Biberwier plant geförderten Wohnbau

Thomas Strele – vom Büro Architektur Walch und Partner – und Bgm. Mascher (v.l.) sehen den Ortsteil Rauth als ideal für eine Umsetzung des Wohnbauprojekts. RS-Fotos: Schretter

Projekt im Ortsteil Rauth soll vor allem jungen Leuten und Familien leistbares Wohnen ermöglichen

In Biberwier, genauer im Ortsteil Rauth, verfügt der Tiroler Bodenfonds über Grundstücke für den geförderten Wohnbau. Die Vergabe dieser Bauplätze erfolgt primär über die jeweilige Gemeinde. Wenn Bedarf besteht, soll auf diesen Grundstücken leistbarer Wohnraum für Ortsansässige entstehen.

Bürgermeister Paul Mascher sieht im geplanten Wohnbauprojekt einen zukunftsweisenden Schritt, wäre dies doch das erste derartige geförderte Wohnbauprojekt in Biberwier.
Die Grundstücke in Rauth sind entsprechend gewidmet und bereits voll erschlossen. Im Gespräch mit der Presse betonte Bgm. Mascher, dass die Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes vorgezogen werden wird, mit dem Ziel einer raschen Koordination für den gesamten Ort. „Wir wollen möglichst rasch eine Gesamtsicht ermitteln“, so der Ortschef und führt weiter aus: „Im letzten Gemeinderat wurde beschlossen, dass bis Ende März eine Bedarfserhebung stehen soll, die zeigen wird, wie eine Bebauung mit Einfamilienhäusern bzw. verdichtetem Wohnbau aussehen könnte.“ Für diese Bedarfserhebung werden alle Haushalte in Biberwier schriftliche verständigt und über alle Details informiert.
Biberwier zählt aktuell 630 Einwohner bei gleichbleibender Tendenz. Das Projekt Rauth würde eine Attraktivierung Biberwiers als Wohnort mit sich bringen, ist sich Bgm. Mascher sicher. Noch im Frühling soll mit dem Bau des Chaletdorfes (die Betreibergesellschaft LMM – Langes, Melchior, Marcat) begonnen werden. Das Hotel „Alpina” könnte bald von einem Investor übernommen werden, der dann auch eine Erweiterung der bestehenden Substanz finanzieren würde.  „Für diese touristischen Einrichtungen werden dann natürlich Arbeitskräfte gebraucht. Und die wiederum brauchen Wohngelegenheiten. Geförderter Wohnbau, wie das Projekt im Rauth, ist dafür wie geschaffen“, sieht sich der Ortschef in seinem Ansinnen bestärkt. Wohnbau kann auch Arbeitskräfte binden, ist er überzeugt.

Ideale Fläche. Thomas Strele, von Architektur Walch und Partner, betrachtet die Grundstücke in der Rauth als ideal für den geförderten Wohnbau. „Das Ortszentrum ist von der Rauth aus bequem fußläufig erreichbar. Gerade für junge Familien ist das ideal, der Schulweg für die Kinder ist nicht gefährlich und ohne Auto oder Bus absolut bewältigbar. Wer in der Rauth wohnt, kann jede dörfliche Infrastruktur ohne großen Aufwand nutzen. Dem Leben im Dorf würde das sehr gut tun.“
Von Architektur Walch und Partner wurde eine entsprechende Konzeptstudie bereits ausgearbeitet und sieben mögliche Varianten vorgelegt.
„15 bis 20 Wohneinheiten sind realistisch. Es wäre auch möglich, zwei Baukörper zu errichten. Eine der sieben vorgelegten Varianten wird umgesetzt werden“, lässt sich Thomas Strele etwas genauer in die Karten blicken. Auch ein Bauträger – die Baugenossenschaft Frieden – zeigt bereits großes Interessse an dem Projekt in Biberwier.

Überzeugt. Bürgermeister Paul Mascher ist vom geförderten Wohnbau im Ortsteil Rauth überzeugt. Ein Baubeginn ist laut ihm theoretisch im Herbst 2018 möglich. Nach einer Einschätzung von Thomas Strele würde sich die Bauzeit über 14 bis 16 Monate erstrecken. Die Vergabe der Wohneinheiten erfolgt dann über die Gemeinde Biberwier, wobei auch möglich wäre, als zweiten Schritt eine Bedarfserhebung für das gesamte Zwischentoren (bis Heiterwang) durchzuführen.