte ich einem Gespräch zweier Frauen. Es ging um die Harmonie im Alltag. Und um die Nutzung esoterischer Erkenntnisse zur Verbesserung der Lebensqualität im persönlichen Umfeld. An und für sich für mich nichts Neues. Doch ein Begriff stach mir regelrecht ins Ohr. Eine der beiden Damen lobte sich selbst. Ihr Umgang mit dem gerade aktuellen Lebensabschnittspartner und das damit verbundene Klima sei im Moment spitze. Das Erfolgsgeheimnis seien die regelmäßig abgehaltenen beziehungsoptimierenden Gespräche. Wow!

Ich wollte mich nicht direkt in die geistreiche Unterhaltung einklinken. Vielmehr beschloss ich, noch intensiver zuzuhören. Alsbald verknüpfte ich die salbungsvollen Worte mit eigenen Gedanken – ein Prozess, der mitunter weit bewusstseinsbildender sein kann als das Lesen, Fernsehen, Twittern oder Chatten. Mir als Freund treffender Worte gefiel nicht nur die Botschaft des Gesprochenen. Nein. Allein die Formulierungen waren ein Genuss. Ich musste fast 60 Jahre alt werden, um nachhaltig zu erfahren, dass die verbale Kommunikation mit einem geliebten Menschen situationselastisch zu führen sei. Bis dato war ich der Meinung, der Frieden im Hause wäre steigerungsfähig, wenn wir Männer uns bemühen, die Frauen zu verstehen. Jetzt weiß ich: Es ist umgekehrt. Nur das weibliche Einfühlungsvermögen ist entscheidend. Allein die Männerversteherinnen regeln letztlich alles! Beim Vor-mich-hin-Sinnieren kam mir die Geschichte eines Freundes in den Sinn. Er schien die Sache schon vor Jahren begriffen zu haben. Beim Zusammenleben zwischen Mann und Frau gebe es zwei entscheidende Faktoren:

1.) Das Rechthaben.

2.) Das Glücklichsein.

Mein Freund, offensichtlich ein erfolgreicher Frauenversteher, gab auch gleich Antwort: „Ich habe mich für das Glücklichsein entschieden!“ Kurzum: Im Zweifel ist das Zuhören die einzig zielführende Variante.

Meinhard Eiter

 

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