Bezirkshauptmann Raimund Waldner

Bezirkshauptmann HR Dr. Raimund Waldner: „Man muss die Leute auch aufklären und anleiten, denn die Materien sind ja oft recht komplex. Lediglich behördlich zu entscheiden ist oft zu wenig. Die Gespräche zwischen den Abteilungen der Bezirkshauptmannschaft und den KundInnen sollen einfach auf Augenhöhe ablaufen, darauf lege ich großen Wert.“ RS-Foto: Bundschuh

„Ich glaub‘, es war ein gutes Jahr …“

Die hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Bezirkshauptmannschaft Imst wurde durch eine groß angelegte Umfrage des Landes Tirol ermittelt. 91 Prozent der Befragten äußerten, dass sie ihre Anliegen in der BH–Imst gut einbringen konnten. Dass die Erwartungen der BürgerInnen an die BH–Imst hoch seien, aber als gut erfüllt anzusehen sind, meinte auch LH Günther Platter. Die RUNDSCHAU nahm das gute Abschneiden der Imster Behörde in der Meinung der Menschen im Bezirk zum Anlass, „Bezirkschef“ Dr. Raimund Waldner zu einem Interview zu bitten.

Wer Raimund Waldner kennen gelernt hat, wird ihn als umgänglichen Menschen erfahren haben. Aber natürlich ist, wie er selbst sagt, in vielen Fällen ein Kaffeehausbesuch angenehmer als der Weg zur Bezirkshauptmannschaft. Man sei aber seitens der Behörde bemüht, den KundInnen auch im Sinne einer Serviceeinrichtung zu begegnen. „Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen auch Behördenstrukturen. Auch die Bezirkshauptmannschaften haben sich vom starren Obrigkeitsdenken längst losgesagt und als bürgernahe Einrichtungen etabliert. Man muss die Leute auch aufklären und anleiten, nicht nur behördlich entscheiden. Die Gespräche zwischen den Abteilungen der Bezirkshauptmannschaft und den KundInnen sollen einfach auf Augenhöhe ablaufen, darauf lege ich großen Wert“, so Dr. Waldner in Zusammenfassung.

Jurist mit Verstand.

Raimund Waldner im RUNDSCHAU Talk: „Ja, also geboren bin ich 1957 in Pians und hatte eine ganz normale Ausbildung. Volksschule und Gymnasium mit Internat im Leopoldinum in Hall. Es war eine gute Schule und auch eine Lebensschule, jedenfalls habe ich das so empfunden. 1976 habe ich dann maturiert. Als Schüler war ich übrigens nicht spitze, also keine Auszeichnungen oder so, aber ,es is alm guat gangen‘. Nach Studium und Bundesheer hat mich der Verwaltungsdienst schon recht interessiert, weil mein Onkel Bezirkshauptmann von Landeck war und so bekam ich halt eine Ahnung von solchen Berufsbildern. Ja und bevor ich es vergesse, im Studium war Deutsche Rechtsgeschichte mein Lieblingsfach. Da denke ich auch an den legendären Universitätsprofessor, Fachbuchautor und Mehrfachdoktor Professor Nikolaus Grass. Der besuchte meinen Vater auf unserem Hof, dozierte über Schneefluchtrechte und wurde als ,a bissl a verwahnter‘ Professor beschrieben. Bei der Prüfung schaffte ich es irgendwie, das Thema auf Almfragen zu bringen, das hat ihm gefallen und mir ein „Ausgezeichnet“ eingebracht, irgendwie eine nette Begebenheit. Meine Laufbahn startete recht gut, weil der damalige Landeshauptmann Eduard Wallnöfer nach so einer Art Hearing meinte: ,Du kimmsch zum Land, weil mir brauchen Juristen mit bäuerlichem Hausverstand‘, damit war das Einstellungsgespräch auch schon gelaufen. Daraufhin begann ich in Innsbruck in der Verkehrsabteilung, für mich ein großes Glück. Ich mag nämlich den Kontakt zu den Kunden lieber als reine Aktenarbeit. Im Laufe der Jahre machte ich alle Abteilungen durch, das war schon eine super Ausbildung, auf diesen Grundstock kann ich noch heute zurückgreifen. 2000 wurde die Stelle in Imst frei, das hat mich sehr interessiert und ich wurde auch auf Anhieb bestellt. Als Oberländer bin ich natürlich gerne hier, ich mag die „Handschlagqualität“ und das jahrelange Pendeln nach Innsbruck war somit auch vorbei. Freizeitmäßig bin ich ein ziemlicher „Bergfex“ und gehe gerne Skifahren, früher spielte ich auch Fußball. Schach- und Karten sind auch eine Leidenschaft von mir. Wir haben zwei erwachsene Kinder und gute Freunde. Freizeit heißt für mich ,Hoamkommen‘ und Feierabend haben, das ist einfach fein und wichtig und so ganz ohne ,halli galli‘.“

Das Jahr 2017 bringt einen Run auf Reisepässe, 100000 Neuausstellungen sind tirolweit zu erwarten. Das „Superpassjahr“ gründet auf dem „Reisepassboom“ 2007 mit der damaligen Einführung des neuen Dokuments. Neben dem Gesichtsbild werden auch zwei Fingerabdrücke auf dem Chip gespeichert, dieser Vorgang wurde bereits 2009 eingeführt. Also ganz einfach nicht bis zum Sommer warten, frühzeitig den Antrag stellen, dann geht es mit der Ausstellung ganz „locker vom Hocker.“

Von Peter Bundschuh

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.